User fragen, derStandard.at antwortet

Wie schließt man ein Geheimgefängnis?

10. April 2009, 15:44
  • Artikelbild
    foto: epa/amnesty international

    Im Mai 2008 schockierte ein (gestellter) Film über die Foltertechnik Waterboarding Kinobesucher auf der ganzen Welt.

Wie wollen die USA das Ende der geheimen Gefangenenlager beweisen? Und: Was ist eigentlich Waterboarding? - derStandard.at hat nachgefragt

User Manfred Bieder fragt:
Die CIA kündigt an, Geheimgefängnisse schließen zu wollen und Waterboarding zu beenden. Dazu hätte ich zwei Fragen:
Wie kann man beweisen, dass Geheimgefängnisse geschlossen wurden, wenn sie doch geheim waren?
Und was genau ist unter "Waterboarding" zu verstehen und welche "Folter light" wird weiterhin angewandt werden?

derStandard.at antwortet:

Lieber Herr Bieder,

wir haben uns bei Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich für Sie schlau gemacht:

Diese Frage ist sehr berechtigt. Das ist eines der großen Probleme: wenn man anfängt, Geheimgefängnisse zu errichten, ist genau diese Frage sehr schwierig zu beantworten. Eine Hilfestellung bieten die Recherchearbeiten von nichtstaatlichen Organisationen, darunter Amnesty International, aus denen wir relativ viele dieser Orte kennen oder zumindest Hinweise darauf haben. Wenn alle uns bekannten Gefängnisse geschlossen werden, ist es relativ wahrscheinlich, dass damit auch eine weitestgehende Gesamtlösung gesichert ist. Eine wesentliche Hilfe wäre, wenn die zuständigen Minister der US- Regierung vorab und von sich aus eine Liste veröffentlichen würden, in dem alle Geheimgefängnisse der Bush-Ära verzeichnet sind. Aber nichts ist so geheim auf dieser Welt dass es nicht früher oder später bekannt wird.

Waterboarding ist eine Foltertechnik, bei der das Foltersubjekt typischerweise auf einem Brett gefesselt wird, mit dem Kopf leicht nach unten geneigt. Anschließend wird ein Tuch über das Gesicht gelegt und Wasser darüber gegossen. So entsteht ein Panik auslösender Eindruck des Erstickens und Ertrinkens. Die Haltung des Kopfes dient dazu, dass das Wasser nicht tatsächlich in die Lunge eindringt und diese Vernehmungstechnik möglichst lang fortgesetzt werden kann. Diese Methode entspricht der modernen Foltertechnik, die keine Spuren hinterlässt und dazu geeignet ist, den Betroffenen sehr rasch in völlige Verzweiflung zu treiben. Es gibt aber mittlerweile eine ganze Reihe anderer, so genannter „weißer" Foltermethoden, die schreckliche Schmerzen oder auch psychische Paniksituationen erzeugen und so weit entwickelt wurden, dass sie kaum oder keine Spuren hinterlassen. Zum Beispiel, indem man Betroffene über längere Zeit mit sehr lauter, möglichst unangenehmer Musik beschallt. Eine besonders perfide Foltermethode ist das so genannte „Airconditioning", wo Menschen alle paar Stunden in einen sehr heißen und dann wieder in einen sehr kalten Raum gebracht werden. So treibt man die Betroffenen schnell und meist ohne medizinische Spuren in psychische Ausnahmesituationen.

Präsident Obama hat sehr klar erlassen, dass diese Methoden nicht nur bei den Polizei- und Armeeeinheiten strikt verboten werden, sondern dass dieses Verbot auch für die Geheimdienste gilt. Wirklich zu messen sind die USA aber daran, wie sehr sie in Zukunft eisern darüber wachen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Wenn man glaubwürdig sein will, muss man aber die Praktiken der vergangenen Jahre aber vollständig aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. (red, derStandard.at, 10.4.2009)

Link:

Vanity Fair: US-Starjournalist Christopher Hitchens ließ für die Zeitschrift Vanity Fair Waterboarding über sich ergehen (mit Video)

Sie haben eine Frage, die wir für Sie beantworten sollen? Hier der Link!

