Undisziplinierte Radfahrer

"Immer nur abmahnen geht halt nicht"

4. Mai 2009, 14:22
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    apa/roland schlager

Langer Strafenkatalog für Radfahrer in Wien: Am Gehsteig fahren kostet 21, bei Rot über die Ampel 36 Euro

Wien - Der Strafenkatalog für Radfahrer in Wien ist lang. Er beginnt beim "Falschparken" (sieben Euro) und endet für alkoholisierte Wiederholungstäter bei Anzeigen irgendwo im dreistelligen Bereich. Dennoch kann im Grunde jeder Drahteselbenützer selbst bestimmen, wie tief er in die Geldbörse greifen möchte. "Es kommt immer aufs Gegenüber an", verriet ein Beamter in Radlerhosen am Montag bei der Staatsoper der APA. Sprich: Wer seinen Fehler schnell einsieht, kommt womöglich mit einem erhobenen Zeigefinger davon. Trotzdem: "Immer nur abmahnen geht halt auch nicht."

Schauplatz Ringstraße: Im Sekundentakt flitzen die Zweiräder an der kleinen Polizisten-Gruppe in ungewöhnlicher Aufmachung vorbei. Sie sind nicht leicht zu erkennen, die Gesetzeshüter, die ihre Uniform gegen sportliches Outfit getauscht haben. Aus der flotten Bauchtasche wird ein Zettel gezupft: eine Anzeige. Auf der Rückseite sind sämtliche "Tatbestände" aufgelistet: 14 Euro für vorschriftswidriges Mitführen einer Person. Oder: 14 Euro für Anhängen eines Radfahrers an ein anderes Fahrzeug.

Top 5

Die "Top 5" hat der Herr Inspektor am Sattel im Kopf: Am Gehsteig fahren kostet 21 Euro, bei Rot über die Ampel 36 Euro, fahren in der Fußgängerzone 21 Euro, gegen die Einbahn 35 Euro und wer in der Nacht ohne Licht unterwegs ist und erwischt wird, zahlt 21 Euro. Zusätzlich kann bei mangelhafter Ausstattung eine Geldstrafe von 14 Euro verhängt werden.

Ok, so weit der offizielle Teil. Denn jede Amtshandlung läuft anders ab, die individuelle Selbstdarstellung der Protagonisten kann entscheidend sein: "Es obliegt jedem Beamten, wie er vorgeht. Von 100 Anhaltungen verlaufen 90 absolut korrekt und freundlich." Doch es gebe auch jene Art von Pedalrittern, die selbst "in flagranti" ertappt immer noch unbelehrbar und stur blieben. Dann wird selbstverständlich streng nach Vorschrift ge(amts)handelt.

Anhaltungen bis zu sechs Stunden erlaubt

"Viele sagen, sie haben keinen Ausweis dabei", erzählt der Zweirad-Polizist, was er tagtäglich so zu hören bekommt. In diesem Fall gibt es - nebst der schon erwähnten Zeigefinger-Methode - zwei Varianten: Fahrrad und Radler "begleiten" den Beamten auf die nächste Wache, um die Identität festzustellen. Diesbezüglich sind Anhaltungen bis zu sechs Stunden erlaubt. Will der Radfahrer nicht mit aufs Revier, wird der Drahtesel "sichergestellt" und muss anschließend vom Besitzer abgeholt werden, dem noch dazu eine Anzeige blüht.

Bei der Staatsoper wurde am Mittwoch mehr aufgeklärt als gestraft. Einige wurden auf fehlende Reflektoren oder sonstige kleine Mängel hingewiesen und wieder ihrer Wege geschickt. Auch die rote Ampel wagte - bei dem "Polizeiaufgebot" - niemand zu missachten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 890
Linek Karl
 
10
31.3.2011, 09:50
Man wird so gemacht

Als Radfahrer wird man nur gefrotzelt. Radwege werden oft gemacht, um den Radfahrer kurz von der Straße zu holen, um ihn dann benachrangen zu können.

Wenn man den (verpflichtenden) Radweg nimmt, werden die Fußgängerströme einfach mit den Radwegen gekreuzt. Man kommt nicht vorwärts. Autos halten völlig ungeniert mal so auf Radwegen. LKW lassen ihre Laderampen unmarkiert (!) in den Radweg ragen. Radwege sind derart schmal, dass es immer wieder zu brenzligen Situationen kommt. Immer wieder kommt es zu Engstellen mit Straßenbahnschienen, wo es dann viel ungefährlicher ist auf dem Gehsteig zu fahren.

Als das und noch viel mehr macht aus einem regelwilligen Radfahrer einen regelunwilligen.

pater willy
10
22.2.2011, 16:34
Regeln für Radfahrer?

