Soziales Profil der SPÖ

Landeshauptmann Voves ließ Konzept erarbeiten

5. April 2009, 13:21
  • "NEW" - "Sozialdemokratische Überlegungen für eine neue europäische Wirtschaftspolitik"

Wifo-Experte Marterbauer stellte für die steirische SPÖ Überlegungen für ein "Neue europäische Wirtschaftspolitik" an - Präsentation nach Ostern

Wien - Die SPÖ feilt eifrig an ihrem in den eigenen Reihen stark nachgefragten "sozialen Profil". Der steirische Parteichef Franz Voves hat dafür programmatisches Unterfutter geordert: Sein Büromitarbeiter Thomas Karasek und der Wifo-Experte Markus Marterbauer stellten für ihn "Sozialdemokratische Überlegungen für eine neue europäische Wirtschaftspolitik" - griffiges Kürzel: "NEW" - an. Darin fordern sie Maßnahmen wie eine temporäre Aussetzung des Stabilitätspakts, ein "strenges" Kartellrecht, EU-weite verbindliche Mindeststeuersätze, verstärkte Vermögensbesteuerung und konkret etwa eine Wertschöpfungsabgabe zur Pensionsfinanzierung in Österreich.

Fokus auf Soziales und Bildung

Verteilungsgerechtigkeit, Entlastung des Faktors Arbeit, Fokus auf Soziales und Bildung und den Finanzmärkten stärker auf die Finger schauen, das sind zentrale Punkte des Papiers. Die "unkontrollierte neoliberale Marktwirtschaft" mit allen "Verirrungen der Ideologie der 'Marktreligiosität'" sei gescheitert, die Planwirtschaft ebenso, nun müssten neue Alternativen her, so die Autoren.

Aktuelle Forderung anlässlich der Wirtschaftskrise: Der Stabilitätspakt - und damit die Maastricht-Grenze für das Budgetdefizit von drei Prozent - solle ausgesetzt werden. Generell gehöre er reformiert. Öffentliche Investitionen, die "langfristig positive Wirkungen auf die Wirtschaft haben", sollten sich nicht Maastricht-relevant auswirken, zudem sollten die Staaten in wirtschaftlichen Krisenzeiten geradezu "zu expansiven Maßnahmen" verpflichtet werden.

Finanz- und wirtschaftspolitisch treten die Autoren für ein verschärftes Kartellrecht und mehr Transparenz ein, eine Stärkung der Finanzmarktaufsicht, Dividendenkürzungen, wenn das Unternehmen öffentliche Mittel in Anspruch nimmt, sowie Beschränkungen für Managergehälter und Bonuszahlungen. Steuermäßig schwebt ihnen zur "Verhinderung des schädlichen Steuerwettbewerbs" die Einführung "EU-weit verbindlicher Mindeststeuersätze" vor, zudem eine EU-weite Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne, die von den Nationalstaaten noch mit Aufschlägen aufgefettet werden könnte. Eine "EU-weite Finanztransaktionssteuer oder eine Kerosinabgabe" brauche es auch. Im Bereich der sogenannten Daseinsvorsorge, die vor allem im Kommunalbereich "vom Wettbewerbsrecht auszunehmen" sei, tritt man unter anderem für Preisstützungen ein. Europaweit verpflichtend solle eine Registrierung von Lobbyisten werden.

"Aktive Arbeitsmarktpolitik"

Insgesamt wird eine "aktive Arbeitsmarktpolitik", für Österreich auch die Anhebung des Arbeitslosengelds gefordert, eine Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für Jugendliche sowie ein Ausbau der Mindestsicherung (die freilich noch gar nicht eingeführt ist). In der Altersvorsorge brauche es eine Stärkung des Solidarsystems, in Österreich müsse konkret die Harmonisierung weitergeführt werden, eine Wertschöpfungsabgabe für die Finanzierung der Pensionen eingeführt.

Das Konzept ist derzeit auf der Homepage der SPÖ Steiermark abrufbar, soll aber wohl bald in die Welt hinausgetragen werden, will man doch "eine europäische Debatte initiieren", wofür sich auch der EU-Wahlkampf anbietet. Nach Ostern ist eine offizielle Präsentation geplant. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 26
1 2
also dann ...
00
JUST DO IT ( ! ) ... voves + häupl wachen aus dem "winterschlaf" auf - gut so ! und dass faymann...

