Das Geheimnis der Byssusfäden liegt im Metall

19. April 2009, 16:50
  • Artikelbild
    foto: apa/dpa

    Die Miesmuschel (Mytilus), ein interessantes Objekt für die Materialforschung

Forscher nehmen sich die Miesmuschel zum Vorbild, um neue Kleber zu entwickeln

Santa Barbara/Bremen - Kalifornischen Forschern ist es gelungen, das Geheimnis um die Widerstandskraft der Byssusfäden - das sind jene Fäden, mit denen sich Muscheln an Felsen haften - zu klären. Nach Angaben der Materialforscher um Herbert Waite von der University of California in Santa Barbara sind dafür Metalle verantwortlich, die diesen Fäden ihre unglaubliche Stärke verleihen. Die Erkenntnis soll dabei helfen, neue Werkstoffe für medizinische und industrielle Anwendungen zu konzipieren, die sich an den Byssusfäden orientieren.

Während viele Muschelarten nur als Jungtiere Byssus produzieren, gibt es einige, bei denen dies zeitlebens geschieht. So etwa die Miesmuschel, die in Kolonien an Felsen oder Pfählen in der Brandungszone leben. Am Ende des kräftigen Fußes der Muschel befindet sich die Byssusdrüse, die den Faden produziert. Mit diesem haften sich die Muscheln an Felsen, Pfähle oder auch Bauwerke. "Den Byssus kann man sich als ein Bündel extrakorporaler Sehnen vorstellen, die aus einer Drüse in der Nähe des Muschelfusses heraustreten. Er besteht aus der Adhäsionsplaque, der starren Faser und einer Schutzbeschichtung, die sich über seine gesamte Länge erstreckt", so Klaus Rischka vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, IFAM. Die Materialforscher in Bremen interessieren sich insbesondere für den Klebstoff des Byssus.

Suche nach neuem Kleber

"Der Byssus haftet zum Beispiel an Glas, Holz, Plexiglas, Teflon, Zähnen und Knochen", so der Forscher. Das mache ihn auch für die Wissenschaft so interessant. Die IFAM-Forscher haben wesentliche Strukturelemente aus dem Byssus entnommen, sie anschließend synthetisiert und dann mit bekannten Klebstoffen verbunden. "Wir sind daran interessiert Synergien aufzubauen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erhalten", so Rischka. "Im Rahmen des Miesmuschel-Projekts wird in einem interdisziplinären Forschungsvorhaben ein medizinischer Klebstoff entwickelt", erklärt der Wissenschaftler. "Weiterhin arbeiten wir zusammen mit Janak von Byern von der Universiät Wien an einem Sekret eines Salamanders, das auch interessante Klebeigenschaften besitzt."

Bisher haben die Forscher nur sehr wenig über die chemischen Mechanismen gewusst, die den Muscheln diese Fäden geben und die sowohl hart als auch dehnbar sind. In Versuchen konnten die kalifornischen Wissenschaftler nun nachweisen, dass beim Weglassen der Metalle Eisen und Kalzium aus der Byssus-Schutzschicht der Faden um die Hälfte weniger hart war. Das bedeutet, dass diese beiden Metalle eine Schlüsselrolle für die einzigartige Struktur spielen müssen. (pte)

Link
IFAM

autik
00
Soso

Ich wiell

Mescalito
03
19.4.2009, 17:29
Welche Eigenschaften hat er jetzt?

, der Byssusfaden: Stärke, Härte oder besondere Zugfestigkeit.
Der Artikel ist gefüllt mit Schlagwörtern, aber mehr als man mit freiem Auge auch empirisch feststellen kann, steht nicht drin.
"Bisher haben die Forscher nur sehr wenig über die chemischen Mechanismen gewusst, die den Muscheln diese Fäden geben und die sowohl hart als auch dehnbar sind"

Ich weiß jetzt auch nicht mehr, muß aus Interesse wieder mal selber Nachforschen!

city of dog
00
20.4.2009, 10:55
Chemische Mechanismen und Miesmuscheln:

Schauen sie mal da nach:
http://www.finestchef.com/Cozze%20M... rinara.htm

Da steht alles Wissenswerte über Miesmuscheln und chemische Mechanismen.


autik
00

nein

sturmy
00
19.4.2009, 17:42
die Überschrift hats in sich...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.