Sympathie entscheidend bei Bewerbungen

1. Mai 2009, 17:00
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    foto: apa/epa/antonio lacerda

    Im Recruiting wird laut einer Studie nicht nur nach rationellen Kriterien entschieden - ganz im Gegenteil soagr

Viel Stoff zum Nachdenken für Entscheider: Letztlich treffen Arbeitgeber Personal- entscheidungen nach Sympathie

"Wissen, wer geht" - dieser Titel lockte Personalverantwortliche und Geschäftsführer am vergangenen Dienstag zum Vortrag in die Wiener Büros der Berater Mercuri Urval. Deutschland-Geschäftsführer Albert Nussbaum gab den Entscheidern statt guter Tipps Stoff zum Nachdenken mit: Worauf wird in Unternehmen geschaut, wenn es um Menschen geht, denen man Erfolge zutraut? Welche Fragen werden gestellt? Nußbaum motivierte zur Auseinandersetzung: "Brauche ich die Besten oder brauche ich die Richtigen?"

Dass man mit MBAs mittlerweile die Straßen pflastern könne, sprach Nußbaum sicherheitshalber aus - worauf er hinauswollte, war aber: "Stehen vielleicht formale Anforderungen zu sehr im Vordergrund? Liegt der Erfolg nicht in der Passung?"

Delegieren an die HR-Stellen

Firmen bräuchten nun mal nicht lauter Stars - trotzdem würden sie gesucht. Auch von Mittelständlern. Oft werde gar nicht geprüft, ob diese Stars in diesen Umfeldern überhaupt erfolgreich sein könnten, ob sich ein "Return on Investment" plausibel darstellen lasse.
Nußbaum lieferte eine spannende Stunde lang keine Rezepte, sondern stellte Fragen: "Ist wirklich das Maximum gefragt, oder geht es um das Optimum?" Oft, so Nußbaum, würden die Fachvorgesetzten falsch denken und nach dem "Maximum" verlangen. Das erzeuge Extreme im Unternehmen. Als "Problem" sieht er dabei das Delegieren der Personalauswahl an die HR-Stellen.

Also was tun, kam die Frage. "Nach normalen Sterblichen suchen und wissen, das Licht Schatten erzeugt", so die Antwort. Schnelle seien tendenziell fehleranfällig, Extravertierte könnten tendenziell nicht so gut zuhören, erinnert Nußbaum daran, dass Wunderwuzzis mehr Mystifikation denn Realität sind.

Die Gretchenfrage nach den Kernkompetenzen der Zukunft beantwortete er so: "Wenn die Welt morgen nicht mehr so ist wie heute, dann müssen wir dafür sorgen, dass wir Leute haben, die mitgehen können". Also: Abschied von statischen Modellen. Konkret im Kanon der Zukunftskompetenzen unter anderem: Belastbarkeit, Sprachen, kulturelle Fähigkeiten, Intelligenz und Offenheit, Lernfähigkeit und -wille, IT-Kompetenzen.

Psychologische Entscheidungskriterien

Harten Stoff lieferte Nußbaum, als er an die Psychologie erinnerte und Untersuchungen der Mercuri-Urval-Kunden auf vier Kontinenten präsentierte: Tatsächlich würden sich Bewerber aufgrund sympathischer Vorgesetzter, interessanter Aufgaben und wirtschaftlicher Stärke des Unternehmens entscheiden. Arbeitgeber aufgrund von Sympathie, passender Ausbildung und Leistungsfähigkeit. Nußbaum: "Da werden dann Anforderungsprofile geändert, Präferenzlisten auf den Kopf gestellt." Man neige eben dazu, sich zu klonen. "Mini me"-Syndrom nennen diesen menschlichen Faktor andere Berater. Ob dieser menschliche Faktor letztlich auch darüber entscheidet, wer geht? (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.5.2009)

Kommentar posten
22 Postings
Dein schönster Traum
00
29.8.2011, 08:42
Naja...

...irgendwelche Ungusteln will man ja nicht einstellen (z.B. daherschlurfende alternative Wichtikusse).

Cerberus303
00
16.6.2011, 10:19
was für ein alter Hut...

... was denn sonst?

Olivier TREINEN
00
27.4.2010, 18:20
Allerdings

Man darf Sympathie nicht mit positiver Intuition verwechseln. Intuition im Management - also auch beim Rekrutieren - ist sehr wichtig. Man muss sie jedoch zu interpretieren wissen: das eigene Nicht-Wissen richtig handhaben, dann ist man beim Rekrutieren schon ein ganzes Stück weiter. Und irren kann man sich leider immer.

Peter Eichorn
01
10.1.2010, 11:32
Fortsetzung nur der Zu-fall entscheidet

Damit konfrontiert, behaupteten die Personalberater jeweils allen Ernstes, dass diese Kandidaten in ihren Augen ungeeignet wären und ihre Kandidaten besser wären. Also eine völlig unqualifizierte Schutzbehauptung. Ich habe danach zwar viel Zeit aufwenden müssen um meine Mitarbeiter selbst auszusuchen, mich aber in 20 Jahren dabei nur einmal geirrt. Selbstverständlich hat die Sympathie auch immer eine Rolle gespielt.
Aber zuerst entscheidet der Zufall, danach die Qualifikation und als letztes Kriterium entscheidet natürlich die Sympathie. No na - einen mir unsymphatischen Bewerber werde ich mir einstellen.

