Die virtuose Virtualität im Unternehmen

  • In vielen Firmen sind Server nur zu 20 bis 30 Prozent ausgelastet.
    foto: cisco

    In vielen Firmen sind Server nur zu 20 bis 30 Prozent ausgelastet.

Wächst das Unternehmen, wächst die Zahl der für die IT eingesetzten Server – und damit die Betriebs- und Energiekosten - Virtualisierung kann hier Abhilfe schaffen

Zugegeben: Server sind alles andere als sexy. Aber fast jedes Unternehmen, von den kleinen bis zu den großen, braucht die zentralen, in Kommunikationsnetze integrierten Rechner und Speicher-zum Beispiel als Mailserver, Webserver, Druck- oder Applikationsserver. Doch in der Krise fallen sie angesichts stark gebremster Investitionen in die IT-Infrastruktur schnell dem Rotstift zum Opfer. Um die Anschaffung neuer Server zu vermeiden, setzen immer mehr Unternehmen daher verstärkt auf Virtualisierung, mit deren Hilfe Kapazität und Nutzen der Server zeitweilig ohne teure Neuanschaffungen deutlich erhöht werden können.

Überkapazität

Wie bei den PCs gibt es auch bei vielen Servern eine nicht genutzte Überkapazität. "In österreichischen Unternehmen laufen noch immer viele Server mit einer durchschnittlichen Auslastung von nur 20 bis maximal 30 Prozent. Auf Dauer ist das unwirtschaftlich", bestätigt Wolfgang Egger, verantwortlich für Server- und Speicherlösungen bei Hewlett Packard Österreich, die in der Branche bekannten Fakten.

Virtualisierung

Hilfe kann von der Technik der Virtualisierung kommen. Nach Untersuchungen von Experten des Unternehmensberaters Steria Mummert lässt sich der Nutzungsgrad auf bis zu 85 Prozent steigern. Sie schafft für die Lösung bestimmter Aufgaben virtuelle Abbildungen der physischen Rechner. Immer mehr Systeme, bei denen absehbar ist, dass sie einen Standardserver nicht auslasten, werden daher virtuell angelegt. So laufen zum Beispiel bei einem österreichischen Energieversorger 1000 virtuelle Maschinen auf fünf physischen Servern.

EU-Projekt

Das führt nicht unbedingt zu Vereinfachungen im IT-Management, erspart aber wegen deutlich besserer Auslastung den Unternehmen die Anschaffung neuer Server. Gleichzeitig können damit die Energiekosten gesenkt werden. Durchschnittlich 60 Prozent an Energie lassen sich durch geeignete Effizienzmaßnahmen wie Konsolidierung, Virtualisierung oder Power-Management einsparen, hat etwa eine Studie im Rahmen im Rahmen des EU-Projektes e-server gezeigt. Platzsparende Konzepte wie etwa die stark im Trend liegenden Blade-Server führen zu einer Reduzierung der Serverflächen und ermöglichen – verbunden mit geeigneter Technik – eine Verminderung der Abwärme und des Energieaufwands für die Klimatechnik. "Die Virtualisierung gilt daher auch als ein wichtiger Wegbereiter für eine ökologische Informationstechnik unter dem Stichwort Green IT", sagt Joachim Phillipi von Steria Mummert Consulting.

Hochverfügbare Server

Die Konsolidierung auf wenige physische Systeme muss allerdings mit dem Einsatz von fehlertoleranten und hochverfügbaren Servern und Speichersystemen einhergehen, da bei einem Ausfall eines physischen Servers alle virtuellen Systeme betroffen sind.

Energiekosten

Energiekosten werden zu einem immer wichtigeren Faktor bei der Investition. Sparen lässt sich aber nicht nur durch Virtualisierung, sondern auch die Erneuerung von alten Servern. Intel rechnet vor, dass beim Austausch eines vier Jahre alten Servers auf neue Gerätegenerationen bei gleicher Leistung die Investitionskosten in achte Monaten durch gesparte Stromkosten herinnen sind. (Karin Tzschentke/ TechStandard Printausgabe, 28. April 2009)

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