Nachlese

"Wenn wer Buddhist sein will, ist das auch o.k."

24. April 2009, 17:31
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    foto: reuters/sagolj

    Haris Silajdžić will nur bis zu einem gewissen Punkt pragmatisch sein und fürchtet eine ethnische Homogenisierung.

Haris Silajdžić, Vertreter der Bosniaken im Staatspräsidium, im STANDARD-Interview

Die längst fällige und oftmals verschobene Verfassungsreform soll heuer über die Bühne, sagt der Vertreter der Bosniaken im Staatspräsidium von Bosnien-Herzgowina, Haris Silajdžić, in Sarajewo zu Adelheid Wölfl.

*****

STANDARD: Bosnien ist durch seine Verfasstheit blockiert. Wie soll der Staat nach der Verfassungsreform aussehen?

Silajdzic: Er soll stärker demokratisch als ethnokratisch und funktioneller sein. Jetzt haben wir ja die Summe von ethnoterritorialen Interessen. Das Land ist aber zu klein für solche Aufspaltungen. Und die Situation dient nicht der Integration, sondern der Desintegration der Gesellschaft. Ich bin dafür, dass wir die neue Verfassung jetzt machen. Vielleicht werden wir ja am Ende nicht das Bosnien haben, an das ich glaube. Aber es sollte Demokratie und Schutz für die Kulturen geben. Wenn hier jemand Buddhist sein will, ist das auch ok- solange man es mir nicht aufdrückt.

STANDARD: Die Verfassungsreform soll also heuer noch kommen?

Silajdzic: Ja, vor 2010, weil wenn wir bis 2010 warten, dann werden wir in den nächsten zwei Jahren gar nichts machen.

STANDARD: Braucht es ein neues Abkommen wie in Dayton 1995 und Hilfe von der internationalen Gemeinschaft, weil Bosnien selbst diese Blockade nicht lösen kann?

Silajdzic: Ja, wir müssen uns anstrengen und ich sehe, dass sich die EU und die USA jetzt stark bewegen. Dieses Problem wurde ja nicht nur in Bosnien geschaffen. Es war eine Aggression von Staaten, insbesondere von Serbien. Zu sagen, dass wir das selbst lösen sollen, klingt nett. Aber die Frage ist Zu welchem Ausmaß akzeptieren wir die Resultate des Genozids im Namen von Realismus und Pragmatismus? Der Status quo ist ja nicht das Resultat des Dayton-Vertrags, sondern das Ergebnis der Verletzungen des Vertrags. Wir haben 140.000 Namen von Flüchtlingen, die zurückkehren wollen. Natürlich würden sie nicht getötet, wenn sie zurückkehren, aber es wird ihnen auf vielfache Weise vermittelt, dass sie nicht willkommen sind. Wenn manche nun sagen, wir müssen selbst eine Lösung finden, dann behalten wir den Status quo und damit bleibt Bosnien eine Quelle der Instabilität in der Region.

STANDARD: Der neue Hohe Repräsentant Valentin Inzko sagt, dass die Republika Srpska durch Dayton garantiert ist.

Silajdzic: Inzko ist wahrscheinlich der Ausländer, der Bosnien am besten kennt. Und ich hoffe, dass er von der EU unterstützt wird. Unsere Referenz sollten die europäischen Werte sein, weil wir ja diesem Club beitreten werden, früher oder später. Wenn europäische Vertreter hierher kommen, fragen sie mich immer: Wer tut hier eigentlich was? Es gibt einen Mythos aus der Kriegszeit über Bosnien, dass die aufeinander schießen, weil sie wild sind auf dem Balkan. So als wäre der Rest von Europa immer nett gewesen.

STANDARD: Und niemals wild.

Silajdzic: Was ja natürlich nicht stimmt, Bosnien war ein Modell für die heutige Globalisierung und es sollte ein Staat von Bürgern sein.

STANDARD: Es braucht also nicht mehr unbedingt einen Vertreter jeder Volksgruppe im Staatspräsidium?

Silajdzic: Was auch immer, drei Präsidenten sind zuviel. In der Regierung sollte es eine Gleichwertigkeit geben. Die Kroaten sollten die gleiche Anzahl von Ministern haben, obwohl sie die kleinste Gruppe ist. Nur die Blockade sollte beendet werden. Es gibt hier zwei divergierende Konzepte: Ein Konzept ist, zu bewahren, was durch ethnische Säuberungen entstanden ist und den bosnischen Staat zu einem unbedeutenden Service für die zwei Entitäten zu machen. Diese Meinung teile ich nicht. Wir haben jetzt etwa in der Wirtschaftskrise auf der staatlichen Ebene gar keinen Wirtschaftsminister. Das zweite Konzept ist: Wir sollten zuerst Bürger sein und dann Serben, Kroaten oder was auch immer.

