Im Ö1-Morgenjournal kritisiert der Politologe Emmerich Talos, dass die aktuelle Debatte von der Frage dominiert werde, was der Staat machen könnte, um die Banken und Unternehmen zu retten. Die Folgen, wer dafür aufkommt, wenn die Staatshaftung schlagend wird, zu wessen Lasten das Defizit wieder abgebaut wird, blieben auf der Strecke, so Talos. Als "unbedingt notwendig" bezeichnete der Politologe die Einführung einer Vermögenssteuer. Auch die Frage der Mindestsicherung sei "ganz wichtig". Es bedürfe einer Umverteilung von den Gutverdienern zu den sozial schwachen, um sie als Verlierer der Wirtschaftskrise zu stützen, so Talos.
Kein Verständnis zeigt Talos für das von Bundeskanzler Werner Faymann vorgebrachte Argument, die Vermögensbesteuerung stehe nicht im Regierungsprogramm: "Stand denn im Regierungsprogramm, dass der Staat so viel Haftung und Garantien übernimmt für die Banken? Die Regierung war da in der Lage, sehr schnell zu reagieren. Also soll sie auch nicht auf den sozialen Auge blind sein." (red/derStandard.at, 8. April 2009)
Parlament fehlt "Brain-Trust" bei Budget - Manche Nationalräte würden gern, können aber nicht: Um selbst ein Budget zu basteln, fehlen die Mittel - Die ÖVP geht weiter von einer Verschiebung bis 2011 aus
SPÖ-Nationalratspräsidentin pocht auf regulären Budgetfahrplan - Scharfe Kritik an Graf
FPÖ und BZÖ halten Eigeninitiative des Parlaments für machbar - SPÖ und ÖVP beruhigen
SPÖ und ÖVP planen neue und höhere Steuern
Sozialminister Rudolf Hundstorfer will die Hacklerregelung weiterführen
"Spekulationen erschweren und verteuern" - Durch internationale Finanztransaktionssteuer, Problem aber auch "national lösbar"
Hundstorfer: Daten der Versicherungs- und Sozialleistungen seien ohnehin bekannt - Mitterlehner: Transferkonto würde Missbrauch verhindern
Der steirische SPÖ-Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser sagt, warum er auch ohne Transferkonto den Überblick über die Ausgaben hat
Nicht nur SPÖ und ÖVP haben unterscheidliche Meinungen zu dem Transferkonto - Auch Fachleute sehen verschiedene Vor- und Nachteile
Die ÖVP will den Bürgern vor Augen führen, wie viel sie an staatlichen Leistungen bekommen - Die SPÖ fordert Transparenz nur für Reiche
In der Bürgerbilanz soll auch Einkommen aufscheinen
Wenig Zutrauen in die Regierung, aber insgesamt gute Stimmung
Fünf Milliarden in den Händen von zehn Leuten: Eine kleine Oberschicht besitzt den Löwenanteil an Unternehmen
Prölls Lieblingsstudie liegt nun in der Langfassung vor
Staatsschuldenausschuss: Regierung soll so schnell wie möglich mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes beginnen
Politologe Tálos über das Transferkonto als "Gag" des Finanzministers und warum das soziale Profil der SPÖ "beträchtlich reduziert" ist
Mehrheit glaubt, dass Finanzminister nicht für die Verhinderung von Steuerhinterziehung bei Wertpapierspekulationen sorgt - Umfrage im Auftrag der SPÖ
Lohnt sich Leistung noch? Oder wird so viel nach unten umverteilt, dass die Elite bald keinen Finger mehr rühren wird?
