Einserkastl RAU

Weichei-Verhalten

29. April 2009, 19:20
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Im derzeitigen EU-Wahlkampf geben die Parteien den Anspruch auf Führung auf und kapitulieren vor einer Leserbriefseite

 Johannes Voggenhuber wird rausgemobbt, weil er der grünen Führungstruppe zu wenig EU-kritisch war. Werner Faymann gibt dem SP-Spitzenkandidaten für die EU-Wahl eine EU-kritische Linie vor. Jetzt hält es auch noch der Nicht-Spitzenkandidat der ÖVP, Othmar Karas, für notwendig, seinen Abgang anzukündigen, wenn sich in seiner Partei die bisherige proeuropäische Linie ändert. Übersetzung: wenn der VP-Überraschungskandidat Ernst Strasser mit seiner populistischen EU-Linie fortfährt. Und dies alles hat Onkel Hans von der Krone bewirkt - zusammen mit seinem persönlichen Kandidaten Hans-Peter Martin.

Ein derartiges Einknicken von an sich proeuropäischen Parteien auf breiter Front vor der geschlossenen Abteilung der Anti-EU-Fanatiker hat es noch nicht gegeben. 20 Jahre nach dem Ende der Teilung Europas und 15 Jahre nach einer 67-Prozent-Entscheidung für den EU-Beitritt geben die noch halbwegs zurechnungsfähigen Parteien des Landes den Anspruch auf Führung auf und kapitulieren vor einer Leserbriefseite. Nutzen wird es nichts, weil gerade die rabiaten EU-Gegner nur Verachtung für Weichei-Verhalten haben.( Hans Rauscher/DER STANDARD-Printausgaber, 30. Apri/1. Mai 2009)l

 

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eh´wurscht
02.05.2009 23:19
Die Eu

war doch für die övp nur interessant, weil der Herr schüssel gedacht er wird dort was. Oder kann man ernsthaft annehmen Strasser und Karas seien qualifiziert?

grubl
03.05.2009 10:43

no was:
Nicht alles, was unsere Politiker tun ist getrieben von persönlicher Eitelkeit oder dem Streben nach persönlichem Ruhm. I bin froh, dass wir in der EU sind, trotz aller ihrer Fehler. Wir hätten z.B. sonst die gleichen Probleme, wie Island: der tolle Schilling wär NIX mehr wert, es gäb Tausende Arbeitslose mehr undundundund... Willkommen in einer globalen Welt kleine Österreich!

grubl
03.05.2009 10:39
@ eh'wurscht

es is NET wurscht. Und Karas ist defintiv qualifiziert, bei Strasser weiß man's no net.

callanish
02.05.2009 22:28
und wenn man sich die Plakate ALLER Parteien so anschaut...

... dann hat man den Eindruck als ob wirklich NIEMAND sich besonders anstrengen würde. Die Plakate sind durch die Bank nichtssagend, skurril (A-Team???), lustlos (ÖVP, und ewig das gleiche FPÖ Reimen), krautfalsch (ein konsequenter Stadler?) oder einfach nur peinlich (grün).

Wesentliches (Un)Wesen
03.05.2009 00:58

Kapieren eben alle nicht, dass die vielgepriesene Niederschwelligkeit nicht zwingend mit Langeweile, Lüge, Niveaulosigkeit oder allgemeiner Peinlichkeit einhergehen muss.

uni kum
02.05.2009 10:15

Rau lebt von der Kritik an österreichischen Zuständen. Ist er deshalb ein Anti-Österreicher?
Genauso absurd ist es, Martin als Anti-EU-Fanatiker zu bezeichnen. Er will eine demokratische, subsidiär strukturierte EU, was jedem Bürger zugute käme. Gewiss, die Lobbyisten der Großkonzerne haben damit keine Freude, aber dass sich führende österreichische Journalisten vor deren Karren spannen lassen, ist befremdlich.