...unter ihm ist die politik total zur "beliebigkeit" - verkommen, von gestalten (der freiw. verzicht auf schlüssel-ressorts zeigt dies!) kann keine rede sein !

und was eine rudas...hinterher-sabbert...
ist so entbehrlich, wie das wetter von vorvorgestern.

die zeiten der "krise"...
sind dazu da, veränderungen einzuleiten
w a n n : wenn nicht jetzt ?
es wird zeit, dass ÖGB, AK, die jungen...
und ein paar verbliebene alten der SD
(vranz + androsch... sind ja auch nur mehr relikte !)
+ voves, häupl usw.
den studien-ab-brecher ... vor sich her treiben !

tun sie es nicht...
werden die wahlniederlagen auf einem niveau zw. 25-30 % (unter dem gusi-level !) eingefahren werden...
- that`s for sure !

echtzeit2
00
Wenn noch dazu das "Schlaraffenland" Agrarförderungen abgestellt würde, hätte die Republik auf einen Schlag 3,4 Milliarden € mehr an frischem Geld für den Staatshaushalt zur Verfügung. Und noch dazu jedes Jahr.

Wäre ja durchaus Klug, einen fetten Brocken von diesen 3,4 Milliarden in Bildung und Forschung zu investieren.

Charly Blecher
11
Das neue Wahlplakat von Voves sagt wohl alles...

Will er sich doch als der neue Sonnenkönig präsentieren...vor dem Sonnenuntergang...

bauser
11
Da will sich einer innerparteilich profilieren und sein Profil schärfen


Da bringt sich ein Kandidat für die Zeit nach Faymann in Stellung.

motorwas
00
wurden nach den paar jahren

ausgliederungen und halb-ganzprivatisierungen volkswirtschaftlich schon evaluiert-bringts jetzt was,oder kostet das uns noch mehr?gibts dazu aktuelle news?

dave47
03
präsentation nach ostern, gibts nur mehr lehrer?

wobei ja auch scheinbar die freigestellten betriebsräte der lehrer diese woche ferien machen, der nächste termin mit schmidt ist am 14.4.

einfach österreich, einfach gemein.

dagobert wien
135
nix neues

nix neues unter der sonne. mal ehrlich was kann die spö den anderes als: STEUERN erhöhen und schulden machen? ned viel, oder?

sociovation
311
Ohne Steuererhöhungen

auf Vermögen und hohe Einkommen droht uns der totale ökosoziale Kollaps - und zwar schon recht bald.
OK, man könnte die bestehenden Beamtenpensionen auf ASVG-Niveau senken.
Das würde die Sache um eine paar Jahre verzögern...
Das Problem der Konservativen ist, dass sie glauben, man könnte Steuern senken und gleichzeitig die Staatsausgaben erhöhen. Die Konservativen können nicht rechnen und daher auch nicht wirtschaften - außer in die eigene Tasche.

sociovation
20
Nachsatz

In letzterem stehen ihnen natürlich die "Sozialdemokraten" um nichts nach.

Walter Bimini
00
der staatsbankrott wird nicht mehr lange auf sich warten lassen - sozusagen der zusammenbruch ost.

Jingoist
41
Sie ist auch beispiellos im Täuschen von Menschen.

In dem sie sich der Bevölkerung als unfassbar sozial verkauft, weil sie das Geld das sie den Leuten durch hohe Steuern aus der Tasche zieht, dann in Bruchteilen als Almosen in Form von Sozialleistungen wieder überträgt. Das funktioniert offenbar ganz gut für die Roten.

h_v_v111
00

Doch: warme Luft produzieren! :-)

Laurin
41
Satire reinsten Wassers

Tom93
25
hört sich alles sehr vernünftig an

jetzt muß man nur noch hoffen, daß sich der sozialdemokratische flügel in der spö irgendwann gegen die marktliberalen opportunisten und großkoalitionäre um faymann, bures, rudas, häupl& co, durchsetzt. könnte wohl länger dauern, aber marterbauers papier deutet schon mal in die richtige richtung. wenn faymann nur was anderes als die "krone" lesen würde...

Max Ebenführer
116
endlich...

...eine sozialdemokratische alternative zur aktuellen misere. marterbauer ist ein sozialdemokrat in reinkultur. das papier ist eine ordentliche grundlage für eine gesamteuropäische diskussion.
leider war meines wissens bisher kein einziger sozialdemokrat von rang dazu bereit, eine sozialdemokratische alternative zur aktuellen wirtschaftsdiskussion zu platzieren. DANKE an die beiden autoren für den ersten impuls in diesem zusammenhang.

sociovation
00
Der Mann hat mit Sicherheit

keine Zukunft in der SPÖ...

