Argument mit Blitz und Donner

Alan Parkers "The Life of David Gale"

Die Fälle können gar nicht spektakulär genug sein, wenn Alan Parker einen Film mit Botschaft dreht: unmenschliche Bedingungen in Gefängnissen (Midnight Express), der Ku-Klux-Clan (Mississippi Burning) oder nun in The Life of David Gale die Todesstrafe. Wieder einmal ist jedes inszenatorische Mittel recht, um sein Argument eindeutig zu machen.

Das sieht dann ungefähr so aus: vor jeder Rückblende ein kleines visuelles Gewitter, in dem Karten aufblitzen, auf denen große Wörter wie Schmerz, Mord oder Ehre stehen. Danach verfolgen wir David Gales (Kevin Spacey) Absturz mit, wie er sich als Uniprofessor von einer Studentin am Klo verführen lässt, die ihn dann der Vergewaltigung bezichtigt. Wie er seine Familie verliert und zuletzt als Mörder seiner besten Freundin (Laura Linney) - mit der er ironischerweise gegen die Todesstrafe vorging - zum Tode verurteilt wird.

Bitsey Bloom (Kate Winslet), Reporterin des "News"-Magazins (!), hat eine Woche vor der Hinrichtung das letzte Interview (!!) ergattert. Natürlich glaubt sie an Gales Unschuld. Der Rest des Films ist ein Recherche-Krimi. Seine eigentliche Aussage aber ist, dass die richtigen Fundamentalisten die Todesstrafengegner sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.3.2003)

Von Dominik Kamalzadeh
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