Das dalmatinische Polo-Spiel

7. April 2009, 17:00
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    foto: kroatische zentrale für tourismus

    Ambitionierte Entdecker erkunden mit den Fischern vorgelagerte Inseln in der Nussschale: etwa Sæedro zwischen Korčula und Hvar oder die 19 winzigen Skoji-Inseln weiter östlich.

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    foto: pixelio.de/zerfe

    Korčula verfügt über eine Reihe von hochwertigen Hotels, etwa das Hotel Korčula oder das gerade erst wieder renovierte Hotel Marko Polo - Zimmer lassen sich über die Homepage buchen.

    Eine nette Alternative im Dorf Lumbarda ist die Pension Marinka: Tel./Fax: 00385/20/712-007,
    Mail: marinka.milina-bire@du.htnet.hr

    Frau Bire kredenzt dort Schätze aus dem Meer, etwa Sardinen oder Stockfisch nach Rezepten von der Schwiegermutter, und zuweilen auch deftigen Kohl mit getrocknetem Bauchfleisch. Der dazu servierte Grk-Wein stammt übrigens aus eigenem Anbau, daneben wachsen Orangen, Zitronen und Mandarinen.

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    foto: pixelio.de/dieter schütz

    Austrian bzw. Croatia Airlines fliegt täglich nach Dubrovnik, Sky Europe erst wieder ab 6. Juni zweimal wöchentlich. Von Dubrovnik aus gelangt man per Bus (einmal täglich um 15 Uhr) oder Mietwagen in zwei bis drei Stunden nach Orebic, von dort aus geht es per Fähre nach Korčula (zwölfmal täglich Autofähre). Wer mit dem Auto anreisen will, fährt über nach Split und von dort aus auf der Adria-Magistrale über Makarska oder Ploce nach Ston und weiter Richtung Orebic. Von Rijeka, Split und Dubrovnik aus kann die Insel Korčula auch per Passagierboot erreicht werden.

    Weitere Infos: www.korculainfo.com/travel_info_korcula.htm

     

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    foto: pixelio.de/wunsel

    Das Marco-Polo-Haus mit Turm und Garten wird künftig als umfassendes Museum fungieren, nur ein Teil des Ensembles ist bereits erschlossen und zugänglich. Der Turm birgt heute schon Interessantes: Der zweite Stock enthält Bilder und Karten von den Reisen Marco Polos, und der dritte Stock zeigt auch Auszüge aus seinem Reisebericht Il Milione. Von der Aussichtsplattform blickt man über die gesamte Insel. Es gibt keine fixen Öffnungszeiten.

    Weitere Informationen über die Insel Korcula erhält man bei der Kroatischen Zentrale für Tourismus, Am Hof 13, 1010 Wien, Tel. 01/585 38 84, Fax: -20, Mail: office@kroatien.at, at.croatia.hr

     

Korčula sucht den Geburtsort von Marco Polo, und Reisende finden auf der Insel Neues: mit ein bisschen Glück auch Grk und Dudelsäcke

Es gibt da einen alten Marco-Polo-Reiseführer, der ist für Korčula nur von sehr beschränktem Nutzen. Recherchiert hat Marco Polo selbst, ob vor Ort oder vielleicht daheim, ist nicht gewiss, redigiert haben ihn angeblich auch noch andere. Dass der Kaufmannssohn bei seinen erstaunlichen Beobachtungen, die er in 17 Jahren am Hofe des Großkhans der Mongolen machte, die Chinesische Mauer übersehen haben soll, stört auf Korčula aber heute niemanden. Wirklich ärgerlich an diesem Reisebericht ist nur der Umstand, dass die dalmatinische Insel darin nicht als sein Geburtsort auftaucht.

In Il Milione - das älteste erhaltene Exemplar des legendären Berichts stammt aus dem Jahr 1309 - gibt der Entdecker Marco Polo an, "Venezianer" zu sein. Nun gut, das heißt nicht viel, venezianisch war die kroatische Insel Korčula damals ja auch. Aber es liegt nicht nur am möglichen Aufkreuzen Marco Polos bei einer Seeschlacht vor der Insel im Jahr 1298, dass er die Besucher heute noch auf Schritt und Tritt hier begleitet: im Marco-Polo-Hotel beim Marco-Polo-Menü oder mit einem Marco-Polo-Eis in der Hand. Nein, auf Korčula geht man davon aus, dass Marco Polo in der Inselhauptstadt an einem Meereskanal, der Korčula von der Halbinsel Peljesac trennt, im Jahr 1254 das Licht der Welt erblickt hat.

