Rekordjahr für Kfz-Leasing

12. März 2003, 14:58
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Volumen stieg 2002 um 5,7 Prozent - Boom setzt sich angesichts restriktiver Kredit-Vergabe und fataler Börsensituation fort

Wien - Das Leasing-Geschäft hat sich in Österreich auch 2002 gut entwickelt. Das Neugeschäftsvolumen erhöhte sich um 5,7 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro, teilte der Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften (VÖL) am Mittwoch mit. Die inländischen Bruttoinvestitionen gingen 2002 zwischen 3,3 und 3,9 Prozent zurück, die Ausrüstungsinvestitionen um rund 5 bis 8 Prozent. Die Erwartungen für heuer seien vorsichtig optimistisch. Auf Grund der zu erwartenden Nachzieheffekte bei den Ausrüstungsinvestitionen sollte es vor allem im Mobilien-Leasing zu einer deutlichen Belebung des Marktes kommen.

Der Leasingbestand belief sich Ende 2002 auf 15,2 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 3,5 Prozent. Als wichtigste Gründe für den anhaltenden Leasingboom in Österreich führt der Verband die neuen Eigenmittelvorschriften für Banken (Basel II), den Ausfall der Börsen als Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung sowie die restriktivere Kreditvergabe der Banken an.

Das Auslandsgeschäft der heimischen Leasing-Gesellschaften konnte vor allem in Mittelosteuropa stark zulegen. Das Neugeschäft der Auslandstöchter insgesamt stieg 2002 um rund 32 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Das Neuvolumen im Cross-Border-Leasing belief sich auf 350 Mio. Euro.

Im Inland wurde im Kfz-Leasing trotz eines 5-prozentigen Minus bei den Neuzulassungen ein Rekordjahr verzeichnet. Das Neugeschäft wuchs um 3,7 Prozent auf einen Rekord von 2,2 Mrd. Euro. Der Bestand übertraf erstmals die 4,5 Mrd. Euro-Grenze. Die Kfz-Leasingquote belief sich auf 35 Prozent. Vor allem bei den Privatkunden findet das Kfz-Leasing immer mehr Anklang, das Plus lag bei 9 Prozent. Das Kommerzgeschäft stagnierte dagegen 2002.

Bei den Vertriebswegen war der Autohandel mit einem Plus von 10,7 Prozent der große Gewinner. Im Direktverkauf gab es einen leichten Zuwachs von 1,3 Prozent. Als Vertriebsweg verloren haben dagegen, Kreditinstitute (minus 5,3 Prozent), Versicherungen (minus 16,3 Prozent) und Internet (minus 49,5 Prozent).

Im Immobilien-Leasing konnte mit einem Plus von 23,6 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro ebenfalls ein historischer Rekordwert erzielt werden. Der Bestand erreichte mit 8,6 Mrd. Euro (plus 6 Prozent) ebenfalls eine neue Höchstmarke. Bei neu abgeschlossenen Verträgen sei ein deutlicher Trend zu einer längeren Vertragsdauer zwischen neun und zwanzig Jahren feststellbar. Mehr als verfünffacht habe sich die Zahl der Leasingfinanzierungen bei Industriegebäuden. Ein kräftiges Plus wiesen auch Gebäude für Gewerbe und Handel (plus 23 Prozent) sowie Hotel- und Freizeitgebäude (plus 54 Prozent) auf. Einen Einbruch von 40 Prozent gab es dagegen bei Bürogebäuden.

Im Mobilien-Leasing war das Neugeschäft erstmals seit vielen Jahren rückläufig. Das Volumen sank um knapp 10 Prozent auf 820 Mio. Euro. Verantwortlich dafür ist vor allem das Geschäft mit Flugzeugen, das um 105 Mio. Euro auf 11 Mio. Euro einbrach. Bei Maschinen und Industrieanlagen hingegen gab es dagegen ein Plus von 15,6 Prozent auf 357 Mio. Euro.

Das Neugeschäft bei Fuhrparkmanagement konnte 2002 um 19,5 Prozent auf 201,6 Mio. Euro gesteigert werden. (APA)

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    montage: derstandard.at
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