"Street View verletzt heimische Datenschutzbestimmungen"

8. April 2009, 14:25

Abfilmen heimischer Straßenzüge könnte Flut von Unterlassungsaufforderungen nach sich ziehen

Das Google-Tool "Street View" erregt derzeit international die Gemüter. Während sich in England bereits ziviler Widerstand formiert, herrscht in Österreich (noch) Ruhe. Obwohl die Google-Autos schon seit ein paar Tagen unterwegs sind. Mit einem speziellen Kamera-Aufsatz fotografieren sie Straßenzüge so ab, dass der User später am PC einen kurzen virtuellen Rundgang unternehmen, sich drehen und wenden kann, wie er will. Doch Datenschützer stehen dem Produkt sehr skeptisch gegenüber.

Noch ohne Starttermin

"Es gibt noch keinen Starttermin für Österreich", sagt Google-Sprecher Kay Oberbeck. Wer sich ansehen will, wie "Google Street View" funktioniert, muss sich derzeit via Google Maps etwa zum Eiffelturm "beamen", denn in Frankreich ist das Tool ebenso schon in Betrieb wie in den USA, Großbritannien, Italien und den Niederlanden. Oberbeck betont, dass es sich um Fotos handelt, nicht um Videos. Und dass auf den Schutz der Privatsphäre überaus penibel geachtet wird.

Gegen österreichisches Recht?

Genau das zweifelt Hans Zeger von der ARGE Daten an. "Es gibt in Österreich weitreichende Datenschutzbestimmungen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich diese mit dem neuen Google-Feature vereinbaren lassen." Denn hierzulanden gilt nämlich schon das bloße Fotografieren als unzulässiger Eingriff. "Das wird gerne übersehen", so Zeger. Oberbeck teilt die Sorgen des Datenschützers nicht. "Wir haben eine Spezialsoftware, die alle Gesichter und Auto-Nummerntafeln verpixelt." Laut Zeger ist genau das aber nicht ausreichend. Und er verweist dabei darauf, dass der Fotografierte seine Zustimmung zur Veröffentlichung geben muss.

Löschung veranlassen

Erst beim Punkt Beschwerden treffen einander Oberbeck und Zeger: Denn Google bietet jenen Usern, die sich, ihre Häuser oder Autos nicht so gerne einem Millionenpublikum präsentieren, die Möglichkeit, ebendiesen Umstand zu ändern: Unter "Probleme melden" kann man veranlassen, dass diese oder jene Bilddetails gelöscht werden sollen. Zeger hingegen rät Menschen, die sich in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen, eine schriftliche Unterlassungsaufforderung auszusprechen. Sollte Google nicht darauf reagieren, sei der nächste Schritt eine Unterlassungsklage.

"Ungeahnte Werbmöglichkeiten"

Für Oberbeck kein Grund zur Unruhe. Er sieht in "Google Street View" vielmehr ungeahnte Werbemöglichkeiten für das Tourismusland Österreich. "Man kann sich jetzt vorher ansehen, in welchem Wintersportort es einem am besten gefällt!" Ab wann die Alpenrepublik via Straßenansicht virtuell begehbar wird, steht noch nicht fest. Vielleicht noch 2009, das sei aber nicht sicher, so Oberbeck. Eventuelle Aufregung in Österreich könnte er jedenfalls nicht nachvollziehen. Denn norc.at bietet exakt denselben Dienst bereits seit einiger Zeit im Internet an. (APA)

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hammerargument

sie sind auch so ein lustiger von der "wer nix zum verbergen hat-Fraktion" stimmts?
harald83, warum posten sie mit einem anonymen postingnamen? haben sie den was zum verbergen?!?!?

Salzamt

Eine außerordentlich passende Wiener Beschwerdestelle!

auf der straße darf google natürlich fotografieren.
oder fragen im urlaub auch jeden einheimischen bzw touristen, ob er was dagegen hat, im bild zu sein?

die veröffentlichung ist eine andere frage.

am besten so wie in nordkorea handhaben, einfach niemanden mit kamera einreisen lassen....
eine gute schlagzeile wäre auch "österreich verbietet photographie" da könnte man im selben beschluss leich auch bananenrepublikschilder an den grenzen aufstellen...

