

Die Sendereihe derStand.punkt ist eine gemeinsame Produktion von OKTO und derStandard.at
Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Und dennoch leben eine Million Menschen trotz Erwerbstätigkeit an oder unter der Armutsgefährdungsschwelle. Fast eine halbe Million Menschen leben in manifester Armut. "Ist etwas faul im Sozialstaate Österreich?" Diese Fragen stellten sich Moderatorin Anita Zielina und ihre Gäste bei der dritten Diskussionsrunde von derStand.punkt auf okto und derStandard.at.
Martin Schenk, Sozialexperte der Armutskonferenz, bemerkte eine zunehmende Verunsicherung der Menschen durch die Wirtschaftskrise, stellt aber auch fest, dass bereits in den letzten Jahren die Anzahl der Menschen in prekären wirtschaftlichen Situationen zunehmend ist. Seit Ende der 90er-Jahre sei zu beobachten, dass höhere Bildung nicht unbedingt ein Garant für stabile wirtschaftliche Lebensumstände sei.
Alleinerzieherinnen, MigrantInnen
Die Gruppen, die allerdings am stärksten an Armut leiden, seien nach wie vor Alleinerzieherinnen, MigrantInnen und weniger Gebildete, weiß Verena Fabris, Sozialexpertin der Volkshilfe Österreich. Sie plädiert dafür, vor allem in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht auf die Ärmsten zu vergessen, und die Idee der "Sozialmilliarde" wieder aufzugreifen.
Armut sei aber nicht nur ein wirtschaftlich, sondern auch ein soziales Problem. In "Leistungsgesellschaften" würden arme Menschen als Versager stigmatisiert. "Man darf in Österreich alles sein, nur nicht arm", zitiert die Moderatorin Zielina eine Frau, die sie gerne als Betroffene in der Sendung zu Wort kommen lassen hätte, die aber aus Scham nicht öffentlich auftreten wollte. Armut als Tabu.
Grundsicherung nötig
Martin Haiderer, Geschäftsführer der Wiener Tafel, sieht einen Lösungsansatz in der Verstärkung von Bildungsmaßnahmen und Frühförderung, was vor allem auch der Gruppe der MigrantInnen zugute kommen könnte. Auch in zweiter und dritter Generation blieben sie nämlich nach wie vor eine gefährdete Gruppe.
Für eine Grundsicherung traten alle Diskutierenden ein. Einig war man sich auch darin, dass die Regierung Geld in die Hand nehmen müsse, "für diejenigen Gruppen, die in den bisherigen Konjunkturpaketen bisher einfach vergessen wurden." (red)
Info
Die crossmediale Co-Produktion derStand.punkt ist zeitgleich auf
Okto und derStandard.at zu verfolgen sein. Meinungen und Kommentare,
die während der Sendung auf derStandard.at gepostet werden, sind live
während der Sendung eingeblendet.
derStand.punkt wird jeden vierten Montag im Monat, jeweils um 20.30 Uhr, live auf derStandard.at und Okto zu sehen sein, bei der Moderation wechseln sich Manuela Honsig-Erlenburg und Anita Zielina ab.
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ich möchte bitte daran erinnern, dass armut nix mit arbeislosigkeit zu tun haben muss... armut trotz arbeit und sich eine soziale integration "nicht mehr leisten können" sind keine seltenheit mehr... und auch ein dickes minus am konto kann trotz gehaltscheck den kühlschrank leer halten... und wenn die alle in einer statistik auftauchen würden... die waagschale zeigt gen' süden.
Wenn ich da so lese, was gepostet wird, möcht ich gleich Auswandern.
Oder viel schlimmeres wird passieren!
Manche sollten sich ihre eigene Armutsdefinition überlegen:
Geld entspricht nicht Reichtum!
Ich würd vielen Postern gern 1 000 000 000 schenken:
Reich wären die in meinen Augen dann trotzdem nicht!
... die zu blöd zum selber denken sind.
mit 1000 euro im monat ist man arm. punkt.
da gibts nix zu diskutieren oder herumzumeckern von wegen sozialschmarotzer, etc.
miete 400 euro
gas/strom 100 euro
fressen 250 euro
investitionsrücklage für möbel,zähne,etc 100 euro
da ist noch kein auto oder soziales leben dabei.
wenn irgendwer jetzt noch immer irgendwelche iditotischen argumente anbringen möchte dann bitte - manche verstehens wohl nie!
...für 400EUR Miete wohnen, da brauch ich aber keine 100 für Gas und Strom. Monatliche Stromrechnung sind 18EUR, Heizung/Warmwasser 30EUR in meiner 40sqm.
Dafür ist "Fressen" mit 250 eher konservativ.
Trotzdem geht sichs nach ihrer Definition aus, bleiben noch 150EUR im Monat, das reicht für Handy, Internet, öffentlichen Verkehr und bissi Taschengeld.
Sobald zwei Leute sich eine Miete teilen, wirds mit 1000 sogar recht akzeptabel.
Ein "armer" Kerl:
http://www.youtube.com/watch?v=8... re=related
Sodann sollte man die Sozialtransfers (äh welche meinen Sie?) an einen menschenwürdigen Standard, d.h. einen Grundeinkommen, und an andere in der EU anpassen.
(Aber das interessiert selbst in normalen Zeiten in diesem Lande keinen. Hauptsache keine Vermögenssteuer, Stiftungen u.a.)
haben sie mehr gebracht als sie kosteten für Staat....Jedoch im Folge die Abwanderung von Betrieben,und Wirtschaftskriese (weniger Aufträge bei Produktion und Bau!) allererst und härtesten diese Gruppe wurde von Arbeitslosigkeit betroffen... mit Folge steigende Armut.
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