Videoblog von Hans Rauscher

Oxonitsch: "Wiener Schüler profitieren vom interkulturellen Austausch"

8. April 2009, 16:27

Der Neo-Bildungsstadtrat im Gespräch mit Hans Rauscher über den hohen Ausländeranteil an Wiener Schulen und warum eine Umverteilungsdiskussion jetzt geführt werden muss

"Der Migrationshintergrund sagt nichts über die Sprachkompetenz der Kinder aus", so der Wiener Neo-Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch zur Debatte um den hohen Ausländeranteil in Wiens Schulen. Mit der vorzeitigen Schuleinschreibung und dem damit verbundenen rechtzeitigen Erkennen von Defiziten sei man hier auf gutem Wege, "dass die Kinder egal woher sie kommen mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet in die Schule eintreten."  

Vorteil interkultureller Austausch

Den Migranten-Anteil in den Schulen sieht Oxonitsch auch als Vorteil für die Mitschüler, die vom "interkulturellen Austausch" profitieren. Reine Ausländerklassen, wie die FPÖ fordert, lehnt Oxonitsch ab: "Das beste Lernen findet in der Klasse statt, wenn Kommunkation zwischen Wiener Kindern und Kindern, die aus anderen Ländern kommen, stattfindet." Das stelle auch sicher, dass Kinder möglichst rasch die deutsche Sprache erlernen.

Den Vorwurf, dass die SPÖ auf dieses Problem lange Zeit nicht eingegangen ist, lässt Oxonitsch nicht gelten: Man habe früher ein anderes Konzept mit Begleitlehrern in den Schulen verfolgt. Das sei jedoch von Seiten der schwarz-blau-orangen Bundesregierung sehr stark gekürzt worden. Nun sollen die Klassen mit hohem Ausländeranteil wieder zusätzliche Ressourcen bekommen. Zusätzlich bemühe man sich, den Kindern bewusst zu machen, dass es in der Schule "Spielregeln gibt, die einzuhalten sind." 

Parkbetreuer gegen Gewalt

Außerhalb der Schule setzt der Bildungsstadtrat auf "Konfliktlösungsmodelle in den Parks", um gegen Jugendgewalt anzukämpfen. Hier handle es sich aber um keine "Spielregel-Watcher", sondern man wolle auf bewährte Projekte zurück greifen: "Durch die Spielplatzbetreuung soll den Kindern ein sinnvolles Angebot in den Parks gegeben werden und andererseits auch bei Konflikten rechtzeitig eingegriffen werden." Bei diesen Parkbetreuern handle es sich aber um keine "Miliz", sondern um ein "Miteinander vor Ort mit von den Kindern aktzeptierten Personen".

Auf die Frage, welche Gegenstrategie die Wiener SPÖ zum erwartbaren Wahlkampf der Strache-FPÖ in Sachen hoher Ausländeranteil verfolgt, geht Oxonitsch nicht näher ein. Stattdessen verweist er darauf, dass die SPÖ mit den Förderprogrammen vor Schuleintritt bereits reagiert habe, und damit "eine Antwort gegeben hat". Zur Sanierung von veralteten Schulgebäuden plant die Wiener SPÖ, bis zum Jahr 2017 alle Schulen der Stadt auf einen zeitgemäßen modernen Standard gebracht zu haben. Heuer werden dafür 45 Millionen Euro aufgebracht. 

Für Umverteilungsdebatte

Zur aktuellen roten Umverteilungsdebatte schert Oxonotisch ein wenig von der Linie des SPÖ-Chefs Werner Faymann aus. Entgegen der Absage an eine Grundsatzdiskussion von Seiten des Kanzlers meint Oxonitsch: "Es ist gerade jetzt der Zeitpunkt darüber zu diskutieren, und möglichst starken Druck zu entwickeln, damit die Schere zwischen Arm und Reich geschlossen wird. Das ist an der Tagesordnung und wird bei der Sozialdemokratie immer an der Tagesordnung sein müssen." Oxonitsch spricht sich für eine Vermögenszuwachssteuer aus, räumt aber ein, dass auf Basis des Koalitionsübereinkommens mit der ÖVP eine aktuelle Diskussion nur schwer möglich ist. (rasch, derStandard.at, 9.4.2009)

 

Kommentar posten
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Mirstetta Toni
00
Umsiedeln!

das problem begann damit, dass die zugezogenen damals wie heute nur in bestimmten bezirken untergebracht wurden und werden. ob sie nun dorthin mussten (üble geschäftemacherei) oder das wollen, weil sie dort unter sich sind sei dahingestellt.

also: wohnraum in den bezirken schaffen, wo der ausländeranteil am geringsten ist und die kinder dort in den schulen aufteilen!

allerdings möglich, dass dann genau dort der stimmenanteil mancher parteien schrumpft.

das ist fix
00
weltfremd

weltfremd, ein tyischer politiker...

gefühlte Inflation
00
22.4.2009, 17:31
Dem S. g. Herrn Oxonitsch ...

