Mehr trinken, weniger sammeln

16. April 2009, 10:39
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    foto: reuters

    Top-Weine trinkt man lieber zu Hause als sie in Restaurants teuer zu bezahlen.

Ernüchterung in den Weinkellern? Nach Jahren mit Umsatzrekorden hat das En-Primeur-Segment zu kämpfen

Auf dem Sekundärmarkt ist die Nachfrage für Qualitätsweine dagegen ungebrochen.

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Es gab Zeiten, da galten edle Tropfen als konjunkturresistentes Investment. Fluchs lagerte man sich den 82er-Bordeaux nicht nur flaschen- oder magnum-, sondern kistenweise ein. Mit der Jahrtausendwende stieg die Nachfrage für Wein deutlich an, ab 2006 auch Dank kauf- und vor allem trinkfreudiger Asiaten und Russen.

Zeitgleich stellten einschlägige Fonds Renditen von bis zu 80 Prozent in Aussicht. Bloßes Genießen war gestern, als Investment lockt(e) eine vielversprechende Zukunft. Die Parker-Punktebesten (Parker-Punkte sind ein Qualitätskriterium, Anm.) avancierten zu einem Lifestyle-Accessoire, spekulatives Kapital aus den Finanzmärkten stillte den Durst darauf. Es folgte eine völlige Überhitzung des Primärmarktes und erste Wolkenformationen am Horizont waren die Konsequenz.

Die ersten Vorboten nisteten sich schon Monate vor dem Debakel auf den Finanzmärkten ein: Genannte Fonds revidierten ihre Gewinnprognosen bereits Mitte vergangenen Jahres nach unten, auf das Top-Segment spezialisierte Händler mussten plötzlich dreimal so hart schuften, um ein Drittel des 2007er-Umsatzes zu lukrieren. Dass die Kehlen gleichzeitig trocken bleiben, ist nur auf den ersten Blick paradox. Nicht nur, aber auch weil stets mehr gesammelt als getrunken wurde.

"En Primeur" nennt sich jenes Marktsegment, bei dem noch vor der Abfüllung und damit zwei Jahre vor der tatsächlichen Auslieferung Qualitätswein angekauft wird. "Nicht ohne Risiko aber zuletzt mit satten Gewinnen verbunden", bestätigt Ludwig Köstler, Inhaber der Vinothek St. Stephan, 1976 gegründet und damals die erste Wiens.

Für den 2005er-Jahrgang sei das spekulative Spiel mittlerweile gelaufen, der Jahrgang wird derzeit deutlich unter dem Eröffnungspreis gehandelt. Ein kalkuliertes Minus des ganz offensichtlich hochnervösen Großhandels, um - natürlich auf Gewinne hoffend - an Kapital für den nun anstehenden 2008er zu kommen.

Deutlich weniger betroffen scheint der Sekundärmarkt. Zwar verbuchten auch die beiden Auktionsgiganten Christie's (2007: 71,6 Mio Dollar; 2008: 50,6 Mio Dollar) und Sotheby's (2007: 49,2 Mio Dollar; 2008: 44,6 Mio Dollar) Rückgänge gegenüber den Rekordjahren, können aktuell aber kaum von mangelnder Nachfrage berichten.

Selbst in Hongkong läuft es seit der Aufhebung von Importbeschränkungen und hoher Steuern im Februar 2008 prächtig. Sotheby's gab hier am 4. April sein Debüt: Kein einziges der 750 angebotenen Lots blieb unverkauft, mit 6,4 Mio. Dollar (4,8 Mio. Euro) konnten die vorsichtigen Umsatzerwartungen mehr als verdoppelt werden. Auch in London und New York scheint der vielzitierte Einbruch mit Absatzquoten um die 95 Prozent weit entfernt. "Man flüchtet in handfeste Assets", vermutet David Elswood, Chefexperte bei Christie's. Ganz offensichtlich "genießt man exquisite Weine derzeit eher zu Hause als sie in Restaurants teuer zu bezahlen."

Eine überraschend ungebrochene Nachfrage bestätigt auch Serena Sutcliffe, Chefexpertin bei Sotheby's, vor allem im oberen Qualitätssegment und hier bei Bordeaux. Eine stattliche Preisentwicklung schaffte etwa der 82er Haut-Brion (zwölf Flaschen), von 240 Pfund über 682 (1990) und 1980 (2002) - der aktuelle Kurs lag Mitte März bei stolzen 8993 Pfund. (Olga Kronsteiner, Der Standard, Printausgabe 16.04.2009)

mwmb
00
23.4.2009, 01:14
Und pünktlich

Und pünktlich...
zur 2008 Bordeaux Subskription wieder ein Artikel über Weininvestment....
Leider wieder ohne die wichtigsten Fakten:
100% Totalverlust möglich (Konkurs des Händlers vor Auslieferung)
Kursverlust GBP im letzten Jahr (30%)
Erhebliche Nebenkosten und Risiken wie
Fachgerechte Lagerung Transport und Versicherung
Verkaufsgebühren, Betrügereien und Fälschungen.
Also eher doch nur für Profis....
Selbst Parker hat in letzter Zeit geirrt und einige höchstbewerteten Weine haben sich bereits vor der Zeit verabschiedet und sind somit wertlos.....
Trinken ist Vergnügen aber 100% Verlust

Mitleid mit allen die 2006 und 2007 ins Subskription gekauft haben und nicht zurückgeben können....

Zur Info
http://www.spiegel.de/wirtschaf...37,00.h

Com diu?
00
23.4.2009, 09:56
Keine gescheite Sekundärmarktrendite

sweet maker
 
00
21.4.2009, 15:12
die grossen chateaux haben schon reagiert

und haben die preise für die erste tranche fast halbiert. so gibt es für die 08´er wieder genug spekulationspotential. die besten 05´er sind kaum mehr zu haben, da in der kellern der weinkenner. der markt muss sich nun mit den überteuerten 06´ern und 07´ern herumschlagen.
so das war in 3 sätzen mehr info als vom standard.

Trage keine MBT Schuhe und mag keinen Bärlauch
11
17.4.2009, 13:32
dieser künstliche hype

um die franzosenweine wird auch zurückgehen. bei den italienern geht´s schon abwärts.

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