Würde mich einer solchen Beschwerde ebenfalls anschliessen. Es könnte hier ja mal was nützliches gepostet werden. Sprich, ob die Datenschutzkommission für eine solche Beschwerde zuständig ist.

1) Bericht lesen, dann posten.

2) Fotografieren ist in Österreich erlaubt.
3) Wenn Sie nicht auf Fotos von japanischen Touristen aufscheinen wollen, die Sie fotografieren, wie Sie vor dem Schloss Schönbrunn in der Nase bohren, dann bleiben Sie daheim oder setzen Sie sich in der Öffentlichkeit einen Stahlhelm auf (Vorsicht ! Vermummungsverbot !)

Absoluter Unsinn. Fotografieren ist nicht erlaubt. Es wird geduldet, weil es meist nicht veröffentlicht wird, aber wenn es veröffentlicht wird, gilt das Einholen des Einverständnisses und nicht umgekehrt. Google handelt hier strikt illegal.

Wenn Sie die Person nicht als Hauptmotiv im Bild...

...ablichten, sondern zb. zwei Touristen "erwischen" die gerade vorm Stephansdom stehen, dann haben diese beiden grundsätzlich kein Recht am Bild, schon gar nicht wenn diese nicht erkennbar sind.

Wenn das Bild veröffentlicht wird, haben sie alles Recht der Welt am Bild.

passt!

Ich verklage ab heute jeden, der einfach so ein Foto macht, während ich in der Öffentlichkeit bin.

Schließlich veröffentlichen die meisten Touristen -oder wer auch immer- die ganzen Fotos im Internet, ohne meiner Erlaubnis! (keiner pickt heutzutage noch die Fotos in ein Fotoalbum!)

"Wir haben eine Spezialsoftware, die alle Gesichter und Auto-Nummerntafeln verpixelt."

hahahahaha, da kann ich nur ganz laut lachen!
das funktioniert aber nur vom ansatz her, in der praxis kann man aber praktisch alles sehen was man will. man muss nur ein foto vor oder zurück, dreht sich ein wenig nach hinten und schon ist gesicht, kennzeichen, aufschriften auf geschäften, etc.. wieder wunderbar zu lesen. wenns so funktioniert wie jetzt, dann könnens es gleich weglassen, aber zu 100% wird es automatisch niemals funktioieren und eine händische bearbeitung ist bei diesen datenfluten absolut undenkbar. Und nach österreichischen recht ist es definitiv verboten bilder im internet zu veröffentlichen wo personen erkennbar sind. so lustig das ganze auch ist, ich sehe da schon ein rechtliches problem.

Aha.

Und die Webcams diverser Firmen von ihrem Verkaufsraum ? Die Panorama-View von TW1 und ORF (Wetter-Cams) ? Verkehrs-Webcams von ARBÖ und ÖAMTC ? Alles illegal ? Vielleicht ist etwa das ganze Internet illegal. Suchen Sie Ihren Namen ein und wundern Sie sich !

nicht zu vergessen die "Nachtschiene" wo Leute von den Wiener Linien gefilmt werden und es dann im Fernsehen gezeigt wird, unzensiert!

...sorry, aber das ist stammtisch nievau

es gibt ganz genaue gesetzte wo es datenschutzverletztungen gibt un wo nicht. Verkehrskammeras, wetterkammeras, etc.. sind natürlich unbedenklich weil man keine gesichter erkennt. Webcams in verkaufsräumen sind natürlich nur solange legal, solange man auch keine gesichter erkennt. und es sind mir einige fälle bekannt wo man schon abmonieren und auch strafen zahlen musste... sie müssen einfach verstehen dass es immer und überall dinge gibt wo es nicht mehr geht. Und das gilt auch fürs internet. ich frage mich was sie sagen würden, wenn ihre frau sie rein zufällig in streetview mit ihrer geliebten an der seite entdeckt, oder microsoft bird eye so gut aufgelöst ist dass man sie wunderbar beim fkkbaden sehen kann...