Wenn man als Radfahrer Regeln beachten soll, will man Radfahrer als Verkehrsteilnehmer wohl nicht wirklich haben, das wäre unzumutbar. So gehts wirklich ned.

affdsewrq
00
20.10.2009, 13:24

Ampeln und Einbahnen sind rein für die Autoindustrie geschaffen worden. Für Fußgänger und Radfahrer braucht es beides nicht, um Konfliktfrei zu verkehren.
So wie bei den Ameisen ist das auch bei Menschen möglich.

Es gab auch einige Versuche in manchen Städten die Ampeln abzuschaffen. Und sogar Autofahrer fuhren wieder disziplinierter und es kam zu weniger Unfällen.
Man muss eben auf Sicht fahren, so wie Radfahrer das auch jetzt schon tun müssen.

pater willy
01
22.2.2011, 16:38
Ja, wie bei den Ameisen

Danke, der Vergleich von Radfahrern und Ameisen ist ja so treffen. Beide Erscheinungsformen sind anarchisch, durch nichts zu bändigen - und rote Ampeln sind beiden ziemlich wurscht.

diephysikerin
00
17.8.2009, 10:58
was man beim vergleich zwischen auto- und radfahrern beachten sollte:

radfahrer gefährden auf der straße hauptsächlich sich selbst, autofahrer auch andere.

aus diesem grund sollte sich die polizei immer ganz genau überlegen, in welcher situation sie geldstrafen gegen einen radfahrer verhängt. ein radfahrer, der gegen eine einbahn fährt, wird wenig verständnis aufbringen, wenn er dafür gestraft wird.

anders natürlich der radfahrer, der am gehsteig fußgänger gefährdet, hier sollte es selbstverständlich eine zero-tolerance-poltik geben.

pater willy
00
22.2.2011, 16:40
Ja bitte, das stiemmd

Also, liebe Polizisten: Schön überlegen, ob man einen Radfahrer mahnt, oder straft. Es könnte ja sein, daß dieser dafür wenig Verständnis aufbringt.

affdsewrq
00
20.10.2009, 13:06

in Salzburg ist es sogar erlaubt im Schritttempo in der Fußgängerzone zu fahren, wenn man dabei auf die Fußgänger aufpasst.
Und meiner Meinung ist das auch sinnvoll so. Schließlich kann man mit dem Rad leicht in langsamen Tempo dahinrollen ohne Fußgänger zu gefährden. Und es stört mich auch als Fußgänger nicht, wenn ich vom Rad überholt werde.

Aber solange die Radfahrer in allen Belangen (auf der Straße als auch auf dem Gehsteig) nur zurückgedrängt werden und das Radwegenetz katastrophal bleibt, wird sich auch dahingehend kaum was ändern.

Jemniak
30
17.9.2009, 16:38
wenn kein fußgänger weit und breit am gehsteig ist,

braucht mir auch kein polizist einen strafzettel ausstellen, sollte er mich erwischen...

zitronen_bob
76
Unfähig, sich an einfachste Regeln des Zusammenlebens zu halten

Man kann festzustellen, daß es viele Radfahrer einfach kategorisch ablehnen, die einfachsten Regeln des Zusammenlebens in dieser Stadt zu akzeptieren. Fahrverbote werden mißachtet bzw. bewußt ignoriert.

Ein Beispiel dafür ist der Wiener Augarten. Dort gibt es ein - mit Verbotsschildern gut ausgeschildertes - generelles Fahrverbot für Fahrräder (ausgenommen Kinder auf Kinderrädern mit max. 30cm Raddurchmesser). Rund um den Augarten gibt es einen durchgehenden Radweg. Trotzdem gibt es im Park mehr Verkehr als draussen am Radweg. Weist man einen der vielen Radfahrer (übrigens kaum welche mit Migrationshintergrund ...) in normalen Ton auf das Verbot hin wird man entweder angepöbelt oder ignoriert. Kontrollen bzw. Polizei existieren nicht.

affdsewrq
00
20.10.2009, 13:11

wie schon gesagt, in Salzburg in der Fußgängerzone ist mehr los als im Auggarten. Und dort funktionierts auch, dass man als Radfahrer ohne Problem fahren kann. Es fahren ja schließlich auch Autos im Schritttempo in der Fußgängerzone.

aber es stimmt schon, dass es leider leute gibt, die dann keinen Anstand haben, und zurückschreien, anstatt einfach sich zu entschuldigen und weiterzufahren.

