Conficker hat erneut Krankenhäuser befallen

riegler, 24. April 2009, 13:49

Hunderte Computer mit Windows 2000 und NT sowie medizinisches Equipment heimgesucht

Obwohl die Gefahr, die von Wurm Conficker ausgeht, nur schon seit Monaten bekannt ist, und Experten immer wieder darauf hinweisen, werden immer wieder neue Infektionen bekannt. Wie ein Experte nun anlässlich der RSA Sicherheitskonferenz sagte, soll der Schädling hunderte Rechner und medizinisches Equipment in mehreren Krankenhäusern befallen haben.

Kein Internet-Zugang vorgesehen

Die Infektion halte sich zwar in Grenzen, doch dadurch steige das Bewusstsein, was passieren könnte, wenn es Millionen wären, meint Marcus Sachs vom SANS Internet Storm Center und ehemaliger Cybersecurity-Mitarbeiter des Weißen Hauses gegenüber CNET. Wie die medizinischen Geräte infiziert worden seien, sei unklar. Auf den Computern laufen Windows NT und Windows 2000 in einem internen Netzwerk, das eigentlich nicht mit dem Internet verbunden sein sollte. Dennoch hatte offenbar ein Computer Internet-Zugang. Welche und wieviele Krankenhäuser betroffen sind, wurde nicht bekannt gegeben.

Kontrollsysteme mit Fernzugriff

Krankenhausnetzwerke oder auch sogenannte SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition), die zur Steuerung kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden, seien früher nicht mit dem Internet verbunden gewesen. Doch das habe sich mittlerweile geändert. Kontrollsysteme seien immer öfter per Fernzugriff über das Internet zugänglich. Techniker würden zudem auch mit ihren Blackberrys darauf zugreifen. Erst Anfang des Monats war bekannt geworden, dass Spione in das Stromnetz der USA eingedrungen waren und Programme hinterlassen hatten, mit der die Versorgung gestört werden könnte.

PCs zu alt für Patches

Conficker kann sich sowohl in Netzwerken als auch über externe Speicher-Geräte wie USB-Sticks verbreiten. Microsoft hat bereits im Oktober einen Patch für die Sicherheitslücke veröffentlicht, über die sich der Wurm schlängelt. Doch die Systeme in den Krankenhäusern seien für den Patch zu alt, so Sachs. (red)

R.M. S.
00
27.5.2009, 11:28
"Doch die Systeme in den Krankenhäusern seien für den Patch zu alt, so Sachs. (red)"?

Wie kann ein System zu alt für einen Patch sein? Meines wissens wird beim Update vorgang nicht das alter des Rechners abgefragt sondern der stand des BS.

Prof. Oz
00
25.4.2009, 08:48
Gehen Sie..

zur Conficker-Schutz-Impfung.

Jetzt!!

Metaethischer Nihilist
33
24.4.2009, 14:57

Krankenhäuser wären optimale betriebe für Open-Source. Allerdings müssten die hardware-hersteller ihre treiber und rohdaten in einem offenen format zu verfügung stellen. Ich habe in einem labor gearbeitet, wo der PI mit uralten PCs arbeiten musste, weil der spektrometer sich nur mit diesem sch** sich bedienen lies. Kaum zu glauben, dass hardware-hersteller nicht Open-Source als wettbewerbsargument einsetzen können, z.B EMG + NLG geräte, die sich mit sowohl alte als auch neue linux operativsysteme bedienen lassen.

Einst Erwin, jetzt wieder Hund...
00
28.4.2009, 15:39
Das Krankenhaus soll seinen IT-Verantwortlichen auswechseln, nicht das Betriebssystem.

Kommt billiger und greifft direkt an der Fehlerquelle.

joe great
20
26.4.2009, 09:02
Guter Punkt...

...aber Open Source ist leider genau das Gegenteil: Es verhindert den Wettbewerb.

Daher setzt niemand von den großen Herstellern (HW & SW) drauf.

Jeder will seine Arbeit, Wissen und damit Umsatz durch nicht-kompatible Systeme schützen!

DieFizinuss
21
24.4.2009, 16:10

es gibt große anstrengungen und erfolge im gesundheitsbereich verschiedene proprietäre systeme zu harmonisieren und eine standardisierung zu erreichen, z.b. IHE (welches frei verfügbar ist), HL7, DICOM, .. . als konsequenz daraus sollte man sich halt nur noch IHE zertifizierte geräte und softwaresysteme zulegen, dann hat man diese probleme nicht mehr.

ein.leser
01
25.4.2009, 01:13
IHE

*LOL*
Bitte um Recherche!
IHE wird bei weitem überbewertet ... WO bitteschön ist IHE wirklich verbreitet (nicht auf PPT-Präsentatoren ... besonders nicht auf jene im ELGA-Umfeld .. hören!)?

WAS soll IHE-Zertifiziert bedeuten? ... Das die SW zu einem Gerät,... 'zufällig' einige Test bei einer 'connect-A-thon' LAN-Party bestanden hat????

Das Leben wird nicht leichter durch 3 Buchstaben ...

Zwei Und Vierzig
00
26.4.2009, 19:37

Zumindest müssen sich die Herstellen beim connect-A-thon mit der Konkurenz auseinandersetzten und kommunizieren ... damit bauen sie "Beziehungen" aus - und bei Problemenbehebungen funktioniert die Zusammenarbeit dann doch um einiges besser.

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