Toter bei G20-Protesten

Prügelnder Polizist suspendiert

9. April 2009, 20:45

47-jähriger Zeitungsverkäufer starb nach Attacke des Beamten - zweite Obduktion angeordnet

London - Die Londoner Polizei hat aus der Affäre um den Tod eines Mannes bei den G-20-Protesten erste Konsequenzen gezogen. Ein Polizist, der bei seiner Attacke auf den Mann gefilmt worden war, wurde vom Dienst suspendiert. Scotland Yard habe ihn "im Interesse der Öffentlichkeit" mit sofortiger Wirkung freigestellt, teilte die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde am Donnerstagabend mit. Auf einem Amateurvideo war zu sehen, wie der Polizist den 47-jährigen Ian Tomlinson schlägt und zu Boden stößt. Wenige Minuten später brach der Zeitungsverkäufer zusammen und erlitt einen Herzinfarkt.

Der Fall hatte Scotland Yard in Erklärungsnot gebracht. Die Polizei hatte zunächst behauptet, keinen Kontakt mit Tomlinson gehabt zu haben. Kritiker forderten auch eine strafrechtliche Verfolgung. "Das Video zeigt deutlich einen nicht provozierten Angriff eines Polizisten auf einen Passanten. Das ist widerlich", sagte David Howarth von der Liberaldemokratischen Partei. Ein Sprecher der Konservativen Partei sprach von "extrem alarmierenden" Neuigkeiten. Am Samstag wollen auch Protestierende an dem Ort nahe der Bank of England Blumen niederlegen, an dem Tomlinson am Mittwoch vor einer Woche starb.

Quelle: Youtube

Innenministerin Jacqui Smith hatte eine rasche Aufklärung des Falls gefordert. Polizeichef Paul Stephenson sagte, dass das Video "Bedenken" hervorrufe und versprach eine eingehende Untersuchung. Stephenson hatte das Amt im Jänner von Ian Blair übernommen, der nach einer Reihe von Skandalen, unter anderem der irrtümlichen Tötung des fälschlich unter Terrorverdachts geratenen Brasilianers Jean Charles de Menezes, zurückgetreten war.

Derweil kamen weitere Details ans Licht. Eine Fotografin gab an, dass die Polizei bereits vor der Rempelei mit Tomlinson aneinandergeraten war und ihn dabei zweimal mit einem Schlagstock schlug. Dagegen schrieb die Zeitung "The Sun", Tomlinson habe wiederum die Polizei provoziert, indem er betrunken vor einem Polizeiwagen stand und trotz Aufforderung nicht aus dem Weg ging. Nach Angaben der Zeitung war Tomlinson, der an einem Zeitungsstand im Bankenviertel arbeitete, alkoholabhängig und lebte in einem Heim für Obdachlose.

Zweite Obduktion angeordnet

Tomlinson war zusammengebrochen, als er von dem Zeitungsstand in der Londoner City nach Hause ging. Gleichzeitig demonstrierten im Bankenviertel tausende Menschen gegen den G-20-Gipfel. An den Protesten hatte der Mann sich nach Angaben seiner Familie nicht beteiligt. Eine erste Obduktion hatte ergeben, dass Tomlinson an einem Herzinfarkt gestorben war. Mittlerweile hat die Polizeiaufsichtsbehörde eine zweite Obduktion angeordnet. Der Fall werde mit der Staatsanwaltschaft besprochen, teilte die Behörde mit.

Bei den Protesten gegen den Weltfinanzgipfel war es zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden auch Polizisten verletzt. Demonstranten hatten unter anderem eine Bankfiliale gestürmt, etwa 100 Menschen waren festgenommen worden. (red/APA/dpa)

Kommentar posten
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ans zwa drei
10
15.4.2009, 14:55
"Prügelnder Polizist suspendiert"

Suspendiert???

Warum nicht fristlos entlassen???

Schliesslich gibt es ja ein Video als Beweismittel!?

