"Rekordbudget" gegen steigende Arbeitslosigkeit

23. April 2009 12:39

Das AMS erwartet für heuer um 63.000 Arbeitslose mehr und geht von höheren Zahlen aus als das Finanzministerium

Wien - Im Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit hat das Arbeitsmarktservice (AMS) heuer ein "Rekordbudget" zur Verfügung. Die Einigung der Regierungspartner sei ein "ungeheuer toller Schritt und hat uns von einer großen Last befreit", so AMS-Vorstand Johannes Kopf. Ob das allerdings ausreicht, hänge davon ab, ob die Eckdaten halten. Tatsache ist, dass das AMS aber bereits jetzt schon von höheren Arbeitsmarktzahlen ausgeht als das Finanzministerium. Noch nicht berücksichtigt wurde auch die jüngste IWF-Prognose, die Österreich ein BIP-Minus von 2,8 Prozent statt der vom Wifo angenommenen 2,2 Prozent voraussagt.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) geht davon aus, dass "wir mit dem, was wir bereitgestellt haben, auskommen", so der Ressortchef am Donnerstag im ORF-Morgenjournal. Für den Arbeitsmarkt hat der Sozialminister für heuer 5,7 Mrd. Euro nach 4,9 Mrd. Euro im Vorjahr zur Verfügung. Nur 4,6 Mrd. Euro kommen aus den Einnahmen aus der Arbeitslosenversicherung. Das durch steigende Arbeitslosigkeit entstandene Loch von 1,1 Mrd. Euro wird aus dem Budget zugeschossen. Das Budget für die aktive Arbeitsmarktpolitik, dazu zählen u.a. Qualifikationen, regionale Förderprogramme oder Schulungen, wurde für heuer von ursprünglich 960 Mio. Euro auf 1,005 Mrd. Euro aufgestockt. 2008 standen dem AMS dafür 870 Mio. Euro zur Verfügung.

Für Kurzarbeit sind für heuer und für das kommende Jahr jeweils 220 Mio. Euro vorgesehen. Dieser Brocken wurde aus dem aktiven Fördertopf in den Bereich Arbeitslosenversicherung umgeschichtet. Bereits jetzt wurden davon 151 Mio. Euro verbraucht. Die Kurzarbeit werde sicher weiter steigen, so Kopf. Allerdings nicht mehr so stark, "weil die großen Dinge schon da sind". Geht man davon aus, dass im Schnitt bei Kurzarbeit die Arbeitszeit um 30 Prozent reduziert wird, hätten wir jetzt ohne Kurzarbeit rund 15.000 Arbeitslose mehr.

Weiterer Anstieg zu erwarten

Bei der Budgeterstellung ging der Finanzminister für heuer von 265.300 und für 2010 von 298.300 Arbeitslosen aus. Das AMS rechnet basierend auf den Zahlen der Synthesis-Forschung mit etwas höheren Zahlen. Demnach werde die Arbeitslosigkeit heuer im Jahresschnitt um 60.000 bis 63.000 auf bis zu 275.000 Jobsuchende steigen. Für 2010 wird ein weiterer Anstieg um 30.000 auf 305.000 Betroffene angenommen.

Dass die Arbeitslosigkeit auf 500.000 wie von der Industriellenvereinigung befürchtet steigen könnte, wies Kopf zurück: "Das wird nicht passieren." Im März nahm die Zahl der Jobsuchenden um dramatische 29 Prozent auf 271.127 Arbeitslose zu, rechnet man die in Schulung befindlichen Personen dazu, waren im Vormonat bereits 334.007 Personen ohne Job. Im April werde die Arbeitslosigkeit weiter steigen, allerdings nicht so stark wie im Vormonat. Dies sei allerdings nicht auf eine Entspannung, sondern auf Saisoneffekte (Ostern und Anspringen der Bauwirtschaft) zurückzuführen.

