Freiheit im Netz

Piraten starten anonymes Filesharing

9. April 2009, 15:29
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    foto: warner

    Filesharer schlagen zurück

The Pirate Bay stellt neuen Dienst zur Verfügung, der Nutzerdaten vor Behörden verbirgt und keine Spuren hinterlässt

Der nach eigenen Aussagen größte Bittorrent-Tracker The Pirate Bay hat laut Wired Magazine am 8. April einen Dienst gestartet, der es Tauschbörsennutzern erlaubt, die IP-Adresse zu verschleiern. Der Service hätte ursprünglich am 1. April anlaufen sollen, als in Schweden das neue Gesetz zum Schutze der Urheberechtsinhaber in Kraft getreten ist.

Die Intellectual Property Rights Enforcement Directive (IPRED) sieht vor, dass Urheberrechtsvertreter mit richterlicher Anweisung bei Internet Service Providern die Herausgabe von Nutzerdaten erzwingen können.

Große Nachfrage

Der Start des Anonymisierungsdienstes musste aufgrund der unerwartet hohen Nachfrage verschoben werden. Im Vorfeld meldeten sich bereits über 100.000 Menschen an - 80 Prozent davon seien laut der Betreiber Schweden.

The Pirate Bays Service namens Ipredator operiert nach dem Vorbild bestehender Anonymisierungsdienste, unterscheidet sich allerdings in einem wesentlichen Aspekt: The Pirate Bay betont, man werde keinerlei Daten aufheben. Dies würde es noch schwerer machen, Nutzer zurückzuverfolgen.

VPN

Ipredator ist ein virtuelles privates Netzwerk (VPN), das es Nutzern erlaubt, anonym im Internet zu surfen. Die vom ISP zugewiesene IP-Adresse bleibt verborgen, anstelle dessen wird eine andere IP-Adresse angezeigt, die das VPN zur Verfügung stellt. 

The Pirate Bay verlangt für die Benutzung des Dienstes rund 5 Euro pro Monat.

Rückblick

Anfang des Jahres mussten sich die Gründer von The Pirate Bay wegen Hilfestellung zur Urheberrechtsverletzung vor Gericht behaupten. Die Urteilsverkündung wird für 17. April erwartet. (zw)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 300
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Walter SB
41
17.4.2009, 13:23
Alles gratis,wie die Luft zum Atmen?

Ein Vorschlag. ich habe eine heisse Filmidee. Ich setze ins Internet einen Prospekt und fordere die Community auf, die Produktion zu finanzieren. Wenn - sagen wir 20 Mio € -beisammen sind, wird produziert. Alle, ja alle Internetuser dürfen sich den Film runterladen. Denn die Kunst gehört ja allen.

Diejenigen die mitfinanziert darf das nicht berühren,
denn auch die "Zaungäste" haben das Recht den Film zu sehen.
Das gilt auch für die Produktion eines Musiktitels, der vielleicht je nach Zeit und Sachaufwand zwischen
€ 2000 und € 20 000 kostet. Auch hier das gleiche
Verfahren. Ein Teil der Community finanziert. Die anderen dürfen kostenlos geniessen.

Und wer noch mit den Produktionskosten in Vorlage tritt ist der Dumme.

phaidros
15
19.4.2009, 15:59
wenn sie 20 millionen brauchen,

um einen film zu drehen,
dann haben sie a) selber keine ideen (kost halt viel, jemanden ideen abzukaufen) b) keine ordentlichen schauspieler (ueberpreiste zicken), c) lediglich auf effekthascherei gesetzt und d) keinen hang zum wirtschaften.

ein guter film laesst sich locker mit einem promille dieses etats drehen - vorausgesetzt, man ist gut (und es gibt filme, die deutlich weniger brauchen).

Authority
425
10.4.2009, 16:29
Boykott der Musikindustrie, jetzt!

