Polizei erschießt drei Ausländer

Boliviens Präsident warnt vor Umsturzplänen

21. April 2009 15:41

Morales: Festgenommene Söldner planten Anschläge auf die bolivianische Demokratie und Staatseinheit

La Paz/Zagreb - Nach dem Auffliegen von angeblichen Attentatsplänen gegen ihn warnt der Boliviens Präsident Evo Morales vor  europäischen Söldnern, die einen Umsturz im Land planen sollen. Eine Gruppe aus kroatischen, ungarischen, irischen, rumänischen und einheimischen Terroristen habe einen Anschlag gegen ihn geplant, sagte Morales nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur AIB am Montag bei einer Armeeveranstaltung in La Paz. Das Komplott war vorige Woche aufgeflogen.

Opposition droht mit Abspaltung

Der Präsident liefert sich seit Monaten einen Machtkampf mit der vor allem im Flachland des Westen verankerten und von wohlhabenden Weißen getragene Opposition. Sie wehrt sich gegen die von Morales betriebene Stärkung der Rechte der indigenen Bevölkerung und droht mit einer Abspaltung der von ihr kontrollierten Landesteile.

Morales appellierte bei der Armeeveranstaltung am Montag an die Soldaten, sich entschlossen gegen "die bewaffneten, gewaltsamen und antidemokratischen Ausländer" zu stellen, die Anschläge auf die bolivianische Demokratie und Staatseinheit planten. Er rief die Bolivianer auf, mögliche ausländische Umstürzler "zu denunzieren". Vizepräsident Alvaro Garcia Linera sagte, dass bei der Polizeiaktion in der Vorwoche erst "ein Tentakel des Tintenfischs abgeschnitten" worden sei.

Oppositionsführer hat kroatischen Pass

Die scharfen Aussagen der bolivianischen Führung nährten unter Einwanderern die Furcht vor einer Hexenjagd auf angebliche europäische "Terroristen" im Andenland. Besonders groß ist die Unruhe unter den in Bolivien lebenden Kroaten. Der Anführer der Oppositionsbewegung gegen Präsident Morales, Branco Marinkovic, hat nämlich einen kroatischen Pass - so wie die Mehrzahl der vorige Woche festgenommenen bzw. getöteten mutmaßlichen Terroristen.

Drei Mitglieder der angeblichen Terrorgruppe wurden nach der Explosion eines Sprengsatzes in einem Hotel in der Oppositionshochburg Santa Cruz bei einem Feuergefecht mit Sicherheitskräften getötet. Es handelte sich dabei um den Ungarn Mayarosi Ariad, den Iren mit kroatischem Pass Dwyer Michael Martin und den Bolivianer Rozsa Flores, der ebenfalls kroatischer und ungarischer Staatsbürger war. Der Bolivianer mit kroatischer Staatsbürgerschaft Mario Fardig (bzw. Tadic) Astorga und der Ungar Elöd Toaso überlebten die Schießerei und sitzen seitdem in einem Gefängnis in La Paz.

Geständnisse

Fardig, ein Mitglied der bolivianischen Streitkräfte, wurde laut AIB in der kroatischen Armee ausgebildet, in der auch Rozsa während der Balkan-Kriege Anfang der 1990er Jahre kämpfte. Fardig und Toaso sollen die Beteiligung an weiteren Terroranschlägen - etwa auf die Residenz des bolivianischen Vizeministers Saul Avalos im März und den katholischen Geistlichen Julio Terrazas am vergangenen Mittwoch - zugegeben haben.

In Zagreb werden die Vorgänge in Bolivien mit Sorge verfolgt. Die in Bolivien lebenden Kroaten seien von der Regierung als Extremisten und Faschisten gebrandmarkt worden, schreibt die Tageszeitung "Jutarnji list" am Dienstag. Das kroatische Außenministerium teilte mit, dass es vorerst keine Anzeichen für einen verstärkten Druck auf die kroatische Gemeinschaft in Bolivien gebe. Man habe aber die für Bolivien zuständige kroatische Botschafterin in Chile, Vesna Terzic, zu Beratungen nach Zagreb gerufen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Schillernde Persönlichkeit

Einer der Getöteten beschäftigte am Freitag die ungarische Presse: der in 1960 in Santa Cruz als Sohn einer spanischen Mutter und eines ungarischen Vaters geborene Rosza Flores ist eine schillernde Persönlichkeit.  Er spielte 2001 die Hauptrolle im ungarischen Film "Chico", bezeichnete sich selbst als "konservativ-anarchistischen Weltrevolutionär" und kämpfte als Söldner auf der Seite Kroatiens in den Balkankriegen. Ex-Präsident Franjo Tudjman beförderte ihn wegen seiner "Heldentaten" zum Major.