Der Löwenanteil des aktiven AMS-Budgets von 1,005 Mrd. Euro entfällt mit 443 Mio. Euro auf die Zielprogramme für Jüngere, Ältere, Wiedereinsteigerinnen und Langzeitarbeitslose. 123 Mio. Euro kostet die Ausbildungsgarantie für Jugendliche in überbetrieblichen Lehrwerkstätten, die im Herbst von 10.000 auf 12.000 aufgestockt werden. Für regionale Programme stehen 100 Mio. Euro zur Verfügung. Jeweils rund 60 Mio. Euro werden für den auslaufenden Blum-Bonus und die Qualifizierungsmaßnahmen für Metallfachkräfte aufgewendet. Dazu kommen noch Spezialprogramme wie z. B. das Frauenförderprogramm "Fit" (Frauen in der Technik).

Das Budget zeige jedenfalls, dass da ganz bewusst gegengesteuert werde, so Kopf. Wesentliches Ziel sei, dass der Arbeitsmarkt in Bewegung bleibt und sich Arbeitslosigkeit nicht verfestigt. (APA)

 

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17 Postings
tony bennett
24.04.2009 00:48

immer mehr geld wird ins schuldenloch geschaufelt... im standard ist heute gestanden, dass die zinsen allein schon mehr ausmachen, als das ganze bildungsbudget. und nächstes jahr steigt das ja unproportional höher mit dem zinseszins.

Also mehr schulden... bis alles irgendwann zambricht, weil die ganze zeit produkte erhalten werden (banken mit fehlerhaften investitionen, autobauer mit unabsetzbaren autos, ...) die keiner kauft.

die geldvernichtung und verschuldung der bürger wird also einfach massiver und mittlerweile mit hohem Anteil an Steuergeldern beschleunigt. Und irgendwann gibts dann viel mehr arbeitslose UND hohe Verschuldung. Tolle Wirtschaftspolitik

Unseren Kindern hinterlassen wir eine verschuldete Zukunft.
Komplett daneben.

Gschisti Gschasti
 
23.04.2009 17:33
Dass die Arbeitslosigkeit auf 500.000 wie von der Industriellenvereinigung befürchtet steigen könnte

wies Kopf zurück: "Das wird nicht passieren."


Ich behaupte, wir kommen locker auf die 500 000!

warscheinlich haben wir die 500 000 er Grenze schon lange überschritten, wenn man die Menschen in Kursen, Kurzarbeit, Trendwerk (soz.Projekte) dazurechnet.


Bald werden nur noch die wenigsten von "Erwerbsarbeit" leben können (selbst wenn ALLE superausgebildet wären). Die Produktivität vieler Betriebe steigt ständig, bei weniger Personal.
Um eine langfristige Lösung zu finden, muß man sich das erstmal eingestehen. Da wir das (zurzeit) NICHT TUN,ist anzunehmen das die Arbeitslosenzahlen stetig steigen werden.

Eine geringe Anzahl an "Wissensarbeitern" wird man immer brauchen.. aber was passiert mit den UNGEBRAUCHTEN?

tiqui taca
24.04.2009 12:28
lesen scheint nicht ihre stärke sein

bitte mal die "verschwörungsbrille" abnehmen. dann werden sie es lesen können: es steht die arbeitslosen zahl inkl. schulungen da. und auch die zahl wieviele arbeitslose ohne kurzarbeit wären....

gideon
23.04.2009 17:33
scheinheiligkeit pur

wer gefördert wird, sind die Kursinstitute mit ihren Pseudo-Schulungen durch erhöhte Gelder
wer auf der strecke bleibt, sind die Arbeitslosen die mit Zwangsmaßnahmen und Androhung der Sperre in solche Schulungen gezwungen werden
un die SPÖ schaut zu!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Fred Wirtschaftsflüchtling
23.04.2009 15:35
Wenn dort der Topf mit Geld gefüllt ist, wird er auch sicherlich geleert werden.

Geleert, auch unabhängig von der Arbeitslosigkeit. Also wird die Arbeitslosigkeit in gewisser Weise gefördert, also erhöht.
Ob nach der Wirtschaftskrise der Topf jährlich wieder weniger gefüllt wird?
Es gibt auch Gewinner in dieser Wirtschaftskrise. Das ist jedenfalls das AMS.