Schließlich, so beteuern die Touristiker vor Ort, sei der Name Polo auf der Insel noch heute gebräuchlich. Außerdem könne man den staunenden Besuchern ja auch ein Marco-Polo-Geburtshaus und einen Marco-Polo-Turm präsentieren. Um zu unterstreichen, dass der Entdecker tatsächlich hier geboren sei, hat man vor rund 15 Jahren zudem ein Marco-Polo-Studienzentrum gegründet.

Dabei wäre Korčula für Besucher kaum weniger attraktiv, wenn der Marco-Polo-Mythos etwas weniger penetrant gepflegt würde. Schließlich ist die mittelalterliche Inselhauptstadt eine der schönsten an der Adria. Ein Kleinod, das sich hinter dem stolzen, weiter südlich gelegenen Dubrovnik keineswegs zu verstecken braucht. Das tat es aber ohnehin nie, denn die Stadtmauern verbarg die eng bebaute Innenstadt vielmehr vor Piraten aus Albanien, Tunesien und Algerien. Vor etwa 150 Jahren wurde der Schutzwall zum großen Teil abgetragen, weil das Kriegsministerium in Wien die Unterhaltskosten nicht mehr länger bezahlen wollte.

Längere Landgänge

Im Gegensatz zu Dubrovnik, das von Kreuzfahrtpassagieren bereits überrannt wird, ist die Atmosphäre in der 5000-Einwohner-Stadt ruhiger und heimeliger. Die Insel setzt nicht auf Tagesgäste, sondern auf Besucher, die länger bleiben - sei es als Badeurlauber, Wanderer oder Kulturtouristen. Heute ist Korcula auch ohne die Marco-Polo-Inszenierung quasi ein Freilichtmuseum, das immer wieder als Bühne brilliert. Und dabei gar nicht als vorgeschobene Kulisse, denn die Prozessionen in der gesamten Karwoche ziehen durch die Städte und Dörfer zu einer Zeit, da sich kaum Touristen hierher verirren. Besonders eindrucksvoll ist jene am Karfreitag, bei der die einzelnen Bruderschaften wieder in der Stadt Korčula zusammentreffen und regional geprägte, mittelalterliche Passionsmusik zu hören ist.

Der Spielplan ist dicht auf Korčula, und die Schwerttänze gehören zweifellos zum meistgeübten Repertoire. Drei Spielarten nennen die Bewohner: Die bekannteste ist die Moreska, bei der das Heer des weißen und die Truppen des schwarzen Königs um eine Prinzessin kämpfen, die vom schwarzen König entführt wurde. Eine Schwarz-Weiß-Malerei, die eigentlich gar nicht hier entstanden ist, aber anders als auf Korsika, Sizilien oder in Spanien auf Korčula überlebt hat. Aufgeführt wird sie mittlerweile die ganze Hauptsaison über, und wenn sie auch formal weit über eine Folkloredarbietung hinausgeht, entwickelt sie sich dadurch in diese Richtung.

Subtiler ist das Programm der Vorsaison: Bei der Kumpanja, aufgeführt in Blato am 28. April eines jeden Jahres, werden die "Kämpfe" immerhin von Zwiegesprächen begleitet - und von der tatsächlich hierhergehörenden Dudelsackmusik "misnica". Diese wird auch bei der Mostra, dem dritten und vorwiegend in Zrnovo gepflegten mittelalterlichen Schwerttanz, sehr sorgfältig als lokales Erbe behandelt.

Erfreulich behutsam gingen auch die Restaurateure mit der neubarocken Freitreppe um, die wohl an die Spanische Treppe in Rom erinnern soll. Sie führt zum Stadttor Kopnena Vratar, durch einen der verbliebenen Türme mit venezianischem Wappen und damit wieder zurück in die Inselhauptstadt.