Amnesty International nicht dabei: Finanzministerium sieht zwar Betreuung von Folteropfern als "mildtätig" an, nicht aber die sonstige humanitäre Arbeit - Auch Umwelt-Organisationen nicht auf Liste
ÖVP plädiert für ein Konto, das offenlegt, wer wieviel kassiert, SPÖ befürchtet eine Neiddebatte
Wenn Faymann und Pröll bei der Budgetsanierung die Vermögen aussparen wollen, ist das kein Bonus - Von Gerald John
Was den Autor der umstrittenen Joanneum-Studie freut - und wundert
Warum erreichen so viele Menschen ein derart geringes Einkommen, dass die eine Hälfte die andere alimentieren muss?
Hier eine kleine Anregung für Finanzminister Josef Pröll
Der Staat soll mehr Geld einheben - aber nicht mittels höherer Massensteuern - Von Gerald John
Teile der SPÖ fordern die Einführung einer "Reichensteuer" - Die SPÖ spricht sich großteils dagegen aus
vermoegenssteuern sind aber nur ein tropfen auf den heissen stein: die grossen schritte zur vermeidung des staatsbankrotts werden ASVG pensionskuerzungen, krankenkassenselbstbehalte, abschaffung der absurden beamten-"hacklerregelung", sowie kuerzung der gehaelter und privilegien von lehrern, beamten bundesbahnern etc. ebenso.
selbstverstaendlich gehoert auch die pragmatisierung als geldwerter vorteil geschuetzer dienstverhaeltnisse besteuert, wie jeder sachbezug auch.
Dem Herrn Talos, allen Verfechtern dieser Steuern, wobei diese Gruppe überwiegend sich aus Neidern, Nichtsteuerzahlern und Leuten mit Null-Wissen über das Steuerrecht rekrutiert. Die Vermögensteuer widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz.weil die verschiedenen Gruppen der Steuerpflichtigen total verschiedenen Steuersätzen unterliegen. Dann wird per Stichtag das Gesamtvermögen dem Steuersatz unterworfen - und das jedes Jahr einmal. Bis eines Tages das Vermögen komplett wegvesteuert ist. Wenn schon eine Vermögenssteuer, dann ein Vermögenszuwachsteuer.Doch dann müssen die Einheitswerte an den Verkehrswert angenähert werden. Mit der Folge, dass dem Häuslebauer sein aus versteuertem Vermögen bezahltes Einfamiliehaus nochmal besteuert wird.
Sie sollten zuerst mal definieren, wo bei Ihnen reich beginnt? Der zitierte "Häuselbauer" wird damit wohl wahrscheinlich nicht gemeint sein. Auch die Omi mit dem Sparbuch wird wohl kaum betroffen sein.
Gemeint sind jedoch Leute, die beispielsweise allein durch Zinszahlungen oder Veranlagungen hübsche Summen lukrieren.
Und wenn wir jetzt schon von "Gleichheit" reden wollen: Wieso sollten einige bloss aufgrund eines grossen Erbes nurmehr das Geld für sich arbeiten lassen, während andere selbst mit zwei Jobs kaum das auslangen finden?
Daher grosse Vermögen stärker besteuern und den Faktor Arbeit entlasten! Das stärkt die Wirtschaft!
Ps.: Ihr Häusel könnens auch in Zukunft bauen!
Ich versteh die Diskussion nicht ganz..
Zahlen denn die Reichen keine Steuer oder sind 40 - 50 (?) Prozent zu wenig..?
Suggeriert der Begriff Vermoegenssteuer nicht, dass Vermoegende nicht besteuert werdn oder wurde ein Vermoegenswert von der Besteuerung ausgelasen..?
kann noch nicht viel dazu sagen!..
das zu temperieren/abzuwaegen kann ich noch nicht, ..
deshalb huete ich mich zu schnell zu urteilen
aber wenn man im Einkommen schon besteuert wird, dann auch noch das Vermoegen dazu kommt, kann schnell eine Ungleichgewichtung einhergehen; nur mal so gesagt/
schau mer mal
weil ihr Eintreiben mehr kostete als sie brächte. Sie ist als Robin Hood Steuer willkürlich, weil sie jeden sichtbaren Geldsack arretieret, sei dieser für ein Krankenhaus bestimmt, oder die Champagnerbar.
