Kaffee kann gegen Mundgeruch helfen

26. Juni 2009, 18:06
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Haifa - Kaffee mit Milch kann wegen Bakterien, die bei der Zersetzung helfen, zu Mundgeruch führen. Kaffee pur hingegen hat eine desodorierende Wirkung, wie israelische Forscher bei Tests mit Kaffee-Speichel-Mischungen herausfanden. Welches Molekül indes den antibakteriellen Effekt auslöst, ist noch ungeklärt. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 27./28.6.2009)


Einer von zehn Europäern trinkt sich zu Tode

London - Gleich mit einer ganzen Artikelserie widmet sich die renommierte britische Medizinzeitschrift Lancet in ihrer aktuellen Ausgabe dem Thema Alkohol. Der Grund: Im Vergleich zum Tabak sei Alkoholmissbrauch eine weithin unterschätzte Gesundheitsgefahr, die in Europa für zehn Prozent der Todesfälle direkt verantwortlich sei. Weltweit beträgt diese Rate immerhin noch vier Prozent, in den europäischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion sterben mehr als die Hälfte der Männer unter sechzig Jahren dran. Immerhin: Weltweit sind 45 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen abstinent. In Kommentaren plädieren Experten unter anderem für eine starke Erhöhung der Alkoholpreise sowie Werbeverbote. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. Juni 2009)


Säugetier-Evolution ist vom Breitengrad abhängig

Bisher ging man davon aus, dass sich genetische Veränderungen unabhängig vom Klima vollziehen würden. Das will nun ein Forscherteam rund um Len Gillman von der Technischen Universität Auckland in den Proceedings der Royal Society B widerlegt haben. Die Analyse von 260 Säugetierarten habe nämlich ergeben, dass sich evolutionäre Entwicklungen umso schneller vollziehen, je wärmer das Klima ist. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2009)


Für mehr als zwei Drittel ist Wissenschaft "männlich"

Washington - 70 Prozent der Bevölkerung in 34 Ländern assoziieren Naturwissenschaft und Mathematik mit männlichen Geschlechterstereotypen - und zwar unabhängig von Geschlecht der Befragten. Das zeigte sich bei einer Untersuchung, für die mehr als eine halbe Million Menschen befragt wurde. Besonders aufschlussreich an der im Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichten Studie ist, dass die Geschlechtervorurteile unmittelbar mit den Leistungen der Mädchen in den entsprechenden Fächern zusammenhingen. Mit anderen Worten: Je "männlicher" die Wissenschaft in der jeweiligen Bevölkerung eingeschätzt wurde, desto schlechter schnitten die Mädchen bei naturwissenschaftlichen Vergleichstests in der achten Schulstufe ab. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23. 6. 2009)


China: Erfolgreicher Test für Männerverhütungsmittel

Hannover - Chinesische Forscher haben eine Testosteron-Spritze als Verhütungsmittel für Männer erfolgreich getestet. Für die Untersuchung bekamen 1045 männliche Teilnehmer zweieinhalb Jahre lang monatlich 500 Milligramm Testosteron in den Gesäßmuskel gespritzt. Durch das von außen zugeführte Testosteron hätten die Männer kein eigenes mehr produziert - und auch keine Spermien. Nur die Partnerin jedes 100. Probanden sei schwanger geworden, berichtet die Zeitschrift Technology Review in ihrer Juli-Ausgabe. (DER STANDARD, Printausgabe, 20./21. 6. 2009)


Affen täuschen ihre Chefs, wenn es um Futter geht

Affen halten ihre Kenntnisse über Futterstellen geheim, wenn ihr Chef in der Nähe sitzt. Diese Zurückhaltung zur Täuschung eines Konkurrenten hängt bei verschiedenen Arten allerdings davon ab, wie streng die Hierarchie in der Gruppe ist, berichtet ein internationales Forscherteam in den Proceedings of the Royal Society B. Die Gruppe um Federica Amici von der Universität Liverpool hatte rund um die Welt Geoffroy-Klammeraffen, Hauben-Kapuzineraffen und Javaneraffen untersucht. Erst kürzlich hatten Wissenschafter nachgewiesen, dass Kapuzineraffen häufig "falschen Alarm" vor nichtexistierenden Feinden geben und sich dann an dem verlassenen Futter gütlich tun. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 17.06.2009)


Eine Nase für Nierenversagen

Haifa - Israelische Forscher berichten von einem neuen Testverfahren, das chronisches Nierenversagen buchstäblich erschnüffeln kann: Zumindest bei Ratten kann die elektronische Nase den Atem von gesunden und von nierenkranken Tieren eindeutig zu unterscheiden. Insgesamt können so über hundert flüchtige organische Verbindungen identifiziert werden, von denen sich 27 