Openmoko gibt freie Handy-Entwicklung auf

3. April 2009, 11:59
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    grafik: archiv

Hälfte der MitarbeiterInnen entlassen - Konzentration auf neues Gerät - allerdings nicht im Mobilfunkbereich

Openmoko war angetreten um den Mobilfunkmarkt nachhaltig zu verändern. Mit einem radikal freien Ansatz wollte man den traditionell stark proprietären Bereich weit öffnen, nicht nur die Software auch die Hardware hatte man zu diesem Zweck als Open Source entwickelt.

Nische

Doch sowohl der "Neo 1973" als auch das Nachfolgemodell "Neo Freerunner" blieben absolute Nischenprodukte, jenseits Software- und Hardware-Hacking-Kreisen fanden sie praktisch keine AbnehmerInnen. Nun zieht man bei der FIC-Tochter die Notbremse: Die Entwicklung der Mobiltelefone wird eingestellt, die Hälfte der MitarbeiterInnen von Openmoko werden entlassen. Eine Maßnahme, die notwendig sei, um überhaupt weiterhin im Geschäft bleiben zu können, wie Openmoko-Geschäftsführer Sean Moss-Pultz auf der Openexpo in Bern unumwunden zugegeben hat.

Zukunft

Was dies für die langfristige Zukunft des Unternehmens bedeutet, ist bislang noch weitgehend ungewiss. Klar ist jedenfalls, dass man zunächst keinerlei Engagement im Mobilfunkumfeld mehr anstrebt, ein neues Gerät für einen anderen Bereich stellt man nun in den Mittelpunkt, so Moss-Pultz. Nähere Details wollte der Openmoko-Geschäftsführer gegenüber der Berner Zeitung derzeit allerdings noch nicht nennen.

Probleme

Openmoko hatte von Anfang an immer wieder mit Hard- und Softwareproblemen zu kämpfen, so musste man anvisierte Fertigungsdaten mehrmals verschieben, zentrale Softwarebestandteile wurden einige Male ausgetauscht. Ein Problem für das Projekt war wohl auch der Aufschwung anderer Linux-basierter Mobil-Betriebssystem wie Googles Android. (apo)

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23 Postings
Schade

Ich wollte mir einen Freerunner kaufen, seit dem die finale Version angekündigt war. Leider gibt es in Österreich kein einziges Geschäft, in dem man es hätte kaufen können. Für die Sammelbestellung in meiner Umgebung war ich zu spät, die drei Webshops aus Deutschland entsprachen nicht meinen Vorstellungen, da sie nur gegen Vorauskasse oder bei Bezahlung über Kreditkarte liefern wollten.

"da sie nur gegen Vorauskasse oder bei Bezahlung über Kreditkarte liefern wollten"

Was auf 99,99% aller Webshops zutrifft.

kommt drauf an, wie man gewichtet

wenn man jeden winzigen Webshop gleich gewichtet, dann vielleicht ja; wenn man Amazon, als größten Webshop entsprechend höher miteinbezieht, also nicht mehr xx Prozent aller Webshops sagt, sondern yy Prozent aller Bestellungen in Webshops, ist das yy schon wesentlicher kleiner, als das xx.

Und irgendwie verstehe ich eh nicht, warum sich openmoko gerade drei kleine Webshops augesucht hat, anstand einen ordentlichen wie Amazon.

openmoko zieht lediglich project B dem GTA03 vor da dieses nur ein drittel der entwicklungkosten benötigt und man am markt überleben möchte..

wenn die kalkulationen aufgehen will man vl. schon 2010 wieder am GTA03 weiterarbeiten....

Das war mir von Anfang an klar, dass es ein Nischenprodukt bleiben wird.
Dazu noch das hässliche Design.
Marktforschung hat man scheinbar keine gemacht.
Und nur immer Propieträr schlecht zu machen und auf OpenSource zu setzen kann auch nicht funktionieren.
Dafür bekommt man dann eben so ein Ergebnis.
Kein Verlust für mich....

das moko ist 10mal hübscher als das google handy (und das verkauft sich erstaunlicherweise auch) .. 20mal robuster als alle anderen geräate ist es auch und die freiheit der hardware und software hat überhaupt nichts mit der vermeitlichen abneigung von proprietären produkten zu tun sondern mit der der offen geäusserten vorliebe der freiheiten die diese mitsichbringt.. dies nicht zuletzt weil die kleine firma openmoko diese projekt anders gar nicht aufziehen hätte können.. das neo ist in der planung das letzte entwicklermodell vor dem consumer modell und die anzahl der distributioenen, software etc. und auch deren qualtiät wächst täglich.. selbst wenn es kein GTA03 gibt wird auf meinem zb. HTC dann halt SHR oder hackable1 installiert. thx