Peter Eichorn
02
10.1.2010, 11:25
Nur der Zu-fall entscheidet

Bei im Durchschnitt mehr als 100 Bewerbern für einen Job im mittleren Management und auch bei 30 Bewerbern für Top Positionen kommt durch das Ausleseverfahren beim Headhunter immer nur ein Bruchteil der Bewerber zur Vorstellung. Oft wären dann bei den Abgelehnten bessere Kandidaten. Ich habe das 2 mal als Auftraggeber erlebt. Eine tolle Bewerberin, die sich dann selbst an unser Unternehme gewandt hat, wurde mir vom Headhunter gar nicht vorgestellt. Wir haben sie dann aufgenommen und sie war eine der besten Mitarbeiter. Dann habe ich es nochmals mit einem anderen Büro versucht und meinen besten Mitarbeiter ersucht, eine Bewerbung abzuschicken um zu sehen wie man ihn mir präsentieren wird. Auch er wurde gar nicht vorgestellt.

RT
02
Als "Problem" ... die HR-Stellen

Nun ja, das kann zwei Seiten haben:

1. Es stimmt vollkommen, wenn "Seniors" im Recruiting-Prozess von 25-jährigen Psychologie-AbsolventInnen interviewt werden und 3 Stärken und 3 Schwächen nennen sollen.

2. Zu hinterfragen ist jedenfalls, dass Personalberater die HR-Abteilungen als Konkurrenz sehen können.

Aus meiner Erfahrung sind aber die HR-Stellen oftmals RIESIGE Probleme in den Unternehmen. Was dort oft für eine Fluktuation vorzufinden ist...!

Kottan ermittelt
00
Unfassbar

Also das muss mindestens ein Stab voller MBAler, nein, DBAler sein, der die Menschheit um solche Quantensprünge in Punkto Wissen bereichert.

Gramurcki
03
ich habe den Eindruck

in den unteren Arbeitsschichten (bis € 1500,–) gehts hauptsächlich darum, wie viel man um wenig Geld zu tun bereit ist. Darüber gibt es eine Grauzone und spätestens bei €3000,– netto gehts um die Sympathie...

Benno Berghammer
00
Der Eindruck ist richtig.

Als langjähriger ehemaliger Finanz- und Personalmanager kann ich ihnen deutlich sagen, dass ihr Eindruck absolut richtig ist.

Die grösste Gefahr für Fehlentscheidungen besteht darin Kandidaten für Middle- und Topmanagement auszuwählen, die einem sympathisch sind. Die meisten sogenannten sympathischen sind gute Relationsshipmanager aber keine Umsetzer. Das
beste Beispiel sind die Banker und Investmentbanker.

Post(er)
11

wer nicht arbeitet muß symphatisch sein

Franz Vejvoda
01

was ist jetzt mit den soft-skills, also mit den wahren aufnahmekriterien? zählen die jetzt auch nicht mehr?

ashley u.
00
19.6.2009, 20:47

Haben die jemals wirklich gezählt?

In dem Artikel steht nichts neues und besser wird es auch nicht, wenn es ständig wiederholt wird.

Wenn die HR-Abteilung entscheidet wer eingestellt wird, wie soll es dann in der jeweiligen Abteilung passen?

Die Personalabteilung hat eine Servicefunktion für die einzelnen Abteilungen in punkto Vertragsrecht, Gehaltabrechnung, Organisation von Weiterbildungsmassnahmen, etc..
Die Anwesenheit eines Personalers ist bei einem Vorstellungsgespräch nicht nötig.
Relevant sind die Personen mit denen zusammengearbeitet werden soll und hier ging es schon immer nur um Sympathie. Das die erforderlichen Kenntnisse vorhanden sind, SOLLTE bereits aus den Unterlagen hervorgegangen sein.



Wolfgang kleist
13
Sympathie?

Unsinn. Viel zu subjektiv.

Die meisten entscheiden doch nach Groesse der Ti**en.

xeder
02

ja eh - die mit den grossen ti**ten sind am sympathischsten

bla_bla
04
.

Sympathie? Oh mein Gott! Dieses neue Kriterium bei der Aufnahme von neuen Mitarbeitern ist ein revolutionärer Schritt am Arbeitsmarkt... unglaublich. Ich hätte mir so etwas nicht mal im Traum vorstellen können.

Management Quatscher
08

Höchste Zeit für einen neuen hochqualifizierten Beruf in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft:

der Sympathie-Coach.

Er/Sie hilft den Bewerbern bei Vorstellungsgesprächen sympathisch "rüberzukommen" und so den Traumjob zu ergattern.

ashley u.
00
19.6.2009, 20:49

Mal sehen wie lange es dauert, bis hier der erste Artikel über eine solche Person auftaucht....nur eine Frage der Zeit..

noepe
01
bin sprachlos

Placebo
 
02
Also ich behalte immer die Unsympathler und hau die smypathischen raus. Aber dank dieser Studie werde ich meine Ansicht wohl ändern müssen, bei so viel Erkenntnis...

Sabine Werner
02

Na bumm, jetzt bin ich aber platt. Ich hätte niiiieee gedacht, das Entscheidungen nach Sympathie oder Ar....lhaftigkeit getroffen werden.

Management Quatscher
04
Die Großartigen

Mercuri Urval sollte diese "Studie" für den Nobelpreis einreichen.

Die Erkenntnis ist derart gigantisch, dass mir die Worte fehlen.

Management Quatscher
02

echt ?

also das hätte ich mir nicht einmal träumen lassen.

sympathie ist sehr entscheidend.

was Du nicht sagst. Ist ja unglaublich.

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