Im Jahr 2003 war er Sprecher der selbsternannten "Unabhängigen Regierung des Irak" und später stellvertretender Vorsitzender der Ungarischen Islamischen Gemeinschaft. Sein Name tauchte immer wieder im Zusammenhang mit ungarischen Rechtsextremisten auf. Auf der Webseite der rechtsextremen Jobbik-Partei war am Freitagmorgen ein (mittlerweile gelöschter) Nachruf zu lesen, in dem neben einem Foto Rózsa Flores´ "Er starb für sein Vaterland" stand. (red/Reuters/APA)

 

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Servus nach Österreich
08.05.2009 15:00
interessantes porträt im profil

http://www.profil.at/articles/... nwanderers

Der letzte Revoluzzer

Eduardo Rozsa-Flores:
Tod eines schillernden Weltenwanderers

Flat Decider™
29.04.2009 17:42
ein paar hintergründe in de ny times

http://www.nytimes.com/2009/04/2... livia.html

"... explaining in a television interview last year with a Hungarian journalist that he was moving to Bolivia to organize a militia.

“There is a need for weapons,” he said in the interview, which was broadcast for the first time in Hungary last week after his killing, “so it isn’t about the boys marching in the streets with flags and bamboo sticks.”

Mr. Rozsa Flores went further in the interview, saying his goal was not toppling Mr. Morales, but achieving autonomy for Santa Cruz, Bolivia’s wealthiest department, or province. Envisioning a clash with La Paz over this issue, he nonchalantly described his goal as “declaring independence and creating a new country.” "

Horst Holger
22.04.2009 23:58
alle wollen dem Evo und Chavez was antun..

oder war es her andersrum: die Beiden tun anderen Böses: Acusarán a Evo Morales por delitos de Lesa Humanidad

http://www.unoamerica.org/unoPAG/no... php?id=345

Der Evo lernt schnell von seinem Herrchen...

Nowotila
29.04.2009 11:32
Tja Horsti,

hat leider nicht geklappt mit euren gedungenen Leuten.

Vielleicht solltet ihr mehr Geld ausgeben für professionelleres Personal, Geld genug habt ihr euch doch zusammengestohlen die letzten Jahrzehnte.

napfiatgott
26.04.2009 22:39
Geh Horsti

lassen Sie ihren Frust woanders aus, aber nicht in diesem Forum

Horst Holger
27.04.2009 21:40
Danke für die tolle Antwort auch an die weiter unten stehenden GG22 und willie

sowie die Nörglerin (wo war die eigentlich die ganze Zeit, hab sie vermisst ;-)
warum hab ich wohl nix anderes erwartet? Na wenigstens habt ihr euch gegenseitig fleissig grüne Stricherls reingeklickt. Subbr!

napfiatgott
28.04.2009 14:49
Wie man in den Wald hineinschreit...

...so hallt es wider.
Ihre primitive Linksrechtspolemik nötigt selbst Menschen mit Contenance, sich auf Ihr Niveau herabzulassen. Darauf zu pochen, dass die eigene Meinung gehört wird, allen anderen aber die Kapazität der Auseinandersetzung mit einem Thema abzusprechen zeugt von subjektiver Frustration. Sie haben Ihre 2 Duzend Dreschphrasen die Sie zu jeder Gelegenheit zu den Schlagworten "links, Chavez/ Morales/Correa/Ortega/Castro+Länder, Uribe, Kommunismus etc. loslassen. Cooles System für Leute die davon überzeugt sind, dass reaktionäre Verhaltensmuster was mit Zukunft zu tun haben. Und eins kann ich mir nicht verkneifen: Fahren Sie lieber mal nach Lateinamerika, bevor Sie wieder posten

GG22
24.04.2009 16:52

Sie sind schon etwas peinlich.
Gut, daß Leute wie Sie in Bolivien nichts mehr zu sagen haben.
Leute wie Sie haben die letzten 400 Jahre dort genug Elend verursacht.
Schämen Sie sich.