Harald Fasching
00
15.4.2009, 18:05
Gleich standrechtlich....., das Video reicht ja für einen fair trial!

Harald Fasching
41
15.4.2009, 14:24
Man wundert sich,

dass es überhaupt noch Polizisten gibt, die sog. "Demonstranten" vom Randalieren abhalten. Eigentlich sollte man alle gewähren lassen und es jedem "mündigen" Bürger selbst überlassen, sich oder sein Eigentum zu schützen.

fatzka
00
15.4.2009, 19:24
hmhm das nächste mal wenn sie

aufgehalten werden mit dem auto weil sie angeblich zu schnell gefahren sind haut ihnen der kiberer gleich eine rein - sie haben damit sicher kein problem ...
oder vll. wenn sie von der arbeit nachhause gehen so ein kleiner herzinfarkt unter freunden ist doch nix schlimmes ... ich mein vll. gehen sie an meiner bank vorbei ...

coder24
01
15.4.2009, 19:05
"die sog. "Demonstranten" vom Randalieren abhalten"

Dieser Herr war weder Teil der Demo, noch randalierte er. Nicht mal provoziert hat er.

Ihr Posting geht also voll daneben.
Setzen, Fünf!

Hausverstandshasser
00
22.5.2009, 14:02
Haben Sie nicht gesehen,

wie gewaltbereit der mutmaßliche Terrorist seine Hände in den Hosentaschen zur Faust ballte?

/Sarcasm off

wu-wien
12
11.4.2009, 21:39
Kommt bei uns nicht vor

Bei uns redet eher die Polizei davon das sie alles richtig getan haben ,wenn Drogenfahnder einen Schwarzen zusammenschlagen!

friedrich wilhelm voigt
01
10.4.2009, 19:09
kein wunder

polizisten wird ja auch immer wieder gezeigt, daß der staat voll hinter ihnen steht, wenn sie mist bauen.

offensichtlich will man polizisten gar nicht zu sehr dazu erziehen, sich erst gedanken zu machen, ob jemand unschuldig sein könnte, bevor sie durchgreifen.

AntiFa201
47
10.4.2009, 17:02
das motto von scotland yard ist wohl "erst töten, dann fragen"

ist nicht der erste fall wo britishe polizisten unschuldige bürger ERMORDET haben.

Hardcoreboson
01
15.4.2009, 14:54
und im unterschied zu china (das du ja immer so lobst)

werden die britischen beamten suspendiert, waehrend in china die geschlagenen eingesperrt werden.



jacques05
00
17.4.2009, 20:08
china ist keine demokratie,...

uk auch nicht, äh..., doch?

Wlodzimierz b
 
00
12.4.2009, 09:13
Aha. Und bei uns werden "die Unschuldige" zu erst befragt....

und dann getötet?. Haben wir keine Beispiele bei der Wiener Polizei wo Übergriffe zum Tode herbei geführt haben?. Ihnen reicht aber fett geschriebene Überschrift und unbedingt muss schon im Ausland passieren um pauschal zu beurteilen. Vor eigener Tür kehren.

goldener_drache_spielt_mit_phoenix
22
12.4.2009, 03:32
dafür dass es sich um keinen mord handelt

schreiben sie das wort aber ganz schön gross. setzen sie sich vielleicht einmal mir dem begriff auseinander... jemanden mit einem schlagstock zu schlagen ist kein mord, sondern körperverletzung - und wenn das opfer hinterher stirbt, ist es allerhöchstens totschlag. für mord fehlt hier ganz einfach die absicht...

Frotzel
00
10.4.2009, 13:55
Dort wo ein Menschenleben Dreck ist, sollte die Polizei für Sauberkeit sorgen!

Dafür werden die von uns ausgehalten, nicht um selber Dreck zu werden.

Alte Leute niederzustoßen, zuvor in die Nieren zu schlagen, wer soll das mit welcher Begründung dulden.

Eine Kohorte trainierter Uniformierter können diesen alten, kranken Mann nicht umlaufen?