STANDARD: Was ist der Grund für die Blockade?

Silajdzic: Es gibt politische Kräfte in Bosnien, die versuchen zu verkaufen, dass Bosnien nicht möglich ist. Sie wollen keine zentrale Regierung und keinen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Wir können aber nur bis zu einem gewissen Punkt pragmatisch sein. Denn sonst kann es zu einer ethnischen Homogenisierung kommen und wir verwandeln Bosnien in Stammesgebiete.

STANDARD: Der Premier der Republika Srpska (RS), Milorad Dodik will, dass die RS das Recht bekommt, sich von Bosnien abzuspalten. Würden Sie das jemals akzeptieren?

Silajdzic: Gehört ihm die Republika Srpska oder gehört sie irgendwem anderen? Er sollte die Hunderttausenden die geflüchtet sind, um ihr Leben zu retten, fragen. Nur acht Prozent der geflüchteten Bosniaken und Kroaten sind in die Republika Srpska zurückgekehrt. Wenn man 13 Jahre nach ethnischen Säuberungen eine Sezession anstrebt, dann legitimiert und legalisiert man diese Aktionen.

STANDARD: Offen ist auch die Frage der Verteilung des Staatseigentums. Soll es an die beiden Landesteile gehen?

Silajdzic: Das stärkt wieder die Entitäten und schwächt den Staat noch mehr. Ich verstehe schon nicht, was bis heute passiert ist, außer es handelt sich um eine Rechnung, wonach Bosnien eine Kompensation für andere regionale Fragen ist.

STANDARD: Meinen Sie den Kosovo?

Silajdzic: Das habe ich jetzt nicht gesagt. Aber es gibt Leute, die denken: Hier gibt es ein Puzzle, lasst es uns lösen. Aber diese Philosophie ähnelt sehr stark der Philosophie der ethnischen Säuberungen.

STANDARD: Dem Modell eines ethnonationalen Staats des 19. Jahrhunderts.

Silajdzic: Es gibt einige Teile in Europa, die mit diesem Modell nicht übereinstimmen, kleine Plätze wie Bosnien, aber wir brauchen sie, weil es Orte sind, an denen wir uns treffen können. Wenn sich die Kulturen treffen, dann veredeln sie sich gegenseitig. Sie funktionieren wie Spiegel, man kann sich darin selbst sehen und manchmal ist das, was man sieht, nicht so schön. Sich zu kennen, heißt aber, Stabilität zu erzeugen, denn man fürchtet, was man nicht kennt.

STANDARD: Wann wird Bosnien der EU beitreten?

Silajdzic: Wichtig ist der Prozess, ohne den Impuls aus der EU würden wir noch die nächsten hundert Jahre auf denselben Gesetzen sitzen. Und das nicht weil wir weniger intelligent sind, sondern weil wir in vielen Dingen anderer Meinung sind.

STANDARD: Denken Sie dass Bosnien und Serbien sich bei den EU-Beitritts-Verhandlungen blockieren könnten, wie nun Slowenien und Kroatien?

Silajdzic: Es sollte deshalb Druck auf uns geben, dass wir Fortschritte machen, damit wir dann alle zugleich Mitglied der EU werden können.

STANDARD: Der Hohe Repräsentant Valentin Intzko erwägt seine Vollmachten im ökonomischen Bereich zu nutzen, weil 770 Millionen Euro, die für große Infrastrukturprojekte bei der Weltbank bereitstehen, nicht verwendet werden. Was halten Sie davon?

Silajdzic: Ich hoffe, dass er die Vollmachten im Interesse der Bürge nützt. Und was die Projekte betrifft, so wurden sie von ignoranten Leuten gestoppt, die barocke Interessen haben. Es gibt Interessensgruppen, die die wertvollsten Ressourcen kontrollieren. 63 Prozent unserer Wasserressourcen werden nicht genützt. Wenn wir alle diese Projekte realisiert hätten, bräuchten wir heute nicht die Hilfe des Internationalen Währungsfonds. Es ging um Investitionen von 3, 5 Milliarden Euro. Wir könnten Europa mit tausenden Megawatts erneuerbarer Energie versorgen. Aber unsere eigene Dummheit hat uns gestoppt.