Jo und ?

Zigtausende "beobachten" mich live in der FKK Anlage beim Baden. Wenn mich das stören würde, würde ich nicht hingehen. Von jeder Schulklasse sind Klassenfotos im Internet. Jede Firma stellt ihre Mitarbeiter im Bild vor. In vielen Geschäften stehen Webcams.
Auf diesen schwachen Google Bildern sieht man doch gar nix. Aber rein gar nix. Man kann oft nichtmal Mann von Frau unterscheiden.
Außerdem gibts Streetview schon lange. Zum ersten Mal gesehen 1998.
Hunderttausende Japaner haben Ihre Urlaubsfotos auf Homepages - na und ? Sollen wir jetzt 1 Million Japaner auf Unterlassung verklagen ?
Diese Law-and-Order-Manie hängt mir schon zum Hals heraus.

mir hängt die einfältigkeit mancher user auch beim hals raus. vor allem wenn sie nicht imstande sind, privatfotos von kommerziellen fotos zu unterscheiden.

Der Vergleich mit Norc hinkt.

Norc ist wesentlich unbekannter als Google und diese Breitenwirkung muß auch das Vorgehen von Unternehmen bestimmen.
Wenn ein Würstelstandl am Tag 50 fette Bratwürstln verkauft, hat das einen anderen Input als wenn McDonalds tägliche Millionen fette Burger verhöckert.

Der vergleich hinkt eben nicht ...

entweder ich mach datenschutz gesetzte die für alle gelten, also in diesem fall norc und google, oder ich lass es.

Blos weil der eine "weniger bös" ist als der andere verändert sich ja nichts an der verletzung des datenschutzes.

Ich verstehe diese Aufregung …

… um den Datenschutz nicht.
Was haben wir denn zu verbergen?

Das ist doch schon seit Jahren nur ein Hype.
Wäre es nicht viel einfacher, dass wir uns einfach
über dieses neue Feature freuen?

Sie haben also nichts zu verbergen?

Dürfte ich dann bitte Ihre Kreditkartennummer haben? Und Sie haben sicher auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ich in Ihrem Schlafzimmer eine Kamera montiere und die Bilder auch ins Internet stelle.

Wir haben alles zu verbergen, außer wir geben es frei. Ist eh nur Gesetz, nerd!

Haette nicht gedacht einmal mit dir einer Meinung zu sein.

wenn dann ihr nacktes kind beim baden doch nicht verpixelt wird, wie es schon passiert ist, und somit von jedem perversen weltweit "runtergeholt" werden kann (bis zur sperre vergeht genug zeit), werden sie sich nimmer freuen.
wie komm ich dazu, dass wildfremde weltweit in meinen garten starren dürfen?

Das kann doch auch jeder Fußgänger.

Oder müssen die eine Augenbinde tragen, wenn sie an Ihrem Grundstück vorbeigehen ?
PS: Sie dürfen auch nicht jedes Flugzeug abschießen, das über Ihren Luftraum fliegt.
PS: Die wildfremden weltweit wissen gar nicht, dass das Ihr Garten ist. Für die ist das "irgendein Garten".
PS: Sie stehen zwar im Grundbuch als Besitzer Ihres Grundstücks eingetragen. Die Hoheitsrechte hat jedoch immer noch die Republik Österreich. Alles was von öffentlichem Raum aus sichtbar ist (außerhalb von geschlossenen Räumen) ist auch öffentlich einsehbar.

Es geht um die Ablichtung und um die Veröffentlichung dieser Ablichtung. Das ist klarerweise ein anderer Charakter als eine Begehung. Sollte nicht wirklich schwer nachvollziehbar sein!

Schön.