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Posting 1 bis 25 von 43
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Griass Eich
00
"Wie schließt man ein Geheimgefängnis?"

Gar nicht!

Man behauptet einfach, dass man es geschlossen hätte!

Charles Duchemin
01
11.4.2009, 23:30
Die "sehr laute" Musik klingt erstmal gar nicht so schlimm,

aber in Verbindung mit dem, was "sensorische Deprivation" genannt wird, muss das die Hölle sein.

Hab das auch erst in dem sehr empfehlenswerten Buch von Naome Klein - die Schock Strategie, gelesen.

Und die schließung von "geheimen" Geheimgefängnissen ist natürlich ein schlechter Witz.

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
00
11.4.2009, 15:03
Waterboarding

was genau löst da die panik aus? sieht ja relativ harmlos aus (zumal der typ ja wusste, dass das nur gestellt ist und ihm nix passiert)

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
00
11.4.2009, 15:05

ok, hat sich erübrigt...vielleicht sollte man video auch zu ende sehen.

Ingrimm
05
11.4.2009, 17:00

Sonst mal nen Kollegen bitte, das an Ihnen auszuprobieren...

Petra Bleicek
52
11.4.2009, 12:30
Sprache!

sehr, sehr, sehr:

"sehr berechtigt"
"sehr schwierig"
"sehr rasch"
mit "sehr lauter" ... Musik
"sehr heißen" und ... in einen "sehr kalten" Raum
hat "sehr klar" erlassen (?)
wie "sehr" sie in Zukunft "eisern" darüber wachen (?)

aber, aber:

muss man "aber" die Praktiken der vergangenen Jahre "aber" vollständig aufklären.

Mal davon abgesehen, dass hier weider einmal Bericht und Meinung vermischt werden (siehe Schlusssatz), sind hier sprachliche Mängel, die eher an eine Gratiszeitung oder die Giftpfeil-Schülerzeitungs-Redaktion erinnern.

Viel Spaß beim zensurieren.

Truhe
 
02
11.4.2009, 18:42

Schon auf die Idee gekommen dass der Herr Patzelt vielleicht KEIN Journalist ist? Nicht? Naja, Hirn ab zum Gezeter, nöch...
Sehr entbehrlich weil sehr substanzlos und deshalb sehr leicht als sehr billiger eiserner Heulthread zu erkennen.

Darüberhinaus, für jene die das Medium "Internetforum" noch immer nicht vollständig begriffen haben und wir hier mit einem glitzernden Paradebeispiel dieser Spezies konfrontiert sind: Wer seine Postings nicht so zu formulieren in der Lage ist sie an relativ einfachen Filtern vorbeizubringen ist NICHT mit Zensur konfrontiert sondern vielmehr Opfer seiner Selbst und der legitimen Funktion die landläufig als "Forenmoderation" bezeichnet wird.

Petra Bleicek
00
12.4.2009, 01:21

lovely.

revx
20
11.4.2009, 12:26
.

Ach, wenn man schon foltert dann soll man es so tun ... ist mir immer noch lieber als Verstümmelung, verbrennen, Elektro-Schocks, Injektionen oder sonst was ...

drifter
00
12.4.2009, 11:30

Dass man dabei auch draufgehen kann wissen aber nicht nur MacNab-Leser. Die Guillotine sehen Sie wohl auch als human an, oder?

Wolfgang Keim
00
11.4.2009, 11:22
genau?

sind solche Beschreibungen noch nicht. Wie oft werden solche Prozeduren am Tag gemacht? Wieviel Tage werden sie gemacht? Wird das Wasser bei anderen Methoden des ganz Untertauchens gewechselt? Wenn man die medizinischen Methoden aus Dachau kennt sieht man hier zb weiterentwickelte Methoden der Folter. Die Forschung hat sich weiterentwickelt - man kommt doch vorwärts!