Auf dem Domplatz ragt die 1615 erbaute Markuskirche in den Himmel, doch eine recht ausgefallene Sonderanfertigung für die Insel birgt dann erst der Innenraum: Einzigartig ist das Altargemälde von Jacopo Tintoretto, das den heiligen Markus, den heiligen Bartholomäus und den heiligen Hieronymus darstellt. "Böse Zungen sagen, dass die Korculaner, die das Gemälde in Auftrag gegeben hatten, sehr geizig waren und drei Heilige zum Preis von einem haben wollten", so Aljosa Milat vom örtlichen Fremdenverkehrsverband.

Heilige Dalmatiner

Der tatsächliche Hintergrund der Heiligenkombination war, dass die Korculaner trotz ihrer Zugehörigkeit zu Venedig, das durch den heiligen Markus mit dem Löwen symbolisiert wurde, auch hiermit ihre Unabhängigkeit dokumentieren wollten. Schließlich gilt der auf der rechten Seite des Altarbilds verewigte heilige Hieronymus - wenn schon bei Marco Polo immer Zweifel bleiben werden - als gebürtiger Dalmatiner. Und der heilige Bartholomäus auf der linken Seite ist jedenfalls Schutzpatron der Boots- und Schiffsbauer. Damit passte auch er hervorragend nach Korcula, denn die Insel lebte jahrhundertelang vom Bootsbau. Noch in der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens beherbergte sie eine der größten Werften des Landes.

Von den zwölf Wehrtürmen, die rund um die Stadt Korčula misstrauisch das Meer überblickten, sind nur einige wenige übrig geblieben, doch in ihrem Schatten erzählen sich die alten Männer noch heute die Geschichte von den hundert osmanischen Schiffen, die im Jahr 1571 die Stadt attackierten. In symbolischer Form tut das ja auch der Schwerttanz Moreska bei jeder passender Gelegenheit vor dieser Kulisse. Dass Korčula nicht eingenommen wurde, verdankte die Stadt aber vor allem den Frauen, die sich als Männer verkleideten, und von den Mauern aus gegen die Angreifer kämpften.

Wer sich den griechischen Ursprüngen der Insel nähert, die im 4. Jahrhundert vor Christus hier liegen, rollt die Geschichte der Insel von einer wesentlich entspannteren Seite auf: Von der Stadt Korčula aus erreicht man das rund fünf Kilometer entfernte Fischerdorf Lumbarda mit dem Boot oder einfach im Auto. Keine staubtrockenen Monumente erzählen hier vom griechischen Korčula, sondern vielmehr eine recht fruchtige Rebsorte, die schon seit dieser Zeit auf der Insel heimisch ist. Im Gegensatz zu den schweren Rotweinen der benachbarten Halbinsel Peljesac handelt es sich beim daraus erzeugten Grk um Weißwein. Guter Stoff für Seefahrer angeblich - diesmal nicht für Marco Polo, sondern Odysseus -, sicher fürs flüssige Erzählen. (Florian Flieger/DER STANDARD/Printausgabe/4./5.4.2009)

Kommentar posten
21 Postings
schadubb
00
31.10.2009, 15:35
Vrata

das Tor

nicht vratar

schadubb
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31.10.2009, 13:56
Grk aus Lumbarda

ist vorzugsweise ein bernsteinfarbener, ausgezeichneter, schwerer und voll aromatischer Dessertwein.
Der Korculaner Weißwein Posip stammt aus Smokvica (auch Cara und Blato na Korculi) und ist ein hervorragender Speisenbegleiter, zum Beispiel für Fischgerichte.

On anem?
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Blatska "Kumpanija"

- nicht Kumpanja - !

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00
21.4.2009, 21:45
Übrigens am 23. April.

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00
21.4.2009, 21:34
1982 in Blato erlebt

Korrektur war notwendig.
Rotes Stricherl wird zurückgewiesen.

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10
Die Insel Scedro

ist im übrigen nicht der Insel Korcula sondern der Insel Hvar vorgelagert (vis-a-vis von Zavala auf Hvar).

Schach-Schech
00
2.11.2009, 13:01
Rot?

Torkula liegt etwas südlich nahe Lesina,
welch Bistum die Inseln Lesina, Brazza und Lissa samt kleineren Nebeneilanden umfasst.

