Hintergrund

Vermögen in Österreich ungleich verteilt und gering besteuert

8. April 2009, 11:47
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    grafifk: apa

Im internationalen Vergleich ist Österreich ein Paradies für Vermögende - Mit Infografik

Wien - Die Debatte um die Vermögensbesteuerung in der SPÖ ist voll in Gange, auch wenn Bundeskanzler und Parteichef Werner Faymann neue Steuern für diese Legislaturperiode ausgeschlossen hat. Tatsächlich ist Österreich bei der Vermögensbesteuerung im internationalen Vergleich Schlusslicht. Die Einnahmen aus Vermögensbesteuerung betrugen 2007 lediglich 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während es etwa in Frankreich 3,5 und in Großbritannien 4,6 Prozent waren. Gleichzeitig herrscht in Österreich bei Einkommen und Geldvermögen eine große Ungleichverteilung.

Wenig Vermögende

Beim Geldvermögen gibt es laut dem letzten Sozialbericht eine "markante Konzentration". Eine große Mehrheit (74 Prozent) der privaten Haushalte hat nur eine unterdurchschnittliche Geldvermögensausstattung und nur eine Minderheit (26 Prozent) verfügt über ein überdurchschnittliches Geldvermögen. Das reichste Prozent der Haushalte hält 27 Prozent des gesamten Geldvermögens. Das oberste Promille (0,1 Prozent) besitzt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens, und damit gleich viel wie die gesamte untere Hälfte der Haushalte.

Verteilung des Einkommens

Das Einkommen ist im Vergleich dazu weniger konzentriert als das Vermögen. Unter den obersten fünf Prozent der Vermögensbesitzern haben 59 Prozent ein Haushaltseinkommen von über 3.000 Euro, 21 Prozent zwischen 1.350 und 2.249 Euro und zwei Prozent sogar nur zwischen 750 und 1.349 Euro.

Die Verteilung des Volkseinkommens hat sich in den vergangenen Jahren aber immer mehr von den Lohneinkommen zu den Gewinn- und Vermögenserträgen verschoben. Gleichzeitig haben die Einkommensdisparitäten zugenommen: Auf die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen entfielen 2006 lediglich 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge, auf die 20 Prozent mit den höchsten Lohneinkommen hingegen 46,7 Prozent.

Die vermögensstärksten Gruppen sind jene in der höchsten Einkommensklasse, der 60- bis 69-Jährigen, der Unternehmer und Universitätsabsolventen. Die niedrigsten Geldvermögen haben Niedrigeinkommensbezieher, die 20- bis 29-Jährigen, die Arbeiter und Personen mit maximal Pflichtschulabschluss.

Paradies für Vermögende

Die Einnahmen aus Vermögensbesteuerung in Österreich betrugen 2007 lediglich 1,4 Prozent aller Abgaben, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur 0,6 Prozent und gehören damit zu den geringsten im internationalen Vergleich. Ähnlich gering ist die Vermögensbesteuerung im OECD-Vergleich nur in Tschechien und der Slowakei. In Großbritannien betrugen diese Einnahmen 12,6 Prozent der gesamten Steuereinnahmen bzw. 4,6 Prozent des BIP und in den USA 10,9 Prozent bzw. 3,1 Prozent. Den höchsten Anteil in Europa hat Luxemburg mit 9,8 bzw. 3,6 Prozent, wie aus den Vergleichsstatistiken der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht.

Der Anteil der Sozialbeiträge liegt in Österreich hingegen bei 14,1 Prozent des BIP und damit deutlich über dem OECD-Schnitt von 9,1 Prozent. Nur in Frankreich (16,2) und Tschechien (16,1) sind die Sozialabgaben höher.

Gleichzeitig ist die Steuerquote in den USA (28,3) und Großbritannien (36,6) deutlich niedriger als in Österreich, wo sie 42 Prozent des BIP ausmacht und damit über dem OECD-Schnitt (36) liegt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 142
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Paola Pistocchi
11
23.4.2009, 15:44
Steuern RUNTER! Mehr netto!!

Die Abgabenquote in Österreich liegt mittlerweile bei 44,4 % des BIP und sie liegt damit deutlich über dem hohen EU-Schnitt von 40%. Österreich ist hier also fast Weltemeister!
(denn die EU liegt natürlich auch in der OECD an der Spitze).