Freigeist78
06

Ich stimme Ihnen ja zu, Marterbauer ist einer der ganz wenigen absolut kompetenten Ökonomen in der SPÖ. Das Problem ist, spannende Papiere hat er in den letzten Jahren viele geschrieben.

Ich erinnere nur an seine private Studie zu den Verteilungswirkungen des ersten Budgets von schwarz/blau. Immer noch lesenswert.

Nur wurden die Papiere schon bei Gusenbauer ignoriert und werden es wohl bei Faymann erst recht. Höchstens wird was zusammenhanglos herausgenommen, wenn es sich für einen Wahlkampf als griffiger Slogan eignet.

Ändern würde sich nur etwas wenn dort wo die Faymanns sitzen Leute mit dem Intellekt eines Marterbauer hinkämen. Nur das wird in der SPÖ nie passieren. Höchstens durch einen Jahrtausendzufall a la Zapatero.

makonogo
43

1.Wie ernst soll meine eine sozialdemokratische europäische Initiative nehmen, wenn der Parteispitze der ORF Chefposten wichtiger ist als der eines Kommissars in der EU Kommission?

2. Sich mit Europa zu beschäftigen bedeutet sich ganz massiv mit Außen- und Sicherheitspolitik zu beschäftigen. Und die SPÖ schwenkt in diesem Politikfeld von völliger Naivität bis zu peinlicher Ignoranz. Für eine staatstragende Partei ist beides einfach zu wenig.

Sanzo
02
worin bemerkt man das bei...

der övp ? STRASSER ?
den grünen ? - entfernung ihres größten Expertens
die andern zwa kommentier i net.

kann nicht beurteilen wer hier am schlimmsten ist aber einen hannes swoboda, immerhin vize-vorsitzender der europäischen Sozialdemokratie, würd ich jetz weder ignorant noch naiv nennen.

bin jetzt kein parteisoldat, aber diese pseudo-fundierten-hetzschreiberlein gehen ma a bissl am keks.

Max Ebenführer
12
jaja,...

...und alle anderen fraktionen im österr. Parlament haben "staatstragend" die weisheit mit dem löffel gefressen. oder wie? an dem von ihnen genannten spiel hat der onkel erwin wahrscheinlich weit mehr anteil als der werner faymann.

Marilynn E.
11

witzig, daß die SPÖler bei Kritik an der SPÖ immer damit antworten, daß die anderen Parteien auch nicht besser sind. Das ist aber noch lange kein Grund euch zu wählen oder euch was zuzutrauen. Umso mehr, als es offensichtlich keine Erwiderung zu einer berechtigten Kritik gibt, sondern man nur versucht abzulenken.

also dann ...
00
hmhm ... wenn sie ihren kommentar unter den wi-politischen von "vorgestern"... der ö v p

posten...
brauchen sie keinen satz zu ändern - stimmt.

LT81
00
stimmt sie haben recht...

schaut aber bei anderen parteien nicht anders aus, das ist nun mal fakt. selbst sie schreiben diese aussage oft genug oder wollens das abstreiten.
dadurch zeigt sich, dass sämtliche politiker nur mehr herumrudern, die frage ist nur in welche richtung es geht.
da ist mir die spö hald bei weitem lieber als die fpö z.b

Max Ebenführer
00
naja,...

...darum ging es mir ja gar nicht. mir geht mehr die scheinintellektuelle debatte, wer da jetzt der "europa-weltmeister" ist und wer nicht schon jetzt auf die nerven. die spö hat sich positioniert, die anderen parteien versuchen das ebenfalls. aber bitte nicht mit dem zitat wie oben..."die SPÖ schwenkt in diesem Politikfeld von völliger Naivität bis zu peinlicher Ignoranz. Für eine staatstragende Partei ist beides einfach zu wenig." - mit diesem superschmarrn kann ich in keinster weise etwas anfangen! das ist purer blödsinn.

h_v_v111
01

Das hat @makonogo ja gar nicht behauptet! Hier in diesem Artikel geht es um die SPÖ und nicht die Anderen. Und wenn deren schlechte Politik als Maßstab für die genauso schlechte Politik der SPÖ hergenommen wird, dann ist es mit der SPÖ halt nicht mehr weit her!

Abgesehen davon ist der Onkel Erwin weder Bundeskanzler noch SPÖ Vorsitzender.

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