Das weiland Bistum Curzola gehört zur Diözese Dubrovnik (früher einmal Erzbistum Ragusa).

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01
Korkyra melaina

soll ja auch der Zirze Insel gewesen sein, wo Odysseus Gefährten von dieser Zauberin in Schweine verwandelt wurden. Zirzes Grotte befand sich nahe Vela Luka.
Kalypsos Insel war nach dieser Theorie die südöstlich Korculas gelegene Insel Melite (Melita, Meleda, heute Mljet) mit Odysseus-Grotte.

In Lumbarda wurde eine ca. 2400 Jahre alte Steininschrift über Landaufteilung zwischen einheimischer Bevölkerung und vom altgriechisch besiedelten Issa (heute Insel und Stadt Vis) zugewanderten Griechen gefunden. Siehe auch Gradski Museum in der Altstadt von Korcula. Die Funde von Issa befinden sich im Archäologischen Museum von Split.

heja
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Korcula - einfach GEIL !!!!

Kultur und sauberes Wasser wohin man schaut !

Und Essen natürlich tip top

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00
Die Insel ist von Split aus ganzjährig mit dem Schiff erreichbar.

Nachmittags tägliche Lokalfähre von Split nach Vela Luka am Westende der Insel Korcula (50 km Inselstraße über Blato, Smokvica, Cara, Pupnat Zrnovo nach Korcula Stadt, von dort weiter nach Lumbarda oder auch nach Racisce).
Mehrmals in der Woche verkehrt das von Rijeka kommende Fährschiff, in der Früh von Splt auslaufend, nach Korcula Hafen (und weiter nach Dubrovnik, von wo tags drauf vormittags wieder Korcula angefahren wird).

Andre Resestoiserl
00
27.2.2012, 12:46

Teilweise nicht ganz richtig, in der Hochsaison (3xpro Tag) verkehrt eine Autofähre von Drvenik direkt ohne Zwischenhalt nach Korcula/Rascice, Fahrzeit ca.2 Stunden. Im September immer noch 2 x Tag. Drvenik liegt ca.eine halbe Stunde südlich von Makarska.

Anti Staberl
11
26.8.2009, 11:26
KORREKTUR

Stimmt nur teilweise: Im Sommer verkehrt eine (Auto)Fähre von Drvenik in ca.2 Stunden nach Korcula Stadt. Drvenik liegt am halben Weg zwischen Makarska und Ploce. Vorteil: Man kann auf der Autobahn bis Sestanovac fahren und ist dann in max.30 Minuten in Brela oder gleich auf der Autobahn bis Ploce....

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Veliki Petak

Die mittelalterlich anmutenden, großartigen Karfreitagsprozessionen in Korcula, Blato und auch in Hvar sind besonders eindrucksvoll.

wunderwutzler
104

Schön und gut, allerdings bei dem Preis-Leistungsverhältnis verzichte ich auf die Kroaten und verbringe lieber den Urlaub in Italien.

Sonny Crockett
00
28.6.2010, 11:44

Lignano gell :-)))

Anti Staberl
01
26.8.2009, 11:32
SO EIN SCHWACHSINN

Fahre seit mehr als 20 Jahren nach Korcula (Lumbarda) und bezahle in der Hochsaison für ein 4 Personen Appartement 50 EUR p.T. mit Blick aufs Meer. Und das unverändert seit 2002.

zeta_potential
00
30.10.2009, 14:10

Besuchen Sie Lumbarda na Korculi jetzt um die Zeit
der Olivenernte. Abgehärtete baden hier ganzjährig. Grk geniessen nicht vergessen!

Schlapsi
43

Da sollten sie einmal erleben, wie die erst die Yachtler auf den Inseln regelrecht ausrauben.

Sonny Crockett
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Tja die Geiz ist Geil Mentalität - einfach zum Kotzen.
Wenn man sich die Yachterei nicht leisten will soll man es lassen. Ich leiste mir auch keinen Ferrari um mich um die Unterhaltskosten im Nachhinein zu beschweren.

Dante Alighieri
01

Scherzal? ^^

On anem?
00

Jeder soll nach seiner Fasson versuchen, glücklich zu werden.

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