Auch eine die Steigerung der Vermögensbesteuerung in Ö. von jetzt 0,55 % des BIP auf den OECD-Schnitt von 1,92 % des BIP kann daher keine ausreichende Entlastung der Steuern auf Arbeitseinkommen erreichen, wenn die Abgabenquote und Sozialquote in Ö. nicht endlich von ihren Weltrekordniveaus herunterkommen.

http://www.statistik.at/web_de/st... 19479.html

2227
 
00
im gegensatz zur spö arbeitet die övp wirklich für ihr klientel

schlecht für die armen, aber wahr

Ordoliberaler
21
So eine Behauptung ist pure Scharlatanerie"

Das Herauslösen einer Steuer ist laienhaft und demagogischund bewußt irreführend. Denn die Steuer-Schwerpunkte sind verschiedenartig. Allein entscheidend ist die Staatsquote, bestehend aus Steuer- und Abgabenquote.Und dann zeigt sich das Österreich, oh Wunder, ganz normaler Durchchnitt.

er t
00
Ganz normaler Durchschnitt

ist aber auch arg beschönigend. Weltspitzenfeld trifft's eher...

Ro_bert
20

Weiß jemand was hier mit Haushaltseinkommen gemeint ist?
Brutto? Netto? 12 oder 14 x pro Jahr?

Genowo
00
Aufhebung der SV-Höchstbemessungsgrundlage

Ein bisschen neben dem Thema aber auch wichtig:
Sozialversicherungsbeiträge dürfen nicht durch eine Höchstbemessungsgrundlage gedeckelt werden, da dadurch die Hauptlast (zumindest prozentuell) von den kleineren Einkommen entrichtet wird.
Daher Aufhebung der Höchstbemessungsgrundlage und gleichzeitig Senkung der Beitragssätze (um ca. 4 - 5 %), sodass in Summe die Beitragseinnahmen gleich bleiben.

msm
00
Vorschlag,Jeder Staatsbürger zahlt einen gleich hohen Sozialversicherungsbeitrag,

auch die Mitversicherten, Gattin und Kinder. Nicht nur Österreicher, auch in Österreich Lebende. Dies gestaffelt nach Risiko. also Alter und Beruf.
Krank wird ja der besser Verdienende genauso wie der schlechter Verdienende. Der Beitrag wird nach den Gesamtausgaben der Sozialversicherung bestimmt. Diese bilanziert somit kostendeckend und neue Steuern sind unnotwendig. Wozu also die Ungerechtigkeit durch Höchstbemessungen?
Endlich eine gerechte Lösung für eine gleiche Leistung. Der besser Verdienende zahlt ja schon höhere Steuern. PS: Klingt unsozial, ja, aber gerecht ist unser jetziges System auch nicht. Zudem können wir uns trotz angeplanter Steuererhöhungen dieses Sozialversicherungs System finanziell nicht mehr leisten

soziales-netzwerk.net
01
Das wäre sehr wichtig!

Die Bemessungsgrundlage wird jedes Jahr angepasst.
Dies ist viel zu wenig!
Es soll und darf keine Höchstbeitragsgrenze mehr geben!
Dies jedoch durchzusetzen wird auf große Widerstände
stoßen,
ebenso wie die Zusammenlegung der Krankenkassen. Sparpotential 3,5 Milliarden Euro!
Das heißt: SIEBEN JAHRE wäre der "Abgang" der Krankenkassen finanziert! Noch besser: es gäbe keine
"Verluste" mehr.

Ro_bert
10

Dann halten Sie es wohl auch für unsozial daß die Wurstsemmel beim Billa für alle gleich viel kostet.
Also weg mit den Fixpreisen, stattdessen Anpreisung in Gehalts-Prozentpunkten!

so oder so (oder so ähnlich)
 
13
Halbinformationen sind schlimmer als Lügen


Und dieser Artikel ist an polemischer Einseitigkeit und inhaltlicher Unausgeglichenheit kaum überbietbar.

Tatsache ist, dass Österreich einen Gini Index von 26 und damit die vierthöchste Einkommensgleichverteilung der Welt, hinter Schweden mit einem Gini Index von 23, Dänemark (24) und Slowenien (24) und gleichauf mit Island hat.

http://tinyurl.com/5oyqgo

soziales-netzwerk.net
02
Die Diskussion ist sinnlos!

In Kürze wird die höchste Vermögenssteuer so und so
fällig.
Wer es nicht schafft sein Geld in tatsächliche Werte anzulegen, der wird es zu 100% verlieren.
Die Reichen, haben dies schon längst getan.
Die Mittelschicht zögert noch und glaubt immer noch an die schönen Reden der Banker, Wirtschaftsbosse, Politiker etc...
Die Unterschicht hat so und so keine Wahl und muss alles hinnehmen wie es eben kommt und schlussendlich die Zeche für alles bezahlen.
Millionen von Menschen werden zu Zeitpunkt des Crashes wiederum herhalten müssen und wieder einmal von Null beginnen. Die derzeitgen Finanzspritzen sind nur ein Kopfwehpulver gegen einen Hirntumor. Lindert die Schmerzen und zögert den Tod (Crash) hinaus.

Strudelteig
01

Die Regierung hätte es in der Hand, dass ihre Parteien nicht zur Bedeutungslosigkeit verkommen und so eine Unperson wie Strache gewinnt.