... hätte man schon in seiner Schulzeit mehr Resuaßn zur Fafügung stön auch hier miaßn. Kaum ein Satz ohne schreckliche(n) Fehler.

FalscherProphet
11
15.4.2009, 15:35
Herr Oxonitsch

hat richtig angedeutet: Die FPÖ war in ihren "Regierungsjahren" vollgas daran beteiligt, den Integrationserfolg abzuschwächen,
sowie eine Rekordzuwanderung zuzulassen.

Man kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ein (illusorischer) Bürgermeister H.Che Bumsti
auch nur ansatzweise eine Lösung brächte.
Im Gegenteil: Damit verlöre er ja den einzigen Grund, massenhaft gewählt zu werden...

GoodieGoodie
05
14.4.2009, 21:58

Reine Ausländerklassen sind nicht erwünscht - darum gibt es in meiner Klasse auch EIN Kind mit deutscher Muttersprache. In der Parallelklasse gibt es auch EINES.
Man könnte sie langsam "Quotenkinder" nennen, um zu belegen, dass wir keine reinen Ausländerklassen haben!

lafayette01
00
21.4.2009, 19:11
das wird der oxo nicht machen.

LapuLapu
03
13.4.2009, 19:41
an des Volkes Ohr

Herr Oxonitsch möge sich doch mal eine Woche lang, jeden Vormittag in eine Wiener Volkschule, ausgewählt durch Zufallpninzip begeben. Mit den Eltern (die des Deutschen mächtig sind) sprechen. Mit den Lehrern reden. Eine Woche später eine Hauptschule-Tour. Dann möge man Ihn nochmals interviewen. Es darf angezweifelt werden ob er dann noch diesselben Thesen vertritt. Selbst einem SPÖler werden die Augen geöffnet.
PS - in welche Art Schule wird sein Kind gehen ?

haudi
00
11.4.2009, 09:53
Videoschnitt

Ähm, bei minute 5:20 bis 5:30 gibts aber kleine ungereimtheiten zwischen "vorher-nachher" und Bild+Ton

:)

Monko
06
10.4.2009, 14:23

dieser herr sollte mal erläutern wie die kinder profitieren. was springt für die kinder bei interkulturellen klassen raus ? lernen sie besser oder was meint er damit.
das ist so eine phrase ohne inhalt, kompletter schwachsinn.
nur zum vergleich, bei pisa sind die schüler in ostdeutschland ohne hohen migrantenanteil deutlich besser als schüler in westdeutschland. nun kann sich jeder selbst denken was er will !

Vintageologist
 
00
11.4.2009, 20:07
Naja...

wenn der Lehrer die Hälfte der Zeit damit verbringt, alles nochmal zu erklären, weil die Kinder einander bereichern müssen, indem sie aus Prinzip die deutsche Sprache nicht ordentlich verstehen, dann wundert mich das nicht.

Viel mehr bereichert wären die ausländischen Kinder eher, wenn sie besser Deutsch lernen und auch die Eltern mit ihnen Deutsch sprechen würden... dann gäbe es auch nachher keine Probleme bei der Arbeitssuche.

isso
05
10.4.2009, 14:00
die "Normalverdiener Wiener Kinder"

profitieren sicher nicht. Profitieren werden die, die aus den Privatschulen kommen und daher keine Konkurrenz mehr fürchten müssen. Einsames Mittelmaß wird das Maß aller Dinge. Die Privatschulabgänger waren ja schon jetzt nicht immer zwingend die intellektuelle Elite des Landes...
Aber das wird Euch dann der Strache schon erzählen was los ist. Den Wienern zum Trost: in OÖ sind wir auch schon so weit...

weisungsgebunden
01
10.4.2009, 13:38
Er sollte folgendes Buch lesen: http://www.amazon.de/Multikult... 3550086946

Die Autorin ist selber Türkin, sie kennt die Situation von innen, und beschreibt drastisch, dass Klassen mit einem extrem hohen und "einheitlichen" Ausländeranteil nicht nur für die einheimischen,sondern auch für die Migrantenkinder eine bildungsmäßige Katastrophe sind.
Sie selbst führt ihre Karriere als Rechtsanwältin unter anderem darauf zurück,dass sie das Glück hatte,in eine Klasse mit nur geringem Migrantenanteil zu gehen.
Wobei meiner persönlichen Erfahrung nach die Situation schon wieder ganz anders ist, wenn eine Klase tatsächlich "multikulti" im Sinne vieler unterschiedlicher Herkünfte und nicht "monokulturell"-etwa türkisch-ist.
Dann ist die die "Umgebungskultur"-die österreichische-das Verbindende,auf das man sich beziehen kann.

