Debatte um Vermögenssteuer

Politologe Talos: Einführung "unbedingt notwendig"

08. April 2009, 07:56

Regierung soll nicht auf den sozialen Auge blind sein

Im Ö1-Morgenjournal kritisiert der Politologe Emmerich Talos, dass die aktuelle Debatte von der Frage dominiert werde, was der Staat machen könnte, um die Banken und Unternehmen zu retten.  Die Folgen, wer dafür aufkommt, wenn die Staatshaftung schlagend wird, zu wessen Lasten das Defizit wieder abgebaut wird, blieben auf der Strecke, so Talos. Als "unbedingt notwendig" bezeichnete der Politologe die Einführung einer Vermögenssteuer. Auch die Frage der Mindestsicherung sei "ganz wichtig". Es bedürfe einer Umverteilung von den Gutverdienern zu den sozial schwachen, um sie als Verlierer der Wirtschaftskrise zu stützen, so Talos.

Kein Verständnis zeigt Talos für das von Bundeskanzler Werner Faymann vorgebrachte Argument, die Vermögensbesteuerung stehe nicht im Regierungsprogramm: "Stand denn im Regierungsprogramm, dass der Staat so viel Haftung und Garantien übernimmt für die Banken? Die Regierung war da in der Lage, sehr schnell zu reagieren. Also soll sie auch nicht auf den sozialen Auge blind sein." (red/derStandard.at, 8. April 2009)

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Harry Lime
16.04.2009 07:44
um eine vermoegensbesteuerung wird die schoenwetterpilotenregierung faymann 1. nicht herumkommen.

vermoegenssteuern sind aber nur ein tropfen auf den heissen stein: die grossen schritte zur vermeidung des staatsbankrotts werden ASVG pensionskuerzungen, krankenkassenselbstbehalte, abschaffung der absurden beamten-"hacklerregelung", sowie kuerzung der gehaelter und privilegien von lehrern, beamten bundesbahnern etc. ebenso.

selbstverstaendlich gehoert auch die pragmatisierung als geldwerter vorteil geschuetzer dienstverhaeltnisse besteuert, wie jeder sachbezug auch.

Rose Bud
10.04.2009 09:19
Nicht noch mehr Steuern!

Weniger Steuern!

Kakadu89
09.04.2009 15:04
Auf deM sozialen Auge!

Dritter Fall! Aua, aua, AUA!

M..
09.04.2009 13:45
Das hat meiner Meinung gar nicht mit "sozial" zu tun...

eher mit Kultur.

Ordoliberaler
09.04.2009 12:28
Vermögenssteuer ist eindeutig verfassungswidrig.

Dem Herrn Talos, allen Verfechtern dieser Steuern, wobei diese Gruppe überwiegend sich aus Neidern, Nichtsteuerzahlern und Leuten mit Null-Wissen über das Steuerrecht rekrutiert. Die Vermögensteuer widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz.weil die verschiedenen Gruppen der Steuerpflichtigen total verschiedenen Steuersätzen unterliegen. Dann wird per Stichtag das Gesamtvermögen dem Steuersatz unterworfen - und das jedes Jahr einmal. Bis eines Tages das Vermögen komplett wegvesteuert ist. Wenn schon eine Vermögenssteuer, dann ein Vermögenszuwachsteuer.Doch dann müssen die Einheitswerte an den Verkehrswert angenähert werden. Mit der Folge, dass dem Häuslebauer sein aus versteuertem Vermögen bezahltes Einfamiliehaus nochmal besteuert wird.

-e!-
09.04.2009 20:28

Sie sollten zuerst mal definieren, wo bei Ihnen reich beginnt? Der zitierte "Häuselbauer" wird damit wohl wahrscheinlich nicht gemeint sein. Auch die Omi mit dem Sparbuch wird wohl kaum betroffen sein.

Gemeint sind jedoch Leute, die beispielsweise allein durch Zinszahlungen oder Veranlagungen hübsche Summen lukrieren.

