
Der Wissenschaftsminister will die Schlangen verkürzen - zumindest nach dem ersten Studienjahr
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) plant neue Hürden an den Unis, verriet er dem "Kurier" (Montag-Ausgabe). Mit einer Novelle des Uni-Gesetzes will Hahn eine verpflichtende "Studieneingangsphase" für alle Bachelorstudien etablieren.
Nach spätestens zwei Semestern soll überprüft werden, ob sich der Studierende in der gewählten Studienrichtung bewährt hat. Nur wer die Eingangsphase positiv absolviert, soll weiterstudieren dürfen, so Hahn. Die Novelle soll noch vor dem Sommer im Nationalrat beschlossen werden - sie würde damit bereits ab Herbst in Kraft treten. Flächendeckend soll sie aber erst 2010 - nach einer Übergangsphase - Realität werden.
Unis haben Gestaltungsfreiheit
Die Umsetzung im Detail möchte der Minister den Unis überlassen. Er schlägt aber vor, dass mehrere Prüfungen und nicht etwa eine einzelne entscheiden soll. Hahn vermutet, dass die Studierenden seine Pläne begrüßen würden. Dabei beruft er sich auf eine noch nicht veröffentlichte Umfrage.
Laut dieser Evaluierungsstudie halten 45 Prozent der Studenten Zulassungsbeschränkungen bei "bestimmten Studien" für notwendig; bei überlaufenen Studien seien 62 Prozent dieser Meinung. Jeder Fünfte lehnt Zulassungsbeschränkungen ab. Könnten die Studenten wählen, würde sich laut Umfrage eine Mehrheit für Knock-out-Prüfungen vor dem Studienbeginn entscheiden.
Zweifel und Kritik an Studie
Von den Ergebnissen der Online-Befragung von Studierenden auf die Zustimmung zu einer flächendeckenden Einführung von Zulassungsbeschränkungen zu schließen, hält die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) für "nicht gerechtfertigt". Die Ergebnisse der Online-Befragung von Studierenden müssten differenziert betrachtet werden, teilte die Studentenvertretung am Montag in einer Aussendung mit. Zweifel an der Studie und der "Seriosität dieser Daten" äußerten die Grünen.
44,7 Prozent der Studierenden hätten sich zwar dafür ausgesprochen, "dass Studieneingangsphasen 'notwendig' wären". Bei der Frage, "die auf die praktische Umsetzung abzielt, nämlich ob diese Phasen auch wirklich zum Einsatz kommen sollen, sagen nur 21,3 Prozent 'ja'", so der ÖH-Vorsitzende Samir Al-Mobayyed.
Auch SPÖ will Umfrage vorgelegt bekommen
Eine weitere Gefahr der Studie ortet die ÖH darin, dass sie "nur unter Studierenden durchgeführt wurde, die selbst von einem Zulassungsverfahren betroffen sind". Hier würden die Meinungen klar auseinandergehen, "je nachdem ob der oder die Befragte das Verfahren bestanden hat, abgelehnt wurde oder noch auf Ergebnisse wartet".
Die SPÖ sprach sich am Montag in einer Aussendung gegen neue Zugangsbeschränkungen, aber für eine "transparente, faire und nachvollziehbare Studieneingangs- und Orientierungsphase mit entsprechender Unterstützung für die Studierenden" aus. Es gehe jetzt darum, dass das Parlament die von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) "zitierte Umfrage umgehend vorgelegt bekommt", meinte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl. Sie halte nichts davon, mit "zweifelhaften Umfragen Stimmungsmache für flächendeckende Zugangsbeschränkungen zu betreiben". (APA/red, derStandard.at, 5.4.2009)
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Dass man, gerade zu Beginn eines Studiums mit etwas mehr konfrontiert ist als schlichtem am Schreibtisch sitzen und lernen ist dem guten Gockel offensichtlich nicht klar. Von der ersten eigenen Wohnung üner Nebenjobs und Eigenorganisation bis hin zur Erkenntnisfindung ob das gewählte Fach denn das Richtige ist, passiert hier sehr viel, und durch die ohnehin schon beschissene Situation in vielen Unis, wo allein schon die Organisation diverse Semester kosten kann wird die Sache nicht besser. Diese Totsparerei bei der Bildung ist Selbstmord.
und die haben ja angeblich eines der besten Bildungssysteme in Europa ;)
Eingangsprüfungen über ein breites Fächerspektrum für eine Fakultät bzw. eine Gruppe von Studienrichtungen. Z.B. für Naturwissenschaften (Biologie, Geologie, Chemie, etc.), Wirtschaft (BWL, VWL, Wirtschaftsinformatik), Sozialwissenschaften (Soziologie, Psychologie, etc.) usw. Ist die prüfung geschafft, gilt sie für alle inkludierten Fächer an allen Unis (Wechsel der Studienrichtung und uni ist somit möglich)
Der Sommer vor Studienbeginn ist halt mehr zur Vorbereitung als zum feiern gedacht
was soll das? lasst doch die studenten in ruhe! bummeln und probieren gehört vor allem in den ersten jahren zum studieren wie der titel zum diplom.
nach endlosen diskussionen über studiengebühren nun eine solche unnötige; es scheint schon wirklich methode zu sein, nur mehr angepasste streber in den akademischen reihen sehen zu wollen.
schade, wenn die mehrheit - aufgrund windiger umfragen - und nicht mehr die vernunft entscheidet.
