Über 100 Millionen US-Dollar sollen Kriminelle bereits lukriert haben
Mit so genannter Scareware haben Kriminelle einen neuen Weg gefunden, Computeranwendern Geld abzuknöpfen. In einem dafür typischen Szenario surft ein User eine harmlose Webseite im Internet an und wird plötzlich auf eine andere Seite geführt, die behauptet, Antivirensoftware zu verkaufen. Wenige Momente später wird ein (gefälschter) Scan nach Schadsoftware durchgeführt, die auch justament gefunden wird. Um das Problem zu lösen, müsse man gleich eine kostenpflichtige Antiviren-Software installieren. Im Schnitt verlangen die Abzocker 50 US-Dollar für den Download.
Was die Kunden dafür tatsächlich erhalten, ist eine Schadsoftware, die das System infiziert und im schlimmsten Fall auch noch Hintertüren für Hacker öffnen.
Big Business
Was als kleiner Nebenverdienst für Verbrecher begann, hat sich 2008 zum großen Geschäft entwickelt. Einem Bericht von Microsoft nach haben die Scareware-Infektionen im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres um fast 50 Prozent gegenüber den vorangegangenen sechs Monaten zugenommen. Insgesamt ist die Rede von 8 Millionen Infektionen, ein Programm allein fand 4,4 Millionen Opfer. Für 2009 wird ein weiterer Anstieg prognostiziert.
Wie das Wall Street Journal meldet, rechnet die US-Handelskommission Federal Trade Commission, dass die kriminellen Unternehmen über 100 Millionen US-Dollar durch den Verkauf der Schadsoftware lukriert haben.
Schutz
Nutzer können sich vor allem vor Scareware schützen, in dem sie unbekannten Aufforderungen durch Pop-ups nicht folgen. Auf bestehenden Virenschutzprogrammen sollten die Pop-up-Funktion für Warnhinweise abgeschaltet werden, um Verwechslungen vorzubeugen. (zw)