Solange man aber bei der Kronenzeitung "denken" läßt, befürchte ich, dass die Populisten das alleinige Sagen haben.

So einfach ist die Welt eben nicht, wie dort gedacht wird, das hatte einst schon Sinowatz erkannt, dass die Dinge komplizierter sind....

Karl Krammer
21
Erbschafts- und Schenkungsssteuer 90%, Vermögenssteuer 1%

dafür Steuern auf Arbeit gegen null, soweit eben durch die Steuern auf arbeitsloses Einkommen gegenfinanziert. Wer mit Arbeit reich wird: fein. Aber mit erben sollte keiner reich werden dürfen.

Martin Hiltmann
00
10.4.2009, 18:12
mit erben sollte keiner reich werden dürfen

Warum nicht?
(PS.: Hab noch nie und werd auch nicht erben - bin nur nicht so von Neid zerfressen).

Dimple
03
Das heißt aber auch

Sie dürfen Ihren Kindern, auch wenn Sie es sich leisten können, kein Grundstück oder Bargeld für einen zB. Hausbau schenken. Auch fällt Ihr Haus sofort an den Staat, wenn Sie sterben. Das gleiche gilt für Unternehmen -> ob das so gescheit ist, daß jedes Unternehmen nur mehr für eine Generation Bestand hat und bei Pensionierung abgewickelt wird????

lg
Dimple

Paulchen Panter
213
dass gerade die övp

"Das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft" (Leitl), - gemeint sind die Klein- und Mittelbetriebe - durch eine Herabsetzung der Steuern auf den Faktor Arbeitskosten nicht entlastet, und das seit vielen Jahren ist schon ein deutliches Zeichen, wie leistungsfeindlich die övp eigentlich ist. Demgegenüber wurden die Schenkungs- und Erbschaftssteuer nicht ersetzt, können Wertpapiere nach einem Jahr im Besitz steuerfrei verkauft werden, also alle die beschenkt, beerbt wurden und an der Börse zocken, also FAUL HERUMSITZEN, dafür NICHTS ARBEITEN, denen wird das Geld in den Allerwertesten gesteckt. Danke ÖVP, Faymann und dem Rest, der meint, solche Ungerechtigkeiten verteidigen zu müssen. Das ist kein Klassenkampf, das ist einfach unfair!

oxizes
20
Wenn Sie

an der Börse engagiert sind und dabei faul herumsitzen sind Sie in einem Monat pleite, Sie Schlaumeier.

Sitacui
31

Endlich eine Statistik, wo wir im internationalen Vergleich gut dastehen.

Strudelteig
00


Gelungen Ihr Statement, gratuliere!

Moovi
26
Danke, super Artikel!

"Das oberste Promille (0,1 Prozent) besitzt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens, und damit gleich viel wie die gesamte untere Hälfte der Haushalte."

Und diese Goldnasen müssen EU-weit die wenigsten Steuern bezahlen, obwohl uns die in diese Krise verfrachtet haben???

Also wenn man diesen Staat und seine Bürger jetzt zugrunde richtet, dann bei vollem Bewusstsein, ungeachtet der Folgen und Konsequenzen für all jene die nicht auf diese Butterseite gefallen sind.
Wie können Faymann und Pröll das verantworten? Können die noch schlafen?

Thomas Felder
00

ja, die schlafen gut, denn die verdienen ja fett und ihre Freunde sind ja jene, die weinen wegen der vermögensbesteuerung

Mario Rehulka
159
Gibt es noch jemanden, den das "Fresst-den-Kapitalisten"-Gegröle am Nerv geht?

Verzeihung, liebe Anti-Kapitalisten, ich habe für mein Vermögen GEARBEITET und das nicht nur von 9 - 17h sondern mit hohem persönlichen Einsatz über zwei Jahrzehnte hinweg, genauso wie meine Eltern vor mir, die mir dafür auch etwas hinterlassen. Das Vermögen von dem ich spreche, wurde daher NACH Versteuerung durch die sehr hohe Einkommenssteuer von 50% gebildet. Neidisches Krakeelen ist daher unangebracht, es steht nahezu jedem frei, es mir nachzumachen. Aber wahrscheinlich ist es viel einfacher, mit der Umverteilungskeule zu winken als sich im Leben richtig anzustrengen.

Elisabeth Jarok
00
17.4.2009, 12:23
wenn sich österreich am mutterland des kapitalismus

USA - orientieren würde, hätten wir eine vermögenssteuer.

oder wollen Sie auch die usa als "fresst die kapitalisten-land" kritisieren?

!purzl
 
10
erben:.

auf papas vermögen aufgebaut?.20jährige eigenleistungen was ist das schon?.

Hellsicht
11
Eigenlob stinkt, Herr Rehulka

Mehr Kritik an Ihrem selbstgefälligen Posting schreibe ich nicht mehr - sie wird nämlich ohnehin nicht freigeschaltet.

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