Nein, die so genannte Generation 1000 Euro wird dort sicher nicht unterkommen, sondern Bachlor hin, Master her, Master of desaster and Fantasy and sonstwas von der Donau-Uni Krems etc. etc. kommt dort unter, wo sie eigentlich kein Studium gebraucht hätte - leider.
Soll wenigstens das Studieren selbst was bringen, und da gehört Bummeln und Probieren eben dazu.
naja, dafür schmeißt ihr schwarzen unser geld für kriegsflugzeuge und eu-vorbildlichkeit raus. hauptsache, ihr könnt an eurer pseudoelitären ständestaatlich-autoritären katholizistischen ideologie basteln und kassierts die pfründe. ihr werdet gröbere probleme haben, wenn die leute sich euer tun eines tages nicht mehr gefallen lassen.
Ich wäre dafür, Hahns brillianten Vorschlag präventiver qualitativer Selektion zuerst mal im Bereich der Regierung zu testen. Nur wer ressorteinschlägige Erfahrung nachweisen kann, soll künftig Minister werden dürfen und wer es dann geschafft hat, soll nach 6 Monaten einer rigorosen Überprüfung durch ein akademisches Fachkommitee unterzogen werden, ob er ausreichenden Erfolg bei der Umsetzung seiner vorab erklärten Ziele vorweisen kann und dem jeweiligen Ressort keinen Schaden zugefügt hat und im Fall des Versagens seinen Posten umgehend wieder räumen müssen.
Machen wir also unsere eigene, mindestens ebenso wissenschaftliche Umfrage: grün dafür, rot dagegen. - Danke im voraus für´s Mitmachen!
naja, so einfach wird das nicht sein mit dem leisten - ich glaub eher, daß dann die leute gezielt rausgeprüft werden. am leichtesten mit multiple choice-tests. es ist sehr einfach, den eindruck von gleichen bedingungen für alle zu erzeugen und scheinfairness zu betreiben, und dennoch bleibt am ende nur die gewünschte zahl übrig. außerdem bleibt der prüfer so weitestehend anonym, er ist also auch vor der wut der studierenden geschützt.
es geht ums eliminieren, nicht ums verbessern.
...dort gibt es:
a) einen an das Berufsleben angepassten Studienplan
b) Services wie eine Notification das etwas ausfällt (anstatt hin zu hetzen nur um einen Lehrsaal zu finden in dem 30 Leute sitzen und keiner weiss was von einer Ankündigung)
Das wär Service für Studierende, es würde ja schon reichen da ein Ordentliches System zu haben bei dem man als Student einen wirklich zentralen Anlaufpunkt hat, auf der TU z.B gibts zwar das TUWIS aber oft genug ist das nur ein Eintrag der wieder auf die LVA Homepage verweist und die sind ganz und gar nicht einheitlich gestaltet so dass man leider viel Zeit verschwenden muss damit die Information erst zu extrahieren...
Das war schlecht formuliert:
Ist jemand der Aufgrund seiner Berufstätigkeit nur 1-2 LVAs pro Semester macht ein Bummelstudent?
IMHO nein (klares nein). Es gibt tausend Gründe wie man das schlechtreden könnte, aber im derzeitigen Uni-System sind derartige Leute noch nicht einmal bedacht, mir ist es oft genug passiert das ich bei einem LVA-Leiter war und speziell nach Übungsterminen gefragt habe die ich auch wahrnehmen kann (keine Extra Termine sondern nur in Gruppen die leider bereits "voll" waren rein zu kommen).
Da kam einfach ein nein. Ergo: Ich werde auf der Uni keinen Abschluss machen, das was ich bisher habe lass ich mir an einer FH anrechnen und mache das dort Berufsbegleitend, da zahl ich aber auch gern..... (more to come)
Was würde es eigentlich kosten die Kapazitäten der überlaufenen Fächer (GeWi und WU, ohne Medizin) auf ein akzeptables Niveau zu heben und uns die ganze Diskussion zu sparen? Ich hab irgendwie das Gefühl diese Zahl würde mich im Vergleich zu anderen Infrastruktur- und Konjunkturprogrammen nicht mal ansatzweise schockieren.
Absolut richtig. Dass manche studenten Zulassungsbeschränkungen gutheißen, liegt an fehlenden Kapazitäten und großer Konkurrenz am Arbeitsmarkt. Es zahlt sich aus, Bildungsinteressen nicht zu unterdrücken und über den Bedarf des Arbeitsmarkts hinausgehende Studien und Studienplätze anzubieten. Dass am Arbeitsmarkt jene, die besonders geeignet und engagiert sind, nicht benachteiligt sind, kann z.B. durch eine strengere Benotung ausgeglichen werden, und dadurch, dass die Noten für Beihilfen wichtiger sind als die Dauer des Studiums.
Geld für Bildung ist mit Sicherheit sinnvoller als für Maßnahmen, die NUR darauf abzielen, Arbeitsplätze und Wirtschaftssysteme in ihrer jetzigen Form zu erhalten (s. Verschrottungsprämie, Subventionen)
Zugegeben, keine gute Auswahl, aber:
Ich finde es jedenfalls besser, mit "zweifelhaften Umfragen Stimmungsmache für flächendeckende Zugangsbeschränkungen zu betreiben" als immer ganz ohne Umfragen Lobbying dagegen zu betreiben.
Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis im Bereich der Uni-Politik endlich die extreme Emotionalisierung schwächer wird und Vernunftlösungen möglich werden.
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