STANDARD: Der Internationale Währungsfonds will Bosnien nur einen Kredit gewähren, wenn das Land bereit ist bei den Pensionen und Sozialleistungen für Kriegsinvalide oder andere Kriegsopfer zu sparen. Was halten Sie davon?

Silajdzic: Wir haben Staatseigentum, warum sollten wir es nicht nützen, um diese Leute zu kompensieren?

STANDARD: Wie kann Bosnien aus der Krise kommen?

Silajdzic: Wir brauchen Stabilität und deshalb brauchen wir den Schutzschirm der Nato hier, so schnell als möglich. Je mehr Nato, desto besser für die Region. Unsere Mitgliedschaft bei der Nato würde alle radikalen Kräfte in der Region zerstören. Wir waren seit tausend Jahren an der Grenze zwischen Osten und Westen, zwischen dem west- und oströmischen Reich und dann zwischen dem West- und dem Ostblock und diese Grenze weigert sich auf einer Art zu verschwinden. Ich bin ja froh, dass Kroatien und Albanien der Nato beigetreten sind, aber der zentrale Teil des Balkan, der Hotspot wurde allein gelassen.

STANDARD: Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic ist seit fast einem Jahr in Haft. Was würde es bedeuten, wenn er verurteilt würde?

Silajdzic: Es bedeutet für die Opfer und ihre Familien, dass es doch Gerechtigkeit gibt. Es ist ja sehr schwer zu funktionieren und von der Zukunft zu reden, wenn man das Gefühl hat, dass das Recht suspendiert wurde. Es wird eine Entlastung sein, wenn die Wahrheit herauskommt. Wir müssen mit der Vergangenheit so umgehen und ihr Aufmerksamkeit widmen, dass wir die Ideologien loswerden, die zu all dem in der Region geführt haben. Es heißt oft, man müsse vorwärts gehen. Wir sollen maschinelle Optimisten werden. Und ja, natürlich gehen wir alle vorwärts, ob wir wollen oder nicht. Aber Gerechtigkeit ist wichtig für die Gesundheit der Gesellschaft.

STANDARD: War ein Wertverlust ihrer Meinung nach auch ein Vorspiel zum Krieg?

Silajdzic: Die Kommunisten haben nur für eine kurze Zeit neue Werte gegeben, dann haben sie sich zu einer neuen Bourgeoisie gewandelt und niemand hat ihnen mehr geglaubt. Aber alle haben so getan, als würden sie daran glauben. Die Lüge wurde zur Kultur. Und dann kam die banale Kultur der Folksänger, der billige Kitsch, die Kultur der Heiligen, obwohl Milosevic selbst ja an gar nichts geglaubt hat. Er war auch kein Nationalist. Es ging darum, wer besser lügen konnte.

STANDARD: Das erinnert an die Geschichte „Des Kaisers neue Kleider". Warum haben die Leute mitgetan bei der Lüge?

Silajdzic: Sie wollten den Kaiser nicht nackt sehen. Und sie hofften gleichzeitig für sich selbst einiges da und dort zu bekommen. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 25.4.2009)

Kommentar posten
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strandart1
11
14.7.2009, 20:30

gscheiter typ der silajdzic

Anes Tica
 
46
BiH

Weil nur die Serben zu serbien Halten und reden das dass ihr staat ist und sie Bosnien nich anerkennen und wenn es so ist dan sollen sie dort hin ziehen und dort ihr grosses Serbien Treumen aber nicht in Bosnien das selbe gilt für Kroaten und auch für Moslems!!!! Es muss einmal allen klar sein dass das Bosnien ist und wenn mann dort sein leben gestalten will dann muss mann das Land und seine Gesetze Akzeptieren Wenn nicht Tschüss!!! Und noch etwas Bosnien warr auch in Yugoslavien eine Teilrepublik mit seinen jetzigen grenzen und das wird sicher jetzt keiner endern und schon garr nicht ein Zigaretten schmugler Milorad Dodik!!!!!!!!

chilly76
 
31
30.5.2009, 18:29
seine gesetze sind das was wir heute haben, kennen sie überhaupt bosniens verfassung

vetorecht jeder volksgruppe und zwei entitäten....wir seben wollen dies nicht unbedingt ändern

Steffman
31
Nur dass Bosnien sich deshalb auch nicht unabhängig erklären durfte

Es hätten alle_drei Bevölkerungsgruppen zustimmen müssen.