Hier werden alle Unklarheiten beseitigt:

http://www.ccc.de/campaigns... icindustry

Weg mit dieser Raubmordindustrie. Sie rauben uns die Freiheit, sie morden unsere Rechte als Konsumenten.

Kein Cent mehr für die Contentindustrie, kauft keine CDs mehr, keine DVDs, Schluss mit "legalen" Downloads von den Labels, die Mitglieder dieser Bande sind!

aufEinenBlick
121
14.4.2009, 15:41

Ja,ja.. Und hier die Verschwörungstheorien zur Mondlandung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vers... ondlandung

Ich bin vollkommen der Meinung dass wir hier ein neues Modell brauchen, aber halten Sie bitte Ihren Mund wenn Sie davon keine Ahnung haben. Nicht alle Musiker leben mit einem goldenen Löffel im Mund.

Helmut-S
264
10.4.2009, 13:53
Würde mich interessieren...

...wie viele der User die das hier scheinbar okay oder cool finden,

1) Arbeiten in einer Kreativbranche in der Sie selbst digitale Inhalte generieren?

2) Wären bereits für ihre tägliche Arbeit auf 25% des Lohns zu verzichten, d.h. 25% ihrer Arbeit gratis herzugeben?

phaidros
02
19.4.2009, 16:03
ich arbeite in der kreativbranche (elektronische musik),

habe fast alle meine releases auf netlabels zum kostenlosen download zur verfuegung gestellt und investiere, da ich die software zu meinen musikstuecken teils selber programmiere (pure data), ca 100 - 200 stunden arbeitszeit fuer einen track.

und ich kenne einen haufen menschen, die dasselbe machen.

nebenbei: nein, musik ist nicht mein brotberuf.

Dust von Dust
00
19.4.2009, 16:16
oh, jemand der pure data verwendet! :)

lass mal hören (link)!

bzw. welche netlabels sprichst du an?

phaidros
00
20.4.2009, 10:49
gerne!

www.myspace.com/rymdmyr
von dort ist alles weitere verlinkt

verwende aber nicht ausschliesslich pd - fuer manche sachen auch csound - mach schon laenger nichts mehr mit proprietaerer software.

und du?

rechts_heimatverbunden_konservativ
01
17.4.2009, 12:04

dann generieren Sie halt bitte physisch handelbare Inhalte. Digitale medien wie Musik udn Film sind FREI. Daran werden Sie und Ihre "Branche" nix ändern.
Vergessen Sie das. Sie haben verloren.

Sebastian Auinger
04
16.4.2009, 15:18
Nun...

Die andere Variante, die offenbar übersehen wird ist, dass es diesen ganzen Sch... einfach nicht mehr gibt:

- Keine Girliebands
- Keine "tollen Klingeltöne"
- Keine Popstar-Wettbewerbe / Castingshows

Wäre ja unendlich schade...

Fällt denn niemandem auf, dass die Leute 95% der Musik/Filme nicht mehr konsumieren, weil sie sie bewegt, sondern weil sie ein Massenphänomen ist?

The Shrike
013
12.4.2009, 18:21

Es geht den Verwertungsgesellschaften doch überhaupt nicht um die Künstler, sondern um die Aufrechterhaltung ihrer eigenen Pfründe. Jahrzehntelang wurden Labels benötigt, um Platten zu pressen und den Vertrieb für Musik zu organisieren. In Zeiten des WWW braucht kein Mensch mehr fette Bonzen, die wie die Maden im Speck leben, Musiker mit Knebelverträgen ans eigene Label binden und Kinder verklagen um Monopolrenten abschöpfen zu können.

Wieviel % der Einnahmen von Literar Mechana & Co gehen denn an die Künstler?

Beiddenker
171
11.4.2009, 03:29
Vergessen Sie es, hier posten die "ich will alles gratis"-Poster ...

