Brauner: "Willkommen in der lebenswertesten Stadt der Welt"
Wien - "Willkommen in der lebenswertesten Stadt der Welt": So enthusiastisch begrüßte Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) die Journalisten bei der allwöchentlichen Pressekonferenz des Bürgermeisters am Dienstag. Der Grund für ihre gute Laune: Wie berichtet, ist Wien unter weltweit 215 Metropolen die Stadt mit der höchsten Lebensqualität.
Bei der jährlichen Studie des Beratungsunternehmens Mercer hat die Bundeshauptstadt, die 2008 auf Rang zwei gelegen war, in diesem Jahr die langjährige Nummer eins Zürich ausgebootet. Auf dem dritten Platz folgt Genf, Rang vier teilen sich Vancouver (Kanada) und Auckland (Neuseeland). Die Züricher seien faire Verlierer, betonte Brauner: Man habe von dort schon Gratulationen erhalten.
Als Basis für die Bewertung dienen soziale, wirtschaftliche und Umweltaspekte ebenso wie persönliche Sicherheit, Bildungs- und Verkehrsangebote. Höchstnoten gab es laut Aussendung für die politische Situation und die Tatsache, dass es in den vergangenen zehn Jahren keine Terroranschläge gegeben hat. Wien sei acht Jahre nach den EU-Sanktionen gegen Österreich "als stabile Demokratie mit funktionierendem und anerkanntem Rechtssystem" eingestuft worden, lautete die Begründung. Als Basis für den Städtevergleich dient New York mit 100 Punkten. Wien erreichte diesmal 108,6 Punkte, Zürich 108, Genf 107,9 Punkte, Vancouver und Auckland 107,4 Punkte. Die Stadt mit der niedrigsten Lebensqualität bleibt die irakische Hauptstadt Bagdad mit 14,4 Punkten.
18. bei Infrastruktur
Bei dem extra ausgewiesenen Infrastruktur-Ranking belegt Wien hingegen nur den 18. Platz. Die ersten drei Ränge belegen Singapur (bei Lebensqualität 26.), München 7. Platz) und Kopenhagen (Rang elf). Dafür hat Brauner eine simple Erklärung: Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe - was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege. (fern, hei/DER STANDARD - Printausgabe, 29.4.2009)