Rotes Wien jubelt über Lebensqualitäts-Studie

28. April 2009 21:07

Brauner: "Willkommen in der lebenswertesten Stadt der Welt"

Wien - "Willkommen in der lebenswertesten Stadt der Welt": So enthusiastisch begrüßte Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) die Journalisten bei der allwöchentlichen Pressekonferenz des Bürgermeisters am Dienstag. Der Grund für ihre gute Laune: Wie berichtet, ist Wien unter weltweit 215 Metropolen die Stadt mit der höchsten Lebensqualität.
Bei der jährlichen Studie des Beratungsunternehmens Mercer hat die Bundeshauptstadt, die 2008 auf Rang zwei gelegen war, in diesem Jahr die langjährige Nummer eins Zürich ausgebootet. Auf dem dritten Platz folgt Genf, Rang vier teilen sich Vancouver (Kanada) und Auckland (Neuseeland). Die Züricher seien faire Verlierer, betonte Brauner: Man habe von dort schon Gratulationen erhalten.

Als Basis für die Bewertung dienen soziale, wirtschaftliche und Umweltaspekte ebenso wie persönliche Sicherheit, Bildungs- und Verkehrsangebote. Höchstnoten gab es laut Aussendung für die politische Situation und die Tatsache, dass es in den vergangenen zehn Jahren keine Terroranschläge gegeben hat. Wien sei acht Jahre nach den EU-Sanktionen gegen Österreich "als stabile Demokratie mit funktionierendem und anerkanntem Rechtssystem" eingestuft worden, lautete die Begründung. Als Basis für den Städtevergleich dient New York mit 100 Punkten. Wien erreichte diesmal 108,6 Punkte, Zürich 108, Genf 107,9 Punkte, Vancouver und Auckland 107,4 Punkte. Die Stadt mit der niedrigsten Lebensqualität bleibt die irakische Hauptstadt Bagdad mit 14,4 Punkten.

18. bei Infrastruktur

Bei dem extra ausgewiesenen Infrastruktur-Ranking belegt Wien hingegen nur den 18. Platz. Die ersten drei Ränge belegen Singapur (bei Lebensqualität 26.), München 7. Platz) und Kopenhagen (Rang elf). Dafür hat Brauner eine simple Erklärung: Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe - was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege. (fern, hei/DER STANDARD - Printausgabe, 29.4.2009)

Kommentar posten
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Heinz Anderle
 
29.04.2009 20:36
Globalisierungsnomaden im Speckgürtel...

... sind kein Maßstab, dagegen aber eine abgestierte und ausgenommene Mittelschicht, der man die Flucht vor soviel Zwangsbeglückung ins Umland mit Verständnis nachsieht.

Daß das Politbüro des sozialbürokratischen Rathaus-Stalinismus nun jubiliert, mag durch eine nicht nur im Rausch der Macht verzerrte Sichtweise begünstigt sein. Die innerlich ebenso und anders blaue Klientel gilt es deshalb bis zum nächsten Urnengang bei Laune und Sozialkasse zu halten.

Leider bietet in Wien die kommende Wahl nur eine solche zwischen Pest und Cholera.

Dr. Heinz Anderle, Sozaldemokrat und Freigeist

ARO5
30.04.2009 17:08

Ich entnehme Ihrem Posting, dass Sie kein Expat sind ;-)

caranx
29.04.2009 17:01
Sie können ruhig jubeln

Aber sie sollen sich bewußt sein, daß dies eine lange Entwicklungsgeschichte war, der man verpflichtet ist.Man hat mit diesem Kapital sorgsam umzugehen.
Der 18.Platz in Infrastruktur ist nicht gerade schlecht, zeigt aber daß da durchaus Spielraum ist.
Auf gehts!

PS: Bin Neuwiener und mir war die Einzigartigkeit Wiens schon vorher bewußt.

NONE
29.04.2009 15:48

Abgesehen davon das ich die Studie für überbewertet und damit unbrauchbar halte wäre eine Freunderlwirtschaftsstudie fällig...

anders and
 
29.04.2009 16:16
überbewertet weil unbrauchbar

sehe ich ja ein,
aber für "unbrauchbar weil überbewertet" fehlt mir der entsprechende Logik-Modul.