Was passiert wenn die Krise wilde Protesdemos hervorruft - sind dann BürgerIn zum Abschuß freigegeben?

knievel
00
10.4.2009, 13:40
alles lüge

laut dna-analyse ist die schuldige eine wegen mehrfacher verbrechen gesuchten frau ...

coldturkey
15
10.4.2009, 11:56

Bei uns wäre der Polizist wohl befördert und von der Schotter-Mitzi auch noch belobigt worden.

Interessant ist auch die Strategie der "Sun" das Opfer anzupatzen. Normalerweise kennt man das ja aus Polizeikreisen und weniger von Medien. Aber was für ein widerliches Schmierblattl die "Sun" ist, ist ja hinlänglich bekannt...

ans zwa drei
15
Sind wir uns doch ehrlich:

Unsere Polizei besteht zu einem grossen Teil aus ungebildeten D*deln!

Dabei ginge es auch anders:

Man könnte auch Leute einstellen, die für diesen Beruf geeignet sind und darauf geschult sind, um mit bestimmten Situationen fertig zu werden!

So machen es gut ausgebildete Bodyguards:

X Immer versuchen, die Situation zu deeskalieren
X Auch wenn man selber beleidigt oder angepöbelt wird, pöbelt man nicht zurück, sondern ignoriert es einfach
X Wenn man jedoch angegriffen (attackiert) wird, greift man hart und entschlossen durch

Wirklich beeindruckend, wie gut ausgebildete Bodyguards mit brenzligen Situationen fertig werden.

Ein witziges Beispiel gibt es hier (alt aber gut):

http://www.youtube.com/watch?v=qqB4MWLSKhQ

2227
 
00
20.4.2009, 03:03
das wird nicht gewollt

die sind die staatliche schlägertruppe, unser staat braucht sowas seit den 90ern

silver surfer
00
10.4.2009, 13:06

Im Volksgarten sperren die dich die tollen Bodyguards in einen Raum und verprügeln dich zu dritt. Davon steht halt nix in der Zeitung...

Ex-Mühviadla
00
10.4.2009, 08:28

Wie viele Polizisten kennst du denn?

ans zwa drei
00
15.4.2009, 15:13
Ich muss Polizisten gar nicht (persönlich) kennen,

um sie beurteilen zu können!

Ich bin schon des öfteren polizeilich kontrolliert worden und kann mir deshalb auch ein Bild machen, was Umgangsformen, Auftreten, etc. betrifft!

Ein Bekannter (Hauptschullehrer und Musiker) der schon viel im Leben rumgekommen ist hat mir einmal gesagt, ihm "sei noch kein Polizist/Gendarm mit aufrechtem Charakter untergekommen"!

Ich würde das nicht so drastisch formulieren, ich würde sagen, es gibt solche und solche.

Der Anteil an handfesten A*rschlöchern ist auf jeden Fall wesentlich grösser, als in anderen Berufsgruppen!

Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen, wo Polizisten ungerechtfertigt Gewalt angewendet haben, da käme ich mit 750 Zeichen sicher nicht aus...

ans zwa drei
00
Ich hoffe doch bei vollem Gehalt!

Auf dass er bald freigesprochen werde und er bald wieder Dienst machen kann! :-(

NONE
19

a) The Sun lügt. Daran sollte sich jeder hier erinnern, für alle Zukunft wenn diese Zeitung etwas lanciert.

b) Warum wird der Polizist suspendiert, aber gegen die höheren Personen wird nix gemacht? Der hatte eben "Pech" das sein Opfer gestorben ist. Andere hatten "mehr Glück", deren Opfern is nix passiert.

seed
03
10.4.2009, 12:28

ich finds eine frechheit dass hier einfach behauptungen der sun übernohmen werden.
ist ja schlimmer als ob man aus der sonntagskrone zitiert.

fatzka
00
15.4.2009, 19:26
hahahaha na ist es definitiv nicht

sie haben wohl schon lange keine krone mehr gelesen? machens das mal wieder es ist furchtbar

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