... die sehen es möglicherweise?! erst nur vor dem Richter ein, dass sie die Arbeit anderer nicht gratis nutzen können.

rechts_heimatverbunden_konservativ
01
17.4.2009, 12:05

Sind Sie von der IFPI oder haben Sie nur die Tablettenausgabe heute früh verpasst?

Beiddenker
41
19.4.2009, 13:35
Weder noch, ich bin einfach nur ...

... ein Mensch, der die Arbeiten anderer Menschen nicht ohne Gegenleistung benutzt - Hat etwas mit Moral und Anstand zu tun (neben dem juristischen Rech), der Ihnen anscheinend von Ihren Eltern nicht mitgegeben wurde.

Knicknack
012
13.4.2009, 21:06
Ich bin bereit, faire Preise zu bezahlen.

Aber ich habe etwas gegen ...

- Gebühren ohne Gegenleistung auf DVD-Rohlinge (die ich nur für eigene Fotos verwende)
- Urheberrechts-Abgaben auf Drucker und Kopierer
- 'Raupkopierer'-Angstmache auf legal erworbenen (!) DVDs
- Lobbies, die mir das Recht auf eine private Sicherungskopie verwehren (um zB meine Lieblingslieder auf wenige CDs zu brennen, weil ich im Auto nicht 200 CDs mitführen will)
- usw.

bad user
01
14.4.2009, 07:46
Aber irgend jemand muss 'Virgin' ja finanzieren ...

... sonst gibt's keine Raumfahrt oder Formel-1 mehr!

Beiddenker
00
13.4.2009, 23:03
Ich bin voll bei Ihnen ...

... und bin einer Meinung mit allen von Ihnen angeführten Punkten.

Aber ich bin auch gegen das "Ich will alles gratis"-Kopieren.

xxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxx
 
01
10.4.2009, 22:26

Die Contentindustrie hat einfach mehrere Fehler begangen und dachte , das Geld würd ewig weiter fliessen. Das tut es aber nicht. Ob das richtig oder falsch ist , sei völlig dahin gestellt. Es lässt sich einfach nicht mehr aufhalten.

FeCN
04
10.4.2009, 16:26
Gierig und einfallslos

Die Content Industrie in ihrer jetzigen Form hat sich sowieso überlebt.

the mgt
112
10.4.2009, 15:20
scheinargument der intellectual-property-lobby.

wer sich ins netz begibt, begibt sich in eine andere ökonomie.

es gibt etliche möglichkeiten für visuelle kreative, auf ihre arbeit im netz aufmerksam zu machen und "vollversionen" in print oder sonstwie zu verkaufen. fotografen sind eh ganz gut geschützt (vgl agenturfotos).

für schreiber gilt ähnliches.

die einzigen, die sich aufregen könnten, wären musiker. aber die sollten sich sowieso mal von der plattenindustrie unabhängig machen.

FalscherProphet
010
10.4.2009, 14:30
Der Artikel bezieht sich auf den Anonymisierungsdienst

von Pirate Bay.

NICHT auf deren Torrent-Tracker.

Desto mehr (korrupte) Politiker auf den Zugriff auf Transferdaten (+IP-Daten) der Bevölkerung drängen,
desto mehr sind solche Dienste geradezu notwendig.

Helmut-S
71
10.4.2009, 13:50
Ich würd gern die Pirate-Bay Betreiber sehen...

...wenn jemand eine Möglichkeit findet diesen Dienst zu hacken und kostenlos zu nutzen.

Placebo
 
12
13.4.2009, 17:59
Die werden sich ärgern wenn ihr kostenloser Dienst gehackt wird damit alle kostenlosen Zugriff darauf haben. ;-)

The Shrike
01
12.4.2009, 18:22

Schon mal auf deren Webseite gewesen? Ich wüsste nicht, wo man dort etwas bezahlen muss.

phaidros
00
19.4.2009, 16:04
5 euro pro monat ist nicht kostenlos.

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