Joe Bazooka
 
30.04.2009 22:17
ganz einfach

ersetze "weil" durch "="

caranx
29.04.2009 17:03

Man muß nur negativ genug eingestellt sein, dann machts wieder Sinn.

Kalvarienberg
29.04.2009 15:40
Der Pratervorplatz hat den Ausschlag gegeben für das gute Abschneiden...

jo eh
29.04.2009 16:24

sie haben es erfasst. ich denke, diesen innovativ-architektonischen vorsprung wird so schnell keine andere "vergleichbare, internationale stadt" einholen.

Kalvarienberg
29.04.2009 17:04
Ausserdem wurde auch der 1. Platz im Styropor-Ranking mit Bravour verteidigt !

;-)

jo eh
29.04.2009 20:40

wir können uns glücklich schätzen und sollten endlich (mit)jubeln;-)

anders and
 
29.04.2009 15:17
Wenn Brauner ehrlich wäre

müsste Sie zugeben, dass die Stadt Wien für 80% der Bewertungen der Mercer-Studie nichts kann. Aber wer sagt das schon bei Platz eins.

Bei Platz 18 wird dieses Argument dann aber flugs aus der Tasche gezogen, dabei liegt die Verantwortung der Stadt Wien für die Infrastruktur sicherlich bei über 40%.

Das ist sehr selektiv und sehr durchsichtig argumentiert.

der_kleine_pariser
 
01.05.2009 22:47
ich muss der frau stadtrat jedoch rechtgeben. dass wien beim infrastrukturranking nur 18. ist, muss wirklich an (dem für expats wichtigen) flugangebot liegen.

zu telefon/mail will ich nichts sagen, weil ich in diesen belangen wien nicht kenne.

der öff. verkehr ist in wien sicher besser als in paris.

staus gibt's in wien nicht (ich weiss, die hie und da auftretende ansammlung von ein paar autos zu viel pflegt der wiener als stau zu bezeichnen, aber paris hat da schon anderes zu bieten).

die stromversorgung ist in wien jedenfals gesicherter als in paris. in paris ist jeder ein bis dreimal pro jahr für ein paar stunden von einer unterbrechung betroffen. die elektrik ist sowiso nur zum jaulen in diesem land.

und das pariser wasser ist zwar gut, so gut aber auch wieder nicht.

dass paris 5 plätze vor wien liegt, muss also an den flugverbindungen liegen.

anders and
 
02.05.2009 15:09

auch Bern und Kopenhagen haben vermutlich viel bessere Flugverbindungen als Wien?

der_kleine_pariser
 
03.05.2009 00:37

bern hat den flughafen von zürich gleich um's eck.

copenhagen weiss ich nicht, nach grönland können's jedenfalls besser von kopenhagen als von wien fliegen ;-). sicher hat kopenhagen wie die meisten skandinavischen sTapdte wenig probleme mit dem motorisierten individualverkehr (vor allem auf grund der offensiven fahrradpolitik, in kopenhagen gibt's mehr fahrräder als in ganz holland)

der Münchner flughafen hat ja auch nicht viel mehr zu bieten als der wiener. meine persönliche meinung ist ja nicht, dass wien in sachen infrastruktur >unschlagbar< ist, dass der flugverkehr aber ein paar plätze kostet.

jo eh
03.05.2009 15:13

ps: weil sie sich ja gar so gut auskennen mit der studie- warum ist zürich eigentlich zurückgefallen?

der_kleine_pariser
 
03.05.2009 22:08
ich zitiere aus dem anderen standardartikel.