Aber dann müsste man jedes Reiseprospekt verbieten, Ansichtskarten von Sehenswürdigkeiten (auch die gehören jemandem), keine Fernseh-Interviews auf öffentlichen Plätzen (ich könnte ja versehentlich ins Bild kommen), ja selbst Stadtpläne von Freytag & Berndt wären dann illegal, weil sie ja die Umgebung meiner Wohnadresse abbilden und "bewerten".
Ich glaube, bei diesem Google-Wahn handelt es sich schlicht und einfach um Paranoia und Verfolgungswahn.

Aufnahmen deines Besitzes sind auch mit einem Einverständnis verbunden! Es wird nur geduldet! Aber wenn ein kommerzieller Hintergrund gegeben ist, hört sich auch diese schnell auf!

Es geht um die Abbildung von Personen und die in Österreich dazu notwendige Zustimmung der Betroffenen.

lesen lernen, lord helmchen geht es um seinen garten...

Und deiner ist dir egal? Oder hoffst du, dass sie NÖ auslassen ;) ? Abgesehen davon, geht es um mehrere Aspekte. Primär um UrhG §78. Da spielt es keine Veröffentlichung ohne vorherige Genehmigung. Aber natürlich auch um den Schutz deines Eigentums.

norc.at

Irgendwie seltsam dass man hierüber nichts gelesen hat.

Wer sich auf norc.at mit dem Benutzernamen bugmenot und dem Passwort bugmenot3 einloggt, sieht unter den sogenannten Panolinks (linke spalte) den "Link WTF?! clear look @ people & license numbers". Teilweise werden Nummernschilder und Gesichter nicht unkenntlich gemacht. Es gibt noch viele andere Stellen wo Personen und Kennzeichen recht deutlich zu erkennen sind - nach kurzer Suche wird man leider fündig.

Traurig ... für den Datenschutz

na danke,
wenn die arge daten in diesen zeiten keine anderen sorgen hat, dann wissen wir warum es um den datenschutz im allgemeinen so schlecht bestellt ist.
in letzter zeit habe ich des öfteren HÖRBARE aufschreie vermisst! aber einem nutzbringenden service ein haxl stelln wollen, wie gesagt, "vielen dank".

Eine illegale Ablichuntg privaten Eigentums ist vielleicht für dich kein Problem. Dem Rest der Bevölkerung geht es da ganz anders. Fotografier doch einfach so ein Haus und veröffentliche es in einer Publikation. Wirst sehr rasch merken, wo deine Grenzen liegen!

Österreich und Datenschutz...

Muahahaha...

Man schaue sich an, welches Schindluder mit einer simplen SV-Nummer getrieben werden kann.

Null awareness in dieser Bananenrepublik!

Wintersportort Wien

"Man kann sich jetzt vorher ansehen, in welchem Wintersportort es einem am besten gefällt!"

Genau darum fährt gerade das Google-Auto durch Wien ;)

wintersport ist nicht nur skifahren!!!
eislaufen, langlaufen, snow-kiten, eisspeedway,....

Der umtriebige Herr Hans Zeger sollte sich

erst einmal - wenn Er sich überhaupt traut -
um innerösterreichische Datenschutzprobleme kümmern !
Soll halt die ARGE Daten im Bezirksgericht Hinterbrühl die Fa Google klagen - die zittern eh schon !

Natürlich zittern die, weil sie nationalen Recht unterliegen und ihre Aktion nationalen Recht zuwiderläuft! Vollkommen egal wie gross oder klein die sind.

Dann ist halt die Frage warum Norc.at noch nicht verklagt wurde.



Oder hat man einfach auf google gewartet, weil es eben besser ausschaut einen internationalen Konzern zu verklagen als ein österr. Startup ?

Und wenn google verliert.... was heisst das für Norc ?

Das sie ihr Angebot ebenfalls einzustellen haben oder sich entsprechende Genehmigungen holen.

Hinterbrühl ist eine Gemeinde; für Klagen wäre dann das BG Mödling zuständig :-)

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