William Blake II
23.04.2009 08:15
ich glaube eher Sie hoffen, dass endlich rechte

paramilitärs chavez und morales töten. das ist die gute alte "problemlösung" für leute wie Sie, oder? so wird man linke politiker los, die beim volk beliebt und bei den eliten verhasst sind. denn dass diese politiker vom volk gewählt sind reicht Ihnen nicht als legitimation, das waren ja alles manipulierte/erkaufte wahlen blabla blubb.

Elisabeth Nöllinger
 
23.04.2009 14:07
Danke. Dem Reaktionär HH wäre jedes Mittel recht, soviel ist gewiss.

Com Pirx
26.05.2009 23:48

Iwo, jetzt wo die Generäle hinter Morales stehen, muss er nur noch aufpassen, dass deren Gewehre nicht zu früh losgehen.

Mostbluzer
21.04.2009 16:35
und ich dachte nach dem amerika gipfel

dass obama seinen hinterhof in ruhe lässt ...

ich würde flugzeuge meiden in nächster zeit ...
viele linke revoluzzer sind einfach "abgestürzt",
ob da die hitmen zugeschlagen haben ???

na die russen und chinesen werden morales nichts antun wollen, ...

K R
07.12.2009 14:38
glauben sie, die CIA fragt den präsidenten vorher ???


naiv

Def. Izit
22.04.2009 10:51
Söldner kann jeder anheuern, der Geld hat


Sogar Putsche lassen sich mit Geld bestellen
Siehe ITT-Chile 9/11/1973

K R
07.12.2009 14:39
chile war nicnht von "jedem" initiiert, sondern von der amerikanischen regierung

Ernst Guevara
18.04.2009 19:17
vielleicht nicht unwesentliche details, die man hier nicht erfährt...

"Unterdessen sprach ein Vertreter der rechten Opposition, der Gouverneur der Provinz Santa Cruz, Rubén Costas, mit Blick auf die Polizeioperation von einer “Show, um den vorherigen Erklärungen des Präsidenten Glaubwürdigkeit zu verleihen.” .. Die Einschätzung von Rubén Costas ist auch deshalb ungewöhnlich, weil er selber nach Angaben der Regierung auf der Liste der möglichen Anschlagsziele steht. Kardinal Julio Terraza, dessen Haus gestern Ziel eines Bombenanschlags wurde, ist ebenfalls der Opposition zuzurechnen. Der Kardinal befand sich allerdings zum Zeitpunkt der Explosion nicht in dem Gebäude."

http://tinyurl.com/d8mcvn

Placebo
 
19.04.2009 05:31
Und dass das Haus des Kardinals in die Luft geht könnte der Opposition nicht auch mehr Glaubwürdigkeit verleihen?

dabeatl
21.04.2009 22:45
War das ein deutscher Satz?

Horst Holger
22.04.2009 23:59
sollen wir es Ihnen in Lautschrift nochmal schreiben?

;-)

Belibaste
18.04.2009 18:06
Anarchist

Ein islamischer (islamistischer?) linker, nationalistischer Rechtsextremist?

Placebo
 
19.04.2009 05:32
Islamisten und europäische Rechtsextremisten sind Brüder im Geiste. Die selben Ansichten, die selben Ziele.

Timagoras
 
19.04.2009 23:57
selten aber doch

treffen sogar Sie mal ins schwarze ;o)

el puño rojo
 
18.04.2009 17:50
Mutter Spanierin Vater Ungar

und der Sohn ein Moslem ?

Was die mit dem armen Kind aufgeführt haben müssen das es später zum Islam konvertiert ist wohl unvorstellbar .
Fragt sich nur wie er vorher "Marxist" sein konnte ?

Placebo
 
19.04.2009 05:33
Schicklgruber war zuerst auch nur Sozialist. Dann wurde er sehr national. Dann wars nich mehr weit zum Faschisten. Verkorkste Persönlichkeiten können alles zugleich sein. Strache will auch den Linken spielen und wird dabei immer nationaler. Danach...

yomellamo
18.04.2009 17:17
"konservativ-anarchistischen Weltrevolutionär"

eigentlich eine coole bezeichnung.

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