Und wenn wir jetzt schon von "Gleichheit" reden wollen: Wieso sollten einige bloss aufgrund eines grossen Erbes nurmehr das Geld für sich arbeiten lassen, während andere selbst mit zwei Jobs kaum das auslangen finden?

Daher grosse Vermögen stärker besteuern und den Faktor Arbeit entlasten! Das stärkt die Wirtschaft!

Ps.: Ihr Häusel könnens auch in Zukunft bauen!

Es geht hier um mehr als bloß um Voggi1
09.04.2009 21:06

Ich versteh die Diskussion nicht ganz..
Zahlen denn die Reichen keine Steuer oder sind 40 - 50 (?) Prozent zu wenig..?
Suggeriert der Begriff Vermoegenssteuer nicht, dass Vermoegende nicht besteuert werdn oder wurde ein Vermoegenswert von der Besteuerung ausgelasen..?

-e!-
10.04.2009 10:23

Sie setzen anscheinend Vermögen mit Einkommen gleich!

Vermögen ist in Österreich zu gering besteuert, der Faktor Arbeit (die Einkommen) zu hoch besteuert - da liegt das Problem.


Es geht hier um mehr als bloß um Voggi1
10.04.2009 12:11

kann noch nicht viel dazu sagen!..
das zu temperieren/abzuwaegen kann ich noch nicht, ..
deshalb huete ich mich zu schnell zu urteilen
aber wenn man im Einkommen schon besteuert wird, dann auch noch das Vermoegen dazu kommt, kann schnell eine Ungleichgewichtung einhergehen; nur mal so gesagt/
schau mer mal

Robert Bond 
09.04.2009 19:24
eh klar

deshalb haben die Schweizer ja alle kein Vermögen mehr...

mikromalist  
09.04.2009 14:21
Korrekt. Sie ist goof,

weil ihr Eintreiben mehr kostete als sie brächte. Sie ist als Robin Hood Steuer willkürlich, weil sie jeden sichtbaren Geldsack arretieret, sei dieser für ein Krankenhaus bestimmt, oder die Champagnerbar.
Der ewige Hinweis auf USA ist ebenfalls goof, weil dort wird sie als Gegenargument für niedrigste Konsumsteuern eingesetzt, welche vor allem reiche Geldausgeber ziemlich bevorzugt.

Ich verstehe ja die Neid-Motivation einfacher .....
Aber, dass sich Politik und Wirtschaftswissenschafter für diese Steuer stark machen, werde ich nicht begreifen.

Grammelschmalzbrot
09.04.2009 14:10
Das mit dem Gleichheitsgrundsatz ist ja recht nett ...


... und hätte man die Verfassung zur Gründung einer völlig "Gleichen" Gesellschaft eingeführt, dann könnte ich ihnen recht geben!
So aber betonierte sie jahrhundertealte Ungerechtigkeiten fest - zugegeben, heute wie damals ein kaum zu lösendes Problem!
Sollten nun durch verschiedenste Rahmenbedinungen diese ungerechten Unschärfen bei der Einführung der Verfassung zu einer Spaltung der Gesellschaft führen, so wird sicherlich auch sie erneut zur Diskussion stehen!

M..
09.04.2009 13:46
Tja, des einen Leid ist den anderen Freud...

warum glauben Sie, ein Stück dieser Welt besitzen zu können?

yofrog
09.04.2009 13:42

der häuslbauer :D richtig, das sind die "reichen" die man mit einer vermögenssteuer treffen will!

habens noch einen andren schmäh auf lager?

anton anton
09.04.2009 20:18

na wer glaubens wird den die vermögenssteuer sonst zahlen als die häuslbesitzer

die reichen werden ihr vermögen schon abziehen aus ö, und wieder nix mit viel steueraufkommen, dafür viele kosten zur eintrebung

Erzpiefke 
09.04.2009 07:19
Lieber Emmerich,

das Defizit wird sich von selber wieder abbauen, denn die EU-Politiker bedrängen die EZB, damit diese wie die US-Notenbank im großen Stile Staatsanleihen. Es werden also gar nicht so viele Schulden sondern viel neues Geld gemacht. Dieser "Geldsegen" wird sich mit einer gewissen Verzögerung massiv auf die Preise auswirken. Das wird schlimmer als in den 70er werden. Dadurch werden nicht nur die neuen sondern auch die alten Schulden verringert. Die Habenichtse und die Besitzer von Sachwerten werden die großen Gewinner dieser Kapitalvernichtungspolitik sein. Es gibt also überhaupt keinen Grund für dieses Neidgetratsche, lieber Emmerich.