>Höchstnoten für die politische Situation und keinerlei Terroranschläge in den vergangenen zehn Jahren seien die wesentlichen Gründe für den Aufstieg, hieß es in einer Aussendung am Montag<

wien hat da noch ein paar zehntelpunkte dazugewinnen können. zürich hat da vielleicht schon seit ewig höchstnoten. die schweiz ist eben eine musterdemokratie und briefbombenversendende rechtsextreme verrückte gibt's auch nicht. umgekehrt konnte die stadt zürich bei ihren schwachstellen (welche das auch immer sind) offensichtlich nichts wettmachen.

was die studie zeigt: die lebensqualität in wien liegt weit über dem durchschnitt weltweit wie europaweit, wobei's eigentlich egal ist, ob platz 1, 2 oder 10.

der_kleine_pariser
 
03.05.2009 19:40

wo bleibt mein posting?

jo eh
03.05.2009 23:40

ja, wo bleibt denn es?

der_kleine_pariser
 
05.05.2009 19:51

gut ding braucht weile:

gestern abend ist's angekommen, na 24h ist eine nette zeit :-)

(gemeint war das posting vom 03.05.09, 17:24)

der_kleine_pariser
 
03.05.2009 17:24
ich kenn mich nicht so toll aus, ich hab nach marcer gegoogelt und geschaut, was die unter lebensqualität verstehen und warum und für wen sie diese untersuchungen machen. und ich kenn zumindest die europäischen städte ganz gut.

ZH: nicht zurückgefallen, sondern stagniert auf spitzenniveau. W hat ein bisserl zugelegt, weil es statistisch sicherer wurde als es eh schon ist (keine terroristischen anschläge die letzten 10 jahre, die briefbomben vom fuchs waren 1996???) und weil sich die politische lage in österreich beruhigt hat, so habe ich sinngemäss den anderen standardartikel verstanden. d.h. eine partei, die zb. offen journalisten droht, ist mittlerweile schon ein paar jahre nicht mehr regierungspartei. das dürften die 0.8 punkte zugewinn ausmachen.

eigentlich sind das haarspaltereien, 1-10 sind absolut spitze, 11-20 super, 30-40leiwand, 40-50immer noch mehr als ok, ich leb' übrigens wirklich in paris(platz33) da wiegen persönliche vorlieben mehr.

accuser
29.04.2009 15:09
Ich kann mich nur wundern...

Es ist mir völlig unverständlich, wieso alle hier sich derart über Wien beschweren.

Wien ist eine großartige Stadt mit einem hervorragenden kulturellen Angebot, schönem Erscheinungsbild, langer Geschichte und herausragend sauber. Es gibt viele Grünanlagen und selbst mit geringem Einkommen lässt es sich in Wien noch ganz gut aushalten.

Man muss nicht einmal weit fahren, um zu sehen, dass die Verwaltung in vergleichbaren Städten deutlich schlechter funktioniert, das Angebot mangelhaft ist und es rasch fad wird. Auch in Sicherheit ist Wien top.

In welcher Stadt lebt ihr alle, die ihr euch nur beschwert? Schon einmal weiter als Neulengbach von Wien weggekommen?

anders and
 
29.04.2009 15:21
wo ist Wien sauber,

wenn Sie von den Bezirken 1-9, 13, und 18/19 absehen?
In welchen vergleichbaren Städten funktioniert die Verwaltung schlechter?

Den anderen werfen Sie vor nicht über Neulengbach hinauszukommen, und Sie selber kampieren im Wiener Rathaus!

cgau
29.04.2009 16:54
???

Wenn Sie ernsthaft der etwas seltsamen Meinung sein sollten, dass Wien nicht sauber und ziemlich gut verwaltet ist, dann beziehen Sie Ihre Infos über "andere Städte" möglicherweise aus Serien wie "Dallas" etc. Aber in anderen Städten, wie z. B. New York, London oder Berlin sind Sie mit Garantie noch nicht gewesen.
Dann würden Sie so einen Stuß nämlich nicht behaupten.

anders and
 
29.04.2009 20:28
ich kenne alle drei Städte

und New York hat sich zwischen 1996 und 2005 ausgesprochen positiv entwickelt. Ähnliches gilt für London.
Wollen Sie das ernsthaft auch von Wien behaupten?

Wenn Sie den 2. oder den 15. Bezirk nur ein wenig kennen können Sie nicht behaupten, ganz Wien wäre sauber. Wie oft kommen Sie aus dem Rathaus heraus?

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