Wolford wieder in der Gewinnzone

13. März 2003, 14:23
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Bregenzer Strumpfhersteller nach drei Quartalen in den schwarzen Zahlen - Auch im Gesamtjahr positives Ergebnis erwartet

Bregenz - Mit Wolford geht es wieder aufwärts: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2002/03 (Ende April) drehte der börsenotierte Bregenzer Strumpf- und Body-Hersteller das Ergebnis nach Steuern von minus 2,7 Mio. Euro auf plus 0,7 Mio. Euro in die Gewinnzone. Kosteneinsparungen hätten Früchte getragen, teilte Wolford am Donnerstag mit.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) wies einen Gewinn von 1,1 Mio. Euro aus, nach einem Verlust von 2,8 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT), in der Vorjahresperiode ausgeglichen, konnte auf 2,6 Mio. Euro verbessert werden.

Umsatzrückgang

Wie bereits berichtet lag der Umsatz in den ersten drei Quartalen mit 98,8 Mio. Euro um 6,6 Prozent unter dem Vorjahreswert von 105,9 Mio. Euro. Neben der Konsumflaute war dafür auch die Schließung unrentabler Standorte verantwortlich.

Positives Ergebnis im Gesamtjahr erwartet

Für das Gesamtjahr stellt der Vorstand ein positives Ergebnis auf EBIT-Basis in Aussicht. Das laufende vierte Quartal ist laut Wolford traditionell ein schwächeres. Der Umsatzrückgang sollte im Gesamtjahr in der bereits gesehenen Bandbreite von etwa 7 Prozent bleiben. Aus heutiger Sicht sei jedoch eine klare Prognose auf Grund der weltpolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten nicht zu treffen, wie es weiter hieß.

Im Geschäftsjahr 2001/02 war Wolford unter anderem wegen hoher Sanierungskosten tief in die Verlustzone gerutscht. Das Ergebnis vor Steuern war damals von plus 286.000 Euro auf minus 5,84 Mio. Euro abgesackt.

Humer: Ergebnis noch zu schwach

Vorstandsvorsitzender Fritz Humer sieht Wolford nach dem Verlustjahr 2002 "auf gutem Weg", das Wirtschaftsjahr 2002/03 positiv abzuschließen. Unter der Voraussetzung, dass das vierte Quartal nicht schlechter wird als die bisherigen Quartale gelaufen sind, könnte die Gruppe im Ergebnis nicht nur operativ, sondern auch nach Zinsen und Steuern wieder schwarze Zahlen schreiben. Das sagte Humer am Donnerstag zur APA. Im Geschäftsjahr 2001/02 hatte der Jahresverlust 4,6 Mio. Euro betragen.

Die Aktionäre werden allerdings auch für 2002/03 voraussichtlich auf eine Dividende verzichten müssen. Humer sagte dazu: "Wir müssen unsere Dividenden erst verdienen. Im Vergleich zu den besten Jahren der Gruppe wird das Ergebnis dieses Jahres noch zu schwach sein."

Personalabbau nicht ausgeschlossen

Auf der Personalseite hat Wolford in den ersten drei Quartalen den Sparstift kräftig angesetzt. Von den 1.937 Mitarbeitern, die noch Ende Jänner 2002 unter Vertrag gestanden waren, wurden binnen Jahresfrist 233 abgebaut. Die Belegschaft ist damit um mehr als ein Zehntel geschrumpft. Zuletzt waren in der Wolford-Gruppe 1.704 Arbeitnehmer beschäftigt.

Ein weiterer Personalabbau sei nicht ausgeschlossen, Humer betonte heute aber erneut, die wesentlichen Schritte seien getan.

Nach dem Sparkurs habe man im Unternehmen nun wieder eine "klare, saubere Rechnung", sagte der Wolford-Chef weiter. In Fernost, wo Wolford laut Humer die größten Probleme hatte, sei es "gelungen, den Cash-Abgang zu stoppen".

Weltweit zählt Wolford derzeit 250 Boutiquen, davon 50 eigene und 200 Partner-Boutiquen. Vor wenigen Wochen wurde in der spanischen Hauptstadt Madrid erstmals eine eigene Boutique eröffnet. (APA)

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    Nach Kosteneinsparungen wieder im Plus: Wolford.

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