Vintageologist
 
00
11.4.2009, 20:09
Es gibt leider selten

Klassen, die aus 20+ Nationalitäten zusammengesetzt sind.

Normalerweise gibt es einige "dominante" Herkunftsländer, die sich dann eben zu Grüppchen zusammentun. In keinem Fall wünschenswert.

weisungsgebunden
01
13.4.2009, 17:48
20+ ist gar nicht nötig

In der Volksschulklasse, in die meine Tochter geht, sind, wenn ich richtig gezählt habe, acht Nationalitäten vertreten, und zwar auch kulturkreis- und religionsmäßg völlig unterschiedliche.Die Kinder aus muslimischen Ländern bilden eine Minderheit,obwohl der Migrantenateil in der Klasse bei weit über 80%liegt.
Das Verbindende für alle diese Kinder sind die deutsche Sprache und die sie umgebende österreichische Kultur- weil es eben wirklich keine Gruppe gibt, die nur annähernd eine Mehrheit bildet.
Und es scheint auch kaum "Zusammenschlüsse" von Kindern der gleichen Herkunft zu geben- die jeweiligen Sym- und Antipathien haben hauptsächlich mit den Persönlichkeiten der Kinder und wenig mit ihrer Herkunft zu tun.

Vintageologist
 
00
13.4.2009, 20:33
Sind sie immer dabei?

Oder wie können Sie das wissen, dass sich keine Gruppen bilden bzw. die Kinder immer deutsch reden würden? Es ist ziemlich bekannt, wie es in sochen Klassen zugeht.

In die wievielte Klasse geht ihre Tochter denn, wenn ich das fragen darf?

secondthought
00
Und wo sind Sie?

Gehen Sie vielleicht noch in die Volksschule?

weisungsgebunden
00
14.4.2009, 23:37

Es ist eine vierte Volksschulklasse.
Ich habe meine Tochter bezüglich dieser Themen heute befragt und sie hat erzählt,dass manche der Kinder (aber keineswegs alle und auch nicht aller Nationen)sich ab und zu miteinander in ihrer Muttersprache unterhalten.
Aber was es definitiv nicht gibt,sind aggressive Zusammenschlüsse von Kindern einer Nation/Kultur,die sich gegen "die anderen" richten.
Die Lehrerinnen haben mir am Sprechtag die Klasse als einen "Glücksfall" beschrieben, mit Kindern, die erstens einfach "lieb" sind und zweitens so gut wie alle von Anbeginn an recht gut deutsch konnten.
Dadurch ist auch ein "normales" Lernniveau möglich.

Wigger
 
00
10.4.2009, 13:07
Na der Herr Rauscher sollte beim schreiben bleiben

mika33
03
10.4.2009, 12:43
Der Mann muss ein FPÖ-Doppelagent sein!

Es sind ja bald Wahlen in Wien .....

Melchior Kreutzer
07
10.4.2009, 12:30

im vergleich zu herrn oxonitsch hatte selbst marie antoinette mehr realitätssinn.

Le Comte
05
10.4.2009, 12:10
blauäugig, realitätsfern, uninformiert.

diese mann konnte nur politiker werden. überall sonst würde man sich seiner entledigen.

Penelope Ody
07
10.4.2009, 12:02
Naiv und uninformiert

Meine Güte, Herr Oxonitsch ist naiv, dass es weh tut. Ich unterrichte im Gymnasium Klassen, in denen kein Kind mehr sitzt, das Deutsch als Muttersprache spricht und trotz großem Bemühen erreichen davon mehr als die Hälfte niemals annähernd die Sprachkompetenz wie Kinder, die Deutsch als Muttersprache haben. Es wird viel zu wenig im Vorfeld der Volksschulen getan, die Volksschulleherinnen stehen dann vor fast unlösbaren Aufgaben. Ich bekomme Kinder, die mit 10 keinen 3. vom 4. Fall unterscheiden können, aber im Volksschulzeugnis eine 2 in Deutsch haben! Die armen Kinder sind dann völlig weg, wenn sie dann im Gymnasium nicht mithalten können, weil ihre Sprachdefizite so groß sind. Wie soll das weitergehen?

secondthought
00
Steirisch

Dieselben Beschwerden hab ich in der Steiermark gehört. Und auch die burgenländische Kollegin im Büro tut sich schwer. Hören Sie, wir sollten uns kennenlernen. Wir sind die Besten!

sadfjklöaglsjkfga
00
17.4.2009, 20:11

trotz + Genetiv

anders and
 
31
10.4.2009, 19:29
Sie sind wirklich Deutsch-Professorin

und formulieren so hopatatschig?
Die armen Schüler!

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