Roky Erickson
02
11.4.2009, 10:40
Selbstversuch

Das wäre ja wieder was für Vilimsky.

TheJester
00
17.4.2009, 17:53

ha-ha, du meinst eh vilimsky auf dem brett oder? made my day, danke

seapoint
106
10.4.2009, 22:23

Solange es Hollywood gibt wird es auch geheime Gefängnisse geben in denen gefoltert wird.
Des liegt in der Natur der Amerikaner.

Ingrimm
00
11.4.2009, 17:02

Stimmt, in Österreich wurde jahrhundertelang am Liebsten auf dem Dorfplatz gefoltert und verbrannt. Schade um diese schöne Tradition, Mölzer mal ne Email schicken...

hamstertier
03
11.4.2009, 13:34
an seapoint

"das liegt in der natur der amerikaner" - geht's noch?????????????
und in china, um nur 1 beispiel zu nennen, kommt sowas nicht vor? oder im gesamten osten? oder in der gesamten islamischen welt? oder...... - das gibt's weltweit!
ihre aussage ist höchst unangebracht.

ans zwa drei
08
10.4.2009, 22:10
Seid ihr vom Standard nicht ganz auf dem neuesten Stand?

Obama hat doch mit seiner Unterschrift ermöglicht, dass die sog. "Renditions", also die illegale Entführung und Verschleppung in FOLTERgefängnisse weitergeführt werden können!

Die "Schliessung der Geheimgefängnisse" ist ein guter Schmäh!

Selbstverständlich wird weitergefoltert!

José Atento
01
10.4.2009, 20:40
Es ist wirklich interessant

was man hier so lernt.

Vielleicht kann man das einmal gebrauchen, oder?

Also ich kann mir vorstellen, dass das Jugendliche (und auch andere) schon einmal ausprobieren werden.

Es gibt nichts was Menschen anderen nicht antun würden.

hamstertier
00
11.4.2009, 13:34
an jose

zustimmung.

Anarchon
00
11.4.2009, 04:06

Überhaupt die Jugendlichen, die sich mit Killerspielen beschäftigen!!!11

drifter
11
11.4.2009, 20:12

Du solltest die Shift-Taste nicht mit dem Dauerfeuermodus belegen. Die scheint bei Dir nämlich schon kaputt zu sein...

Anarchon
00
13.4.2009, 01:07

Echt jetzt????????????ßßßßscharfes-s

Der Jüngste Richter
01
10.4.2009, 19:59
ich frage mich,

wie sinnvoll es ist, das hier zu bringen. wie man am posting unten sehen kann bewirkt das eher, dass leute erst auf die idee gebracht werden, dass man das probieren könnte und wie das geht.

möglichst genaue beschreibungen führen also offensichtlich bei manchen menschen dazu, dass sie das ausprobieren wollen. schlimmstenfalls an jemand andrem.

das ist ja bei kochrezepten in der regel kein problem. bei foltertechniken halte ich es für entbehrlich.

Tompkins, Mr. Tompkins
 
03
11.4.2009, 09:51
Warum sich immer wieder Leute finden ....

... die der Meinung sind, den Menschen Informationen vor zu enthalten sei besser, als sie aufzuklären und sich dabei dann auch noch wahnsinnig human vorkommen, ist mir ein Rätsel.
Ich mein, da gibt es sogar einen wikipedia Eintrag dazu. Welchen Zweck hätte es, dieses Information hier nicht zu bringen?
Und wie schließt der erste Teil des Artikels so schön: Nichts ist so geheim, daß es nicht doch irgendwann bekannt wird.
Information macht uns zu mündigen, selbst bestimmten Menschen, nicht das vorenthalten der selben.

Ingrid Goeschl1
00
11.4.2009, 21:16

Die Details genüsslich nachzuvollziehen stillt sicher Sensationsbedürfnis und latenten Sadismus, aber bezeichnen's das bitte dann nicht als "Information".

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