Artischoke 
02.05.2009 19:49

Das Problem ist dass Martin und konstruktiv sich gegenseitig ausschließen. Deshalb beschränkt sich sein Potential darauf, die EU zu zerstören, nicht aber eine bessere EU aufzubauen. Und um die EU den Bach runter gehen zu lassen, dafür ist mir zuviel Gutes dabei.

Roman Santos  
02.05.2009 19:24
Ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu

und es zeigt von Ihrem Anstand dass Sie es für befremdlich erachten, dass sich Journalisten eher für die Interessen der Großindustrie als für die Bürger einsetzen. Aber es wundert mich nicht. Die Medien leben von der Industrie und ausser der KRONE kann keine Zeitung vom Verkauf leben. ALLE brauchen Förderungen und Inserate um sich zu finanzieren. Deshalb kann es sich auch nur die KRONE leisten "populistisch" = so wie das Volk denkt - zu schreiben. Die restlichen Medien müssen so schreiben wie es deren Finanziers = die Inserenten bestimmen. Leider - so schauts halt (nicht nur) bei uns aus.

yotix
03.05.2009 10:18

Es ist ziemlich lächerlich zu unterstellen, Dichand könne millionenfach gedankenlesen und würde "schreiben, was die kleinen Leute denken". Das ist 50er-Jahre-Kommunikationstheorie.

Es ist zumindest teilweise auch umgekehrt: Dadurch, was Dichand zu Themen schreiben lässt und welche Themen er totschweigt, beeinflusst er natürlich die politische Wahrnehmung seiner Leser - welche Themen wichtig sind, bestimmt Dichand natürlich mit -- problematish ist hier sein freihändiger Umgang mit der Wahrheit, die Krone baut gern erfundene "dunkle Haut" oder "südländischen Akzent" ein (nur als 1 Beispiel).

eh´wurscht
02.05.2009 23:16

Und die anderen werden halt gefördert weil der Inhalt fördernswert, d.h. verbreitenswert ist.

Roman Santos  
03.05.2009 11:04
stellt sich nur die Frage, für wem?

Außerirdischer
02.05.2009 08:55
Die Grünen werden trotzdem ihr Wählerpotential halten!

Nicht weil sie so super Positionen vertreten. (Auch ich liebe diesen Planeten, auch ich bin für Anständigkeit gegenüber allen Menschen, aber ich fühle mich als einzelne Person mit meinen Interessen nicht vertreten)

Auch nicht weil sie endlich das politische Handwerk erlernt hätten. Sonst würden sie nicht ihre ''Marken'' durch ''Nonames' ersetzen.

Die restliche Politik scheint nur mehr an Stammtischen interessiert zu sein. Und da zähle ich auch die Beamten- und Lehrerstammtische dazu. Also alles, was irgendwie eine Lobby hat.

Also werden die Grünwähler grün wählen, mangels Alternative.

So und jetzt rote Stricherln bitte, ob meiner Arroganz der FPÖ, BZÖ, SPÖ, ÖVP und den Kummerln gegenüber!

Roman Santos  
01.05.2009 18:37
Hans Peter Martin hat sich zuletzt im ZIB 2 Interview

als glühender Anhänger von Europa bezeichnet und ich glaube ihm das auch. Scheint, dass er neben Karas der einzige österr. Politiker ist, der ehrlich zur EU steht. Natürlich zu einer anderen EU als sie sich derzeit darstellt. Schon 1996 (da war er lange noch nicht politisch tätig) im Buch die Globalisierungsfalle weist er auf die Probleme hin und zeigt Wege auf, wie eine erfolgreiche EU Gesellschaft aufgestellt sein sollte. Eine demokratische Bürgergesellschaft mit einheitlichem auftreteten gegen Steueroasen, sozialen und ökologischen Mindeststandards, einer ökologischen Steuerreform und Stopp der Deregulierung. Das Gegenteil davon wurde gemacht und das Ergebnis spüren wir jetzt Alle. JA zu Europa - aber einem der Bürger!