Der ewige Hinweis auf USA ist ebenfalls goof, weil dort wird sie als Gegenargument für niedrigste Konsumsteuern eingesetzt, welche vor allem reiche Geldausgeber ziemlich bevorzugt.
Ich verstehe ja die Neid-Motivation einfacher .....
Aber, dass sich Politik und Wirtschaftswissenschafter für diese Steuer stark machen, werde ich nicht begreifen.
... und hätte man die Verfassung zur Gründung einer völlig "Gleichen" Gesellschaft eingeführt, dann könnte ich ihnen recht geben!
So aber betonierte sie jahrhundertealte Ungerechtigkeiten fest - zugegeben, heute wie damals ein kaum zu lösendes Problem!
Sollten nun durch verschiedenste Rahmenbedinungen diese ungerechten Unschärfen bei der Einführung der Verfassung zu einer Spaltung der Gesellschaft führen, so wird sicherlich auch sie erneut zur Diskussion stehen!
das Defizit wird sich von selber wieder abbauen, denn die EU-Politiker bedrängen die EZB, damit diese wie die US-Notenbank im großen Stile Staatsanleihen. Es werden also gar nicht so viele Schulden sondern viel neues Geld gemacht. Dieser "Geldsegen" wird sich mit einer gewissen Verzögerung massiv auf die Preise auswirken. Das wird schlimmer als in den 70er werden. Dadurch werden nicht nur die neuen sondern auch die alten Schulden verringert. Die Habenichtse und die Besitzer von Sachwerten werden die großen Gewinner dieser Kapitalvernichtungspolitik sein. Es gibt also überhaupt keinen Grund für dieses Neidgetratsche, lieber Emmerich.
Die Forderung nach Einführung einer Vermögenssteuer ist also Neidgetratsche.
Die "Habenichtse" gehörten zu den Gewinnern einer Superinflation. Das ist absurd, weil in solchen Zeiten Löhne und Zuschüsse der Geldentwertung weit hinterherhinken. Das trifft alle, die auf ihr (Arbeits- oder Transfer)Einkommen angewiesen sind.
Menschen, die grosse Vermögen besitzen, haben diese überwiegend in Sachwerten geparkt. Dass die die Hauptgewinner einer Rieseninflation sein werden, ist richtig. Gerade deshalb ist ein Ausgleich durch Vermögensbesteuerung dringender denn je.
rührend wie die Sozialdemokratie, Gewerkschaften und deren Handlanger an den Staatsunis plötzlich merken, dass der Faktor Arbeit grotesk hoch besteuert ist. Etwas das sie maßgeblich zu verantworten und jahrzehntelang vorangetrieben haben. Und die aktuelle Idee zur Linderung ist jetzt ähnlich kreativ: Neue Steuern.
Wer wirklich glaubt höhere Vermögenssteuern würden zur Entlastung des Faktors Arbeit führen, ist vermutlich naiv. In Zukunft darf man dann einfach Kapitaleinkommen aus bereits zigfach und grotesk hoch besteuerten Einkommen _zusätzlich_ nochmal versteuern.
"Wer wirklich glaubt höhere Vermögenssteuern würden zur Entlastung des Faktors Arbeit führen, ist vermutlich naiv"
Wenn eine nachhaltige Senkung der Einkommensbelastung für den Staat aufkommensneutral durch eine vernünftige Vermögensbesteuerung (mit vernünftigen Freibeträgen) gegenfinanziert wird, bewirkt das natürlich eine Entlastung des Faktors Arbeit, was soll daran naiv sein?
Noch sinnvoller wäre eine wirksame Besteuerung von sehr grossen Erbschaften, das liesse sich aber nur im internationalen Gleichschritt bewerkstelligen, sonst sind alle grossen Vermögen blitzschnell ausser Landes.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.