Also war es eine unerlaubte Sezession von Jugoslawien.

Wenn man Ihr eigenes Prinzip aus ihrem Text überträgt müssten Sie dann sagen: "Wer die Gesetze (Jugoslawiens) nicht akzeptiert soll auswandern."

So denke ich NICHT. Aber Sie.

Wenn Sie ach-so "Bosnisch-Herzegowinisch" eingestellt sind, warum fordern Sie dann die Vertreibung von 40+x% der Bevölkerung?

chilly76
 
72
29.4.2009, 01:06
bosnien ist ein dreivölkerstaat in dem die serben und kroaten kontitutionelle völkere wie die bosnichen muslime auch sind

und wenn 2 völker die keine minderheit sind sondern verfassungsrechtlich gleichgestellt sind mehr dezentralisation sich wünschen gehört es ebenso zu bosniens politik wie die der muslimischen die in diesem fall der minderzahl sind. serben und kroaten sind wähler und stellen über 50% der bevöllkerung. mir scheint es so als ob die muslime die in der minderzahl sind undemokratisch über die mehrheit bestimmen wollen.
einerseits fordert europaparlament in überall wo serben in mehrheit sind (serbien und rs) die dezentralisation, andererseits will man bosnien stark zentalisieren. unlogisch.

liebes europa von den 23mio ex jugoslawen sind knapp 10mio serben und wir sind wähler und ein politischer faktor den ihr nicht einfach so abschaffen könnt.

Galgenvogel
02
28.4.2009, 23:06

anstatt hier über idiotische ethnien und nationalitäten und religionen zu streiten, könnte man sich das ja mal näher ansehn:

Der Internationale Währungsfonds will Bosnien nur einen Kredit gewähren, wenn das Land bereit ist bei den Pensionen und Sozialleistungen für Kriegsinvalide oder andere Kriegsopfer zu sparen.

Typische Vorgangsweise des IWF, auf Menschen und Soziales sch**ßen.
Und ich glaube Sozialleistungen und Pensionen betreffen ALLE Kriegsopfer, nicht nur die bosniakischen, kroatischen oder serbischen...

Purger
 
36
27.4.2009, 21:35
Der Balkanese: Immer ist der andere Schuld

So irgendwie redet man gegen eine Wand in diesem Forum.
BiH wird auf absehbare Zeit nicht geteilt. Das bedeutet nämlich wieder Mord, Vergewaltigung und Vertreibung.Wenn Serben und Kroaten dass so haben wollen, wird es so sein.
Hier werden munter Boban und Karadzic Ansichten propagiert. Habt Ihr nicht genug Tote ?
Immer ist der andere Schuld. Nie sieht man die eigenen Verbrechen.
Es widert mich an, wie hier Leute immer noch Karten kreieren.Bevor dieser Schwachsinn nicht aufhört, wieder in BiH nichts stabil sein.
So wie hier leichtfertig RS und HZ Herceg Bosna in den Himmel gelobt wird, kann das nur von Leuten kommen, die einen vollen Kühlschrank, 3 er BMW
und mind. 3 Goldkettchen am Körper haben.
Sram vas bilo.

Waach Birn
02
29.4.2009, 09:32
@purger

Meine Worte, solange die Jungs am Amselfeld oder an der türkischen Herrschaft hängen geht gar nix weiter.Die Ex Jugs die hier leben sind wirklich die aller Dümmsten auf dem Planeten! Wie Du so schön sagst hier in Sicherheit leben aber einen auf Nationalist machen.Primitiver Hass gepaart mit Unbildung mehr is es nicht.

chilly76
 
23
28.4.2009, 22:04
hören sie bitte auf zu drohen und kümmern sie sich nicht um uns

wenn die rs per referendum die unabhängigkeit erklärt ist das kein mord und totschlag sondern der weg in die unabhängigkeit erreicht mit friedlichen und demokratischen mitteln.
wenn die bosnischen muslime nicht in einem drei völkerstaat bosnien leben wollen in dem dem jede ethnie das veto recht hat, dann rufen sie die unabhängigkeit von den serben und kroaten aus.

euer problem ist das ihr auf demokratischem wege diesen muslimischen zentralismus nicht erreichen könnt., unser problem ist das nicht.

Semberija
52
27.4.2009, 08:44

Dieses Relikt der furchtbaren 90er Jahre ist nach wie vor ein überzeugter Serbenhasser !

Immer der gleiche Quatsch von Genozid-Gebilde (für alle: die RS entstand 1992, der angebliche Genozid erst 1995), Dodik ist schlecht etc.