papst benedikt
01.05.2009 16:26

ganz sicher gäbe es bedeutend mehr eu befürworter und eine weit bessere eu stimmung im lande hätten rauscher und seine journalistenkollegen ihre arbeit gemacht und kritisch berichtet anstatt ein jahrzehnt lang lobgehudelt, dass es eu befürwortern wie mir selbst vor scham die schuhe auszog...

yotix
03.05.2009 10:18

Kennst du den Unterschied zwischen "kritisch berichten" und "uninformiert herumplärren"?

mikromalist  
30.04.2009 16:25
Wenn die Niedrig IQ Bewegung

alles nieder walzt, hilft nur mehr das Unmögliche zu propagieren. USE. Aber wer?
VdB, in seinem Donald-Duck Interview, hat es genau getroffen. Nur USE könnte uns vor dem alles überwuchernden, stupiden National(-konservativen) Sozialismus bewahren.
(Zum Selbstschutz überhört VdB die Glawi Töne).
Was soll ich also wählen?
Burschenschafter?
Den von der Krone SPÖ gewürgten Swoboda?
Den Oberzyniker Strasser?
Die neue grüne Rockerbande?

Weiss. Weiss mit Hinweis auf USE.

cyber ferkel
01.05.2009 12:27

Grüne Rockerbande? Wen meinen Sie damit, die geifernden grünen Kaffeetanten?

Biene 007
30.04.2009 18:54


Ich mach 5-7 Kreuzerln....... (Räusper)
Aber mit Vorzugsstimme.

Cereal Killer
30.04.2009 12:41

nichts veranschaulicht das nachtrauern der österreicher um die monarchie so gut wie deren hörigkeit der "krone" gegenüber.

ich lege jedem den dokumentarfilm über die krone "tag für tag ein boulevardstück" nahe

Hübner 
30.04.2009 11:06

Wohl gilt es als legitim Phänomene intellektuell zu erhellen und von daher Mitteilungen zu machen. Und wir wissen heutzutage, daß es breit gefächert möglich ist - alles lebendige: Meßfühler - unter Einsatz von Verstand - und damit verbundenen Erlebnissen - zu Ergebnissen zu kommen, und zu versuchen, diese mitzuteilen; so ist also auch das Wort ist nicht das letzte, denken wir nur an Tarantino. Von daher nun können wir erwarten, daß dem Phänomen 'Eierkopf' im weiteren vermehrt Aufmerksamkeit zuteil wird. (Wie wir hier bereits lernten, nicht allein Härte ist ein Kriterium, nein: auch Größe!)

Wile Coyote 
30.04.2009 13:21
Ich glaube, Sie sollten...

... mal Ihren Pharmacocktail einer Überprüfung unterziehen

eh´wurscht
02.05.2009 23:20

unterziehen lassen!

Juvenal 
30.04.2009 12:46
Nicht schlecht...

...um 11.06 schon voll ang'flaschelt !

Hübner 
30.04.2009 14:16
GehnS, jetzt sinds halt nicht a so!

Seien Sie versichert, mein Verstand ist so klar, wie Ihrer ... :))

coldturkey
30.04.2009 10:31

Obwohl ich - wie ich auch schon in mehreren Postings angemerkt habe - durchaus der Ansicht bin daß Kritik am momentanen Zustand der EU angebracht und daher auch legitim ist und das Gleichsetzten von EU-Kritik mit genereller EU-Ablehnung dem Versuch gleichkommt sämtliche Kritiker in's Eck von Krone und Strache zu stellen, halte ich den momentanen populistischen Wettlauf der Parteien um die "kritischste" Haltung für fatal, bestärkt es die ohnehin schon viel zu zahlreichen EU-Gegner doch in ihrer generellen Ablehnung bzw. erweckt es bei den möglicherweise noch Unentschlossenen den Eindruck, daß sämtliche österreichischen Parteien der EU eher negativ oder zumindest skeptisch gegenüberstehen. Und das ist v. a. für die Wahlbeteiligung schlecht.

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