Man stelle sich vor sie hätten ihr Kommentar schon vor einem Jahr gepostet. Die Firma wäre gerettet worden!

sehr schade

ich hätte mir sicherlich ein solches gerät überlegt, wenn es einen gewissen stabilitätsgrad erreicht hätte. Für die frühen experimente hab ich zu wenig ahnung und zu wenig geld...

schade für die open source gemeinde...

ich hätte mir garantiert so ein Handy zugelegt

aber da es nicht über die halbfertige Release raus gekommen ist...

ich hab auch ernsthaft daran gedacht.. aber da ist dann ein halbes jahr vergangen.. und noch ein halbes jahr.. und noch eins...

ohne 3G...

... ohne UMTS und 3G war das Teil bei mir schnell wieder vergessen... ansonsten wär ich ganz einverstanden gewesen... aber so nicht.

der Neo 1973 war ja eigentlich nur fuer Developer gedacht

und der Neo freerunner ist dann um ewigkeiten zu spaet rausgekommen. Da hat sich die welt mittlerweile schon wieder weiterbewegt gehabt.

und selbst der freerunner war mehr für das development als irgendwas anderes

Android mit OpenMoko zu vergleichen ist ein starkes Stück... OpenMoko ist/war offen!

Das Problem waren bei denen wirklich die 14tägigen 180°-Richtungswechsel bei der Plattform. GTK, Qt, EFL, WTF, FCR,... wer grad immer aufm Selbstverwirklichungstrip war, hat bei FIC Gelegenheit dazu bekommen. Ein bißchen klarere Ziele hätten da nicht geschadet.

du hast in beiden punkten völlig recht, trotzdem war android ganz sicher ein großer schaden für openmoko.

mit dem start von openmoko war die "freie" mobilkommunikaiton extremst dringend, heute wäre so etwas acuh wichtig, aber die prioritäten haben sich verschoben.

android verwirklicht zwar keine träume von der großen freiheit, aber es bietet zumindest die für die wirtschaft wichtigsten vorteile von oss. und weil der riese google dahinter steckt, vertraut man auf qualität und zukunftasusichten mehr, als beim kleinen openmoko.

Ich glaub nicht daß die Zielgruppen von Android und OpenMoko sich überschneiden.

Android richtet sich an traditionelle Hersteller, die aus dem halboffenen System ein stinknormales, geschlossenes Handy bauen. Der Endenwender merkt nix von Offenheit - und dem durchschnittlichen Android-User wirds wohl auch wurscht sein.

OpenMoko hat sich direkt an Enduser gerichtet, die ein wirklich freies System haben wollten. Es war als Option für Hersteller wie HTC/Nokia/SE/.. völlig uninteressant - weil sie kein Geschäftsmodell drum herum aufbauen konnten.

aber android hat einen riesenvorteil am markt, weils open source ist. auch wenns dem anwender egal ist.

das hätte langfrsitig die openmoko-software sein können. jetzt werden sogar freerunner-geräte mit vorinstalliertem android verkauft.

nochmal:

android hat einen vorteil, weil es *nicht* frei ist. die handy-industrie setzt es ein, weil sie es sich mit relativ geringem entwicklungsaufwand anpassen und dann als geschlossenes system an konsumenten verscherbeln läßt.

oponmoko hätte diese rolle niemals einnehmen können. die gpl-lizensierung hätte genau das (gottseidank) verhindert. man hätte ein openmoko handy auch mit freier software auf den markt bringen müssen. dafür ist in den geschäftsmodellen kein platz.

ich hoffe sie produzieren

... so eine art openIpod... den bräucht ich ;)

iPod und Open

ist widersprüchlich...

genau so wie MS und Open...

Wer alles offen hat ist nicht ganz dicht ...

...

Gibt mehrere Player mit offener Plattform.
Und ich meine nicht nur die Rockbox/iPodLinux-Geräte.
Einen Vorteil von offener Hardware sehe ich hier allerdings nicht.

sowas wird eh schon entwickelt, obs jemals marktreif wird ist eine andere frage: http://forums.rockbox.org/index.php... pic=6751.0

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