Andererseits: soll er so weitermachen, solange die solche Politiker haben, werden wir noch stärker zusammenhalten :)

alles neu macht der mai
15
27.4.2009, 09:48

hm. und Sie erkennen keinen zusammenhang zwischen der entstehung der RS und dem "angeblichen genozid"?

wobei man fairerweise sagen muss, dass genozid ein schwerwiegender begriff ist. im zusammenhang mit dem krieg in bosnien gilt "nur" srebrenica als international "anerkannter genozid". und srebrenica ist nicht "angeblich".

Purger
 
13
28.4.2009, 20:54
Interessaner Bericht.

Bin mal so flexibel und nehme den Bericht für voll.
Dann müßte man aber teilweise verzweifeln, da Nato und EU demnächst Serbiens und BiH Wunschziele sein werden.
Zur RS: Dann redet halt Silajdzic in Punkto Genozid Müll.
Aber das heißt nicht das RS sofort eine Existenzgrundlage hat.Wäre ich Serbe würd ich für dieses mit Blut erkämpfte "Reich " schämen. Ebenso als Kroate für HB.Problematisch ist: Wenn man dem ICTY und den einheimischen Gerichten nicht traut, dann kann man gleich von der Brücke springen. Dann hat alles keinen Sinn mehr, da keine Aufarbeitung folgt. Jede Volksgruppe bastelt sich Ihre Wahrheit.

chilly76
 
00
28.4.2009, 22:52
@purger

ich weiss nicht was sie wollen, sie haben ihren landesteil in dem die serben nichts zu melden haben den sie verwalten und gestalten können nach ihren wünschen und vorlieben, was kümmert euch dann eine republika srpska die euch nicht mal ein klotz am bein ist, da die rs der wohlhabender landesteil ist mit nichtmal so schlechten bilanzen. wollen sie etwa das die rs (das einzig progressive in bih) auch so pleite wird wie der landesteil von herr silajdzic???
kümmern sie sich liber um die zustände in dem muslimisch kroatischen entität, und finden sie mit den kroaten ein modell wie der landesteil auch zu einer erfolgsgeschichte werden kann, mein tip mehr dezentralisation , aber das bleibt euch überlassen. wir haben unser glück in der rs gefunden

Stani83
00
27.4.2009, 10:49
NEIN! Denn eigentlich ist die RS zur gleichen Zeit entstanden

wie das unabhängige BiH nämlich Anfang der 90er.

Anes Tica
 
02
26.4.2009, 22:29
BiH

Ich verstehe manche Leute nicht ich binn nivh frustriert aber ich will nur etwas was die mehrheit will Glaubt mir dass ich bin aus einem dorf wo es mehr serben gibt und die sagen auch schon es ist ihnen egal wie das land mehr heist sie wollen nur Arbeiten und schön leben Zufriden sein das wollen die Leute keine Kriege keine Proteste Keine Randale Nur Zufriden sein und jeden den das nicht passt der kann ja ausweichen in ein anderes Land

Stani83
00
27.4.2009, 09:07
Na sehns und genau aus diesem Grund (keine Kriege mehr) bin ich für eine Teilung Bosniens

Wenn man Menschen in einen Staat zwingt gibt es früher oder später einen Krieg. Hat man in der SFRJ dann auch gesehen. Und wenn Sie die Serben in Ihrem Dorf fragen würden ob sie lieber zu Serbien gehören (oder unabhängig) wären oder bei BiH bleiben wollen dann wissens genau was diese antworten würden. Gilt übrigens auch für die Kroaten. Nicht um sonst haben sich die 3 Volksgruppen so grausam bekriegt

6karika
02
29.4.2009, 20:04
ad Stani

ein Staat ist nun einmal kein Wunschgebilde. Fragen Sie "waschechte" ÖsterreicherInnen, ob sie mit Ihnen (als Mensch mit - offenbar - Migrationshintergrund) in einem Staat leben wollen, werden leider viele, viele sagen - nein. So ist das halt, sorry. What shalls. Also bitte, runterfahren mit den Emotionen und Toleranz üben...