Keyser
23.04.2009 17:12

Vor allem die ganzen Kursinstitute, SÖB, you name it, profitieren davon. Das AMS wird sich natürlich auch einen Teil vom Kuchen sichern. Die Leidtragenden sind mit Sicherheit wieder die, die arbeitslos sind, etwas sinnvolles machen wollen, aber zu Maßnahmen die bar jeder Sinnhaftigkeit sind verdonnert werden.

Beate Kreuzberg
23.04.2009 12:50

Als ob das AMS Arbeitsplätze schafft!

Wenn, dann nur für ihre eigenen Mitarbeiter. AMS verwaltet (völlig überteuert und unnötig) Arbeitslose - nicht mehr. Weg damit!

hanslblasta
23.04.2009 18:11

und statt dessen?

tiqui taca
23.04.2009 16:07
also sie fordern z.b. weg mit dem arbeitslosengeld?

bravo tolle forderung...

Gschisti Gschasti
 
23.04.2009 17:51
weg...

mit dem Soz.Amt...
weg mit dem AMS..

her mit dem bed.GRUNDeinkommen, in gleicher Höhe für jeden! Mit dem Grundeinkommen, kann man überleben. Wer mehr will (Auto, Haus, Reisen etc.) sucht sich einen Job...

Wie wär das?

da das AMS sowieso ohnmächtig ist (es werden trotz AMS jedes JAhr mehr Arbeitslose) -> könnten wir das Geld intelligenter einsetzen als bisher.

Wer heutzutage einen JOB findet, mit dem das LEben nachhaltig geplant werden kann, hat GLÜCK!

Man kann LEBEN nicht mehr nur von Erwerbsarbeit abhängig machen... ausser man will soziale Konlikte..



tiqui taca
24.04.2009 00:33

GRUNDeinkommen, in gleicher Höhe für jeden - hatten wir das nicht schon mal unter dem namen "kommunismus"? das ergebnis davon ist wohl bekannt...

Wer mehr will (Auto, Haus, Reisen etc.) sucht sich einen Job...
ach ja. so funktioniert die wirtschaft? wer finanziert das system? danke. setzen.

Gschisti Gschasti
 
24.04.2009 09:04
wer finanziert das system?

Na wer finanziert denn bis jetzt AMS und Sozialamt?

man müsste das Geld nur "umschichten"..

tiqui taca
24.04.2009 12:23
hängt davon ab was sie unter system verstehen

ich meinte das wirtschaftssystem - und das ist kaum von einer staatlichen einrichtung ab.

ad. umschichten - wohin in eine neue organisation? sehr sinnig. ist doch egal ob a od. b das geld verwaltet.

ich bin für abschaffung des arbeitslosengeldes. in ländern wo es das nicht gibt, sind leute wesentlich motivierter einen job zu finden ;)

Michael B
23.04.2009 17:45
Auch in den kurzen Zeiten der besseren Konjunktur hat das AMS kaum Stellen vermitteln können.

Dazu ist es schon von seiner Struktur her nicht in der Lage. Zu unflexibel und organisiert wie ein Kleinbetrieb aus den Siebzigerjahren.
Aber in seiner Verzweiflung steckt der Staat Geld in dieses bodenlose Fass, weil ihm halt auch nichts anderes einfällt.
Bemerkt denn niemand, daß die Summe der ausgezahlten Arbeitslosengelder nicht einmal die Hälfte der Gesamtkosten des Systems ausmacht?

lafayette01
24.04.2009 09:11
selbstinitiative sollte auch vorhanden sein.

Michael B
26.04.2009 21:26
Stimmt. Aber dafür braucht es keinen Moloch "AMS".

tiqui taca
24.04.2009 00:34

woher haben sie ihr insiderwissen? die realität schaut wohl anders aus. ansonsten hätten wir seit jahren schon katastrophale arbeitslosenzahlen...

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