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Standard: Sie sind ja schon ein Zeiterl dabei, aber mit Jack Johnson hatten Sie nicht mehr viel zu tun.
Bergmann: Da soll man sich nicht täuschen. Es gab die Serie "The greatest fights of the century" , da haben Teddy Podgorski und ich viel aus den Archiven geholt, auch Jack-Johnson-Kämpfe.
Standard: Was bedeutete 1908 der erste schwarze Weltmeister?
Bergmann: Der Champ kam von seiner Bedeutung her gleich nach dem US-Präsidenten. Das weiße Amerika war also völlig verzweifelt. Und er war natürlich ein Provokateur. Am Ende hat er sich hingelegt, damit sie ihn nicht umbringen.
Standard: Den letzten Kampf hat er absichtlich verloren?
Bergmann: Davon bin ich überzeugt. Plötzlich ist er auf dem Rücken gelegen. Das war wohl die erste große Schiebung im Boxen.
Standard: Was sagen Sie dazu, dass man Johnson rehabilitieren will?
Bergmann: Das ist sicher gut. Wichtig war aber auch schon 1954 seine Aufnahme in die "Hall of Fame" .
Standard: Momentan gibt es vier große Verbände, aber nicht einen schwarzen Weltmeister.
Bergmann: Die Amerikaner haben derzeit eine miese Boxschule. Alle sollen sofort Profi werden. Dabei haben ihre größten Boxer ihr Handwerk als Amateure gelernt. (fri, DER STANDARD Printausgabe, 22.4.2009)
ZUR PERSON:Sigi Bergmann (71), bis 2000 ORF-Angestellter. Freier Journalist. 19 Olympia-Teilnahmen.
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...aber ich habe einige fragen: warum macht es fuer einen unterschied, ob jemand als amateur oder als profi boxt? was ist der nachteil einer profi liga gegenueber einem amateur system? ist es nicht auch so, dass die allgemein besseren lebensumstaende der letzten jahre viel vom 'drive' der boxer weggenomen haben? vielleicht ist jemand kundig und kann mich aufklaeren - dank im voraus :-)
du hast kürzere kämpfe, die gegner sind idr ziemlich gleichwertig. als amateur boxt du auch mit kopfschutz.
es ist also im sinne der ausbildung besser, länger als amateur zu boxen.
Beispiel für "schlechtes" Matchmaking des Managements: u.a Hans Orsolics dessen als "Vorbereitung" für den WM-Kampf geplanter Fight Eddie Perkins, der seiner Karriere-abgesehen von Orsolics Alkoholproblemen-einen schweren Knick gab.
"gutes" Machtmaking: Valujev.Sein Management meidet Klitschkos und Valujev konnte unter anderem deshalb das beste aus seine körperlichen Veranlagung machen - trotz technischer Defizite.
Zu Beachten ist ausserdem, dass vor allem das Schwergewicht am lukrativsten ist und viele durch zulegen von Masse dorthin zu gelangen versuchen - und dabei die Kampftechnik und -taktik vernachlässigen müssen.
ja, masse ist nicht alles. aus meiner sicht machen auch die vier 'verfeindeten' boxverbaende den sport kaputt. sportereignisse, die ein einheitliches management haben (fifa, fia, oc...) dominieren inzwischen die sportwelt.
das mit fehlendem "drive" kann schon sein.
Wichtiger ist meiner Ansicht nach folgendes:
Als Amateur nimmt ein Boxer auch an Wettkämpfen teil und versucht Turniere zu gewinnen.
Die vielen die zu früh Profi werden, laufen allerdings Gefahr durch zu früh angesetzte Kämpfe gegen zu schwere Gegner zu verlieren - weil als Profi dann das Geldverdienen im Vordergrund steht und das Management schon zu viel und der Trainer zu wenig mitzureden hat.
Wenn ein super Talent zu früh Profi wird, dann steigt er zwar durch gutes "Matchmaking" schnell auf, aber kann sich meist nicht oben halten, da das allgemeine technische "Feintuning" meist zugunsten der Vorbereitung auf den nächsten Gegner vernachlässigt wird.
Unvorbereitet ist ein wenig übertrieben.Aber als Profi können sich die Boxer eine-vielleicht lehrreiche-Niederlage nicht mehr so leisten. Siehe Kampfstatistik. Bei den meisten wird darauf geachtet, dass sie während ihres Aufstieges möglichst keine Niederlagen im Fightrecord haben.Ausserdem wird durchs Rauftrainieren in höhere Gewichtsklassen auch das Verletzungsrisiko höher.Ein bischen besser ist's derzeit in Europa wo auch Mittelgewichtler bekannt sind(Sturm,Abraham). Aber auch hier kennt die breite Masse höchstens die Weltmeister.abraham ist ein gutes Beispiel dafür, dass er durch eine gute Amateurlaufbahn auch mit einem nicht perfekten Kampfstil das beste draus gmacht hat-er ist relativ viel hinter der Doppeldeckung-es ist halt sein Stil
da war auch ein problem, dass seine gegner ihn gut analysiert und darauf hintrainiert hatten.
Harry geier liess nach einem Schlag eine Hand (welche weiss ich nicht mehr) leicht hängen und der Gegner war derart gut darauf eingestellt und nützte seine Chance so gut, dass der Kampf nach 17 Sekunden vorbei war.
Sein Gegner war allerdings in seiner Gewichtsklasse für seine gute Schlagkraft bekannt.
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