Stani83
00
30.4.2009, 11:07
Ich bin regelmäßig Unten

Und wenn man bedenkt was sich die 3 Völker in den letzten 100 Jahren Alles schon angetan haben ist es mal an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen. Die einen wollten die SFRJ nicht mehr die anderen wollten nie BiH wo ist da der Unterschied? Fakt ist dass wir in spätestens 50 Jahren wieder einen Krieg haben wenn wir Menschen in einen Staat zwingen die das nicht wollen. Um dem vorzugreifen hätte man schon 1995 ein klare Trennung vollziehen müssen. Glaubens wirklich man hat um sonst Krieg geführt? Glaubens die Menschen vergessen das einfach? Im Gegenteil (leider)!
Ich will aber bestimmt nicht wieder ein 3. Haus aufbauen müssen nur weil ein paar Idioten wieder einen Krieg anzetteln weil es in ihre politischen Vorstellungen reinpasst.Sie etwa?

6karika
01
30.4.2009, 19:45
Ja Stani83,

ich bin auch oft "unten", aber wie soll ein "Schlussstrich" aussehen?! Man muss Kompromisse eingehen können, denn viele Menschen leben in Staaten, die sie nicht unbedingt wollen. Auch viele SüdtirolerInnen würden bestimmt lieber in Österreich als in Italien leben wollen (glaub ich mal).
Und wie soll eine "klare Trennung" aussehen - gerade in BiH? Kosovo war im Vergleich dazu wohl eine "klare Trennung", denn die meisten AlbanerInnen im Dorf wollten auch nicht in Serbien leben... Und was wollen viele Leute im Sandzak, in der Vojvodina (obwohl mehrheitlich SerbInnen)... Meine persönliche Conclusio: Es gibt keine "klaren Trennungen"...

siniore pepino
14
27.4.2009, 20:52
Tut leid Stani, aber es wird zu keiner Teilung kommen...

langsam müsst ihr begreifen dass man mit anderen Menschen friedlich zusammen leben muss, egal welcher Religionsangehörigkeit diese sind. Die bosnischen Serben (Vlasi itd) haben zu viel angerichtet um jetzt noch mit der "rs" belohnt zu werden. Ihr könnt es versuchen, Mile soll den Versuch starten, dann gibt es eine zweite Halbzeit, und wir machen dort weiter wo wir 1995 aufgehört haben.

Stani83
00
30.4.2009, 11:09
Jap es wird zu keiner Teilung kommen da bin ich mir auch sicher

Und Sie und ihre Freunde sind es doch die hier immer wieder mit Krieg drohen. Von wegen diesmal sind wir die Stärkeren usw...
Ich verspreche Ihnen in spätestens 50 Jahren gibts wieder einen Krieg (und es muss nicht heißen dass die Serben daran schuld sein werden) und dann werdens an meine Worte denken.

alles neu macht der mai
33
26.4.2009, 22:25
buchempfehlung zur historischen diskussion

Noel Malcolm: Bosnia. A Short History, 1994 / 1996, Pan Books.

vor allem wenns um (faelschlicherweise) bogumilen geht, die bosnische kirche, die frage, warum in bosnien so viele menschen zum islam konvertiert sind, ob bosniaken nun konvertierte kroaten oder serben sind, etc - ein echt lesenswertes buch!

und natuerlich noch meinen senf:
bosniens grenzen sind wirklich historisch und kein kunstprodukt. ironischerweise wurden die meisten serben dort unter osmanischer herrschaft angesiedelt, die als wehrbauern eingesetzt wurden.

abgesehen davon faellt mir als oesterreicherin in sarajevo auf, dass die diaspora viel nationalistischer ist als die menschen vor ort. da sind sich meine multiethnischen freunde einig. wie so oft!!! :)

alles neu macht der mai
00
27.4.2009, 09:49

danke fuer das rote stricherl. jetzt wuerde mich noch das dazugehoerige argument interessieren. dann kann man vielleicht diskutieren.

Aca Rankovic
00
27.4.2009, 11:02

noel malcolm ist für seine antiserbischen Tendenzen bekannt, von mir war´s nicht das rote Stricherl. Silajdzic ist als Bürgerkriegsüberbleibsel und als jemand, der aktiv und maßgeblich am Krieg beteiligt war und noch immer seine damals geäußerten und zum Krieg führenden Argumente verklausuliert vorträgt, einfach bei weit mehr als der Hälfte der Bürger Bosniens unten durch. Er streitet sich sogar schon mit Sulejman Tihic weil er alle Reformprozesse blockiert. Silajdzic rerpräsentiert nur eine Fraktion der Muslime, deswegen ist es verfälschend, ihn als repräsentativ für die "Bosniaken" darzustellen, wie dies die dem Denken des 20.Jahrhunderts verhaftete Adelheid Wölfl tut.

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