Idefix der zweite  
09.04.2009 10:23

Die Forderung nach Einführung einer Vermögenssteuer ist also Neidgetratsche.

Die "Habenichtse" gehörten zu den Gewinnern einer Superinflation. Das ist absurd, weil in solchen Zeiten Löhne und Zuschüsse der Geldentwertung weit hinterherhinken. Das trifft alle, die auf ihr (Arbeits- oder Transfer)Einkommen angewiesen sind.

Menschen, die grosse Vermögen besitzen, haben diese überwiegend in Sachwerten geparkt. Dass die die Hauptgewinner einer Rieseninflation sein werden, ist richtig. Gerade deshalb ist ein Ausgleich durch Vermögensbesteuerung dringender denn je.

JS771
08.04.2009 22:51

jemand wie Talos zahlt keinen Cent Steuern.

Keine Umsatzsteuer.
Keine Einkommensteuer.
Keine Kapitalertragssteuer.

Null komma null. Das ist der eigentliche Skandal.

Idefix der zweite  
09.04.2009 10:26

Was soll das für eine schwachsinnige Aussage sein? Warum sollte er keine Einkommenssteur zahlen. Und schon gar keine Umsatzsteuer?

Oder haben Sie heute Ihre Pillen vergessen?

JS771
09.04.2009 14:23

weil er zu 100% mit Steuern bezahlt wird. Unterm Strich bleiben da genau 0,00 Euro "gezahlte" Steuern übrig.

Lorenz Davis 
09.04.2009 22:34

Talos hat auch schon einige Bücher geschrieben - und er bezieht somit Einkommen aus schriftstellerischer Tätigkeit.

dieBestatter
09.04.2009 09:11
*jemand wie Talos zahlt keinen Cent Steuern*

Woher wollens das wissen sie Genie ?

Übrigens Mehrwertsteuer zahlt er sicher.

JS771
09.04.2009 14:24

Nein, zahlt er nicht.

ixi
08.04.2009 22:30

rührend wie die Sozialdemokratie, Gewerkschaften und deren Handlanger an den Staatsunis plötzlich merken, dass der Faktor Arbeit grotesk hoch besteuert ist. Etwas das sie maßgeblich zu verantworten und jahrzehntelang vorangetrieben haben. Und die aktuelle Idee zur Linderung ist jetzt ähnlich kreativ: Neue Steuern.

Wer wirklich glaubt höhere Vermögenssteuern würden zur Entlastung des Faktors Arbeit führen, ist vermutlich naiv. In Zukunft darf man dann einfach Kapitaleinkommen aus bereits zigfach und grotesk hoch besteuerten Einkommen _zusätzlich_ nochmal versteuern.

Idefix der zweite  
09.04.2009 10:33

"Wer wirklich glaubt höhere Vermögenssteuern würden zur Entlastung des Faktors Arbeit führen, ist vermutlich naiv"

Wenn eine nachhaltige Senkung der Einkommensbelastung für den Staat aufkommensneutral durch eine vernünftige Vermögensbesteuerung (mit vernünftigen Freibeträgen) gegenfinanziert wird, bewirkt das natürlich eine Entlastung des Faktors Arbeit, was soll daran naiv sein?

Noch sinnvoller wäre eine wirksame Besteuerung von sehr grossen Erbschaften, das liesse sich aber nur im internationalen Gleichschritt bewerkstelligen, sonst sind alle grossen Vermögen blitzschnell ausser Landes.

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