USA machen Druck auf Türkei

14. März 2003, 09:41
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Bush bittet Erdogan um Öffnung von türkischem Luftraum - Erdogan habe sich zunächst nicht festlegen wollen: Entscheidung von Parlament und Regierung

Ankara/Washington - Bei ihren Vorbereitungen für einen Krieg im Irak halten die USA ihren Druck auf die Türkei weiter aufrecht. Nach türkischen Medienberichten vom Freitag bat US-Präsident George W. Bush den neuen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan offiziell um die Öffnung des türkischen Luftraumes für US-Flugzeuge auf dem Weg in den Irak. Die Anfrage wurde Erdogan am Donnerstag vom US-Botschafter in Ankara, Robert Pearson, überbracht, wie die Zeitungen "Radikal" und "Milliyet" übereinstimmend berichteten.

Bitte um Zugeständnisse der Türkei bei Stationierung von Militär

Der nach seinem Sieg bei einer Parlamentsnachwahl vom vergangenen Sonntag ernannte Ministerpräsident habe sich zunächst nicht festlegen wollen. Die neue Regierung und das Parlament würden in der Frage entscheiden, zitierte die türkische Presse Erdogan, der die Regierungsbildung noch nicht abgeschlossen hat.

US-Regierungsmitarbeiter hatten zuvor mitgeteilt, Bush habe Erdogan am Donnerstag in einem Brief in der Frage der Stationierung von US-Truppen um Zugeständnisse gebeten. Am selben Tag habe auch US-Vizepräsident Dick Cheney mit dem Regierungschef telefoniert. Die USA wollen bei einem möglichen Krieg gegen den Irak von der Türkei aus eine Nordfront eröffnen. Das Parlament in Ankara hatte Anfang Februar der US-Armee die Modernisierung der Militäranlagen zur Vorbereitung eines möglichen Krieges gegen den Irak erlaubt, sich Anfang März aber überraschend gegen die geplante Stationierung von 62.000 US-Soldaten in der Türkei ausgesprochen.

Nach türkischen Presseberichten wartet Erdogan eine Abstimmung im UNO-Sicherheitsrat ab, ehe er das Parlament neuerlich mit der Frage des amerikanischen Truppenaufmarsches befassen will. (APA)

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    montage: derstandard.at / foto: photodisc
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