Jemniak
40
17.9.2009, 16:42
leuten wie dir

...schrei ich im vorbeirasen, die abscheulichsten dinge zu^^

koffer

bluebeard's 8th wife.
11
24.7.2009, 14:56

was soll der hinweis auf "migratoinshintergrund"?

mmxmmx
32
10.6.2009, 10:22

Natürlich, wer Leute aus einem unwichtigen Grund belästigt, wird einen ähnlichen Tonfall zurück hören. Ach ja, und darf man den heiligen Rasen dort überhaupt betreten?

wolfgang gaerber
70
Ermessen

Bin mal in einer Menschen - und Fahrzeugleeren Situation ( bis auf das plötzlich von hinten aus der Seitengasse schiessende Polizisten-Gang Auto) wegen plötzlichen Harndrangs bei rot über eine Ampel.
Wurde dann von dem 5 Köpfigen SWAT-Team abgeführt - hatte 0.8 Promille - auf der Wache wollte man mir das Harnlassen dann noch immer nicht erlauben. Nach demütigem Betteln wurde ich dann auf das Örtchen eskortiert. Das ganze hat 8000,- Schilling gekostet. Auch der Verwaltungsjurist wollte bezüglich der Strafenhöhe nix änder. (Summe ist fix - o-ton.)
PS.: Trotz Anwesenheit von 5 Polizisten konnte offensichtlich keiner die Farbe meines Fahrrads richtig feststellen.

Rot Grün
27
Pseudoaktion

Fährt ein Radler bei Rot oder läuft ein Kamikaze bei Rot über die Fahrbahn, dann steigt die Polizei nicht mal aus. 1000mal so erlebt. Da Polizisten nur mehr im 1.Bezirk als Werbegag noch zufuß unterwegs sind, gibt es somit niemals die im Artikel erwähnten Anhaltungen. Dieser Artikel ist bestenfalls ein Sponsorprodukt des Rathauses, wie die gesamte Zeitung übrigens.

mmxmmx
01
10.6.2009, 10:26
Anhaltungen nur, wenns leicht geht und uns grade fad ist

Ich habe schon öfters gesehen, wie jemand wegen einer roten Ampel angehalten wurde, ohne dass es eine gefährliche Situation gegeben hätte. Dafür war unlängst ein PKW mitten auf der Kreuzung, wie es für die andere Richtung schon längst grün war - das direkt davor befindliche Polizei-Fahrzeug ist diesem aber natürlich nicht nachgefahren.

mmxmmx
06
17.5.2009, 22:13

Das heißt, auf dem Gehsteig fahren ist offenbar erwünscht, da billiger als gegen die Einbahn - interessant.

Feles
00
21.7.2009, 13:29
warum erwünscht?

schließlich gibts eine strafe dafür

derKleine
1712

toll.. gegen die top5 verstosse ich permanent..
radahren am gehsteig wenns nicht anders geht oder wenn eine einbahn ist. ich fahre aber langsam und sehr sehr vorsichtig. ich hatte bis jetzt einen unfall und das war auf der donauinsel.

bei rot über die ampel - gerade in der früh oder spät am abend - ist standard. wenn weit und breit nix kommt warum auch nicht? tun fussgänger ja auch.

radfahren in der fussgängerzone: warum ist das verboten? wenn man nicht durchfährt wie ein irrer belästigt man niemanden. klappt in holland auch.

affdsewrq
00
20.10.2009, 13:21

und in der Salzburger Fußgängerzone klappt es auch

mmxmmx
00
17.5.2009, 22:15

In der überwiegenden Zahl der ab irgendwann in den 1990ern (?) angelegten FuZos ist das Radfahren ja erlaubt, in denen aus den 70ern aber grundsätzlich nicht. Da hat sich eben nie jemand aufgerafft, die Regelungen vielleicht je nach Gegebenheiten anzupassen.

Duskson 81
 
10
12.5.2009, 14:45

Was hat das alles jetzt mit dem Fahren am Ring zu tun?
Wenn ich um 3 in der früh über irgendeine seitengasse in simmering fahr obwohl rot ist wird das nie irgendeine sau interessieren egal ob zu fuß mit dem moped, mim auto, am rad oder dem flugzeugträger...

klingsor
06
22.5.2009, 10:13
wirklich toll!

gilt das auch für autos? finds eh gut, a bisserl anarchie. wenn's mal wieder kracht, fest klagen nicht vergessen!

Duskson 81
 
31
25.5.2009, 08:07

liest du den text nochmal dann hast du deine antwort.

Hudri Wudri
01
12.5.2009, 13:41
wenns nicht anders geht

wann bitte ist denn das? Gilt das dann auch fuer Motorradfahrer (auch 1 spurig)?

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Posting 1 bis 25 von 890

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