"Die Revolution marschiert voran"

27. April 2009, 19:25

Ecuadors Präsident Correa im Amt bestätigt, Opposition befürchtet Autoritarismus

Mit klarer Mehrheit haben die Ecuadorianer am Sonntag Präsident Rafael Correa und seine sozialistisch inspirierte "Bürgerrevolution" bestätigt. Nach der Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen wurde der 46-jährige Ökonom bereits in der ersten Runde uneinholbar mit rund 54 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Correa sprach von einem "historischen Sieg über die korrupte Elite" und versprach, sich weiter für die Ärmsten einzusetzen. "Diese Revolution marschiert voran und lässt sich von niemandem aufhalten, heute radikaler als je zuvor", sagte er in der Hauptstadt Quito.

Auch im Parlament kann seine Bewegung "Pais" mit einer Mehrheit von rund 60 der 124 Sitze rechnen. Sein Widersacher, der national-populistische Putschist und Ex-Präsident Lucio Gutiérrez, erhielt demnach knapp 30 Prozent der Stimmen und dürfte mit knapp 25 Abgeordneten die stärkste oppositionelle Fraktion bilden. Er erkannte seine Niederlage zunächst nicht an. Die Neuwahlen waren nötig geworden, nachdem vor einigen Monaten eine neue, unter Correa ausgearbeitete Verfassung per Referendum angenommen worden war, die erstmals die Wiederwahl des Staatschefs erlaubt.

Es ist der fünfte Wahlsieg für den mit dem linken Venezuela verbündeten Correa in Folge. Eine neue Stabilität für das Andenland, in dem seit 1996 kein gewählter Präsident seine Amtszeit regulär beendet hat. Die Wirtschaftsmetropole Guayaquil bleibt aber eine Bastion der bürgerlichen Opposition. Stadtchef Jaime Nebot, mit 67 Prozent der Stimmen wiedergewählt, kündigte an, für Demokratie und Autonomie zu kämpfen. Der Oppositionelle César Montúfar befürchtete "einen Rückfall in autoritäre Zeiten, Machtkonzentration und systematischen Rechtsbruch". (DER STANDARD, Printausgabe, 28.4.2009)

 

 

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12 Postings
E. Wart.
05
27.4.2009, 22:43
Auch wenn's weh tut,

sollte der standard "eigenständig denken", und diese Leier von sog. Oppositionellen ("autoritäre Zeiten" etc.) den Lesern ersparen und bei dieser Manipulation der ecuadorianischen Privatmedien, die dem Präsidenten schon längst den Krieg angesagt haben (klingt bekannt - Venezuela, Bolivien), nicht mittun. Ist nicht schwer.
Der Vorzeigedemokrat Rafael Correa schreibt ecuadorianische und lateinamerikanische Geschichte. Sollte gebührend anerkannt werden. Niemand verlangt vom standard, dass er feiert.

chief_87
 
72
27.4.2009, 11:33
Immer das Gleiche in Südamerika:

Linkspopulistische Proletariatsbehüter gegen konservative Stellvertreter der Großgrundbesitzer.

Keiner möchte nachgeben, niemand ist auf einen Konsens aus. Tolle Zukunftsaussichten in Lateinamerika!

Placebo
 
00
24.5.2009, 11:12
Wenn die Linken nicht nachgeben kanns nur besser werden. Wenn sie nachgeben landen sie wieder in Ketten.

Kratzmich
22
27.4.2009, 00:53
Das historische daran streicht Correa heraus:

"Von 1996-2006 hat keine Regierung ihr Amt beendet.
Wir haben im ersten Durchgang gewonnen."

ositolindo
30
26.4.2009, 22:18
Dr. banana

15:14 Ortszeit: Die Wahlen in Ecuador sind noch in vollem Gang, knapp 60 % haben gewaehlt. Veroeffentlichungen von Exitpools waehrend der laufenden Wahl sind streng verboten: Gegen das
Umfrageinstitut sollte Anzeige erstattet werden.

Chanel3
00
27.4.2009, 16:46
Und die USA? Auch Banane?

Da laufen die Wahlen in Kalifornien und Hawaii noch, und die Oststaatenergebnisse werden immer bereits bekanntgegeben.

ositolindo
00
28.4.2009, 01:43

Aber doch wohl nicht das nationale Endergebnis,
oder ?

Augusto Sandino
00
27.4.2009, 05:28
geh peinlich

sogar in österreich war mir das genaue ergebnis ab 14.00 bekannt, das ist doch so üblich ...

ositolindo
00
27.4.2009, 16:23

Das es Hochrechnungen zu diesem Zeitpunkt gibt ist unbestritten, veroeffentlicht duerfen sie nicht werden, um logischerweise die Wahl nicht zu beeinflussen. Peinlich ist, dass gerade in der neuen
Verfassung Ecuadors diese Art von Umfragen - am Wahltag - verboten sind und trotzdem lustig durchgefuehrt werden... Na, ja wieder mal nur bla, bla...

uebel
00
27.4.2009, 10:33

Natürlich gibt es schon früh Hochrechnungen, aber in Ecuador und auch Österreich dürfen sie nicht veröffentlicht werden. Erst wenn die Wahllokale geschlossen sind.

Max Huber7
00
27.4.2009, 00:26

Sind doch nur Umfragen, keine Ergebnisse. Correa hat es sicher nicht genutzt, solche Informationen sind nur für die Opposition interessant.

ositolindo
00
27.4.2009, 02:56

Koennen Sie sich vorstellen, dass in Oesterreich WAEHREND einer Nationalratswahl schon drei, vier
Stunden vor Wahlschluss die ersten Hochrechnungen,
- auch wenn es nur Nachwahlbefragungen sind -
veroeffentlicht werden ?
Einfluss auf den Wahlausgang wird es kaum gehabt haben. Aber demokratiepolitisch korrekt ist es nicht.
Eine Waehlerbeinflussung ist zumindest potentiell gegeben. Den "Standard" liest in Ecuador kaum jemand, aber es waere interessant auch mal die spanischen Zeitungen durchzublaettern und in diesem Falle ist der Informationsfluss schon nicht mehr so ohne weiteres zu negieren.

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