Allein in Spanien gibt es 24 neue Fälle - Verdacht in Schweizer Rekrutenschule - Tamiflu in Arabischen Emiraten ausverkauft
Mexiko/EU - Während in Mexiko die Schweinegrippe-Epidemie auf dem Rückzug ist,
hat es innerhalb der EU sowie in den EFTA-Ländern 30 neue Ansteckungen
mit dem H1N1-Virus gegeben. Allein in Spanien steckten sich 24 Menschen
seit Sonntag an. In Großbritannien gab es drei neue Fälle, in
Deutschland zwei und in Italien einen, teilte das EU-Zentrum für
Seuchenbekämpfung (ECDC) am Montag mit.
Damit sind seit den ersten Infektionen in Mexiko 79 Personen
innerhalb Europas angesteckt worden. Mehr als die Hälfte der
Betroffenen (44) kommt aus Spanien, 18 aus Großbritannien und acht aus
Deutschland. In Österreich gibt es nach wie vor nur einen Fall, auch in
den restlichen acht betroffenen Staaten traten bisher nur äußert
vereinzelt Erkrankungen auf. 20 Verdachtsfälle müssen laut ECDC noch
überprüft werden.
Schweiz: Verdacht in Rekrutenschule
In einer Rekrutenschule in Freiburg besteht bei zwei Rekruten der
Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus A/H1N1. Die beiden sind zur
Abklärung im Spital. Der Kantonsarzt stellte das gesamte Areal der
Kaserne Freiburg vorsorglich bis Mittwoch unter Quarantäne. Erste
Resultate werden ebenfalls bis am Mittwoch erwartet. Die Quarantäne
betrifft rund 250 Rekruten und Angestellte des Waffenplatzes. Die
Angehörigen der Rekrutenschule dürfen das Kasernenareal nicht
verlassen. Angestellte des Waffenplatzes und das militärische
Berufspersonal wurden nach Hause geschickt und dort unter
Heim-Quarantäne gestellt. Bereits in der vergangenen Woche wurden drei
Armeeangehörige vorsorglich wegen Verdachts auf Schweinegrippe
untersucht. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt.
Rund 1000 Infizierte außerhalb Europas
Außerhalb Europas gehen die Behörden derzeit von 946
H1N1-Infektionen in neun Ländern (590 Mexiko, 226 USA, 101 Kanada) aus,
bei 929 Fällen wurde das Virus bereits nachgewiesen, so die ECDC. Seit
Sonntag gebe es in Mexiko 114 neue Ansteckungen, in den USA 66. Kanada
berichtete zuletzt über 16 neue Erkrankungen, Neuseeland und Kolumbien
über je eine. In Costa Rica gibt es drei neue Verdachtsfälle. Die Zahl
der Todesfälle blieb unverändert bei 22 in Mexiko und einem in den USA.
Der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL hat indes den
Mexikaner Hector Reynoso wegen einer simulierten Spuck- und
Nies-Attacke im Copa-Libertadores-Spiel beim chilenischen Club Everton
FC für den Rest des Turniers gesperrt. Der Verteidiger vom Verein
Chivas aus Guadalajara hatte seinem Gegenspieler Sebastian Penco
gestenreich die Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus angedroht.
Tamiflu in Arabischen Emiraten ausverkauft
In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es wegen der
Schweinegrippe zu Panikkäufen von Grippemitteln gekommen. Apotheker in
dem als Touristen- und Handelsdrehkreuz bekannten Golfstaat gaben das
verschreibungspflichtige Medikament Tamiflu wegen des Ansturms auch
ohne Rezept heraus. "Bei uns ist das Mittel seit etwa einer Woche
ausverkauft", sagte ein Apotheker am Montag.
Der Direktor der Gesundheitsbehörde im Emirat Dubai Ali Al-Marsuki
forderte die Pharmazien auf, Tamiflu nur an Patienten mit einem Rezept
zu verkaufen. "Die Panik der Leute darf unsere Bestände nicht
auffressen." Zudem gebe es keinen Grund zur Panik. Der Großteil der 4,5
Millionen Bewohner der VAE sind Ausländer. Die Flughäfen des Landes
sind wichtige Knotenpunkte für den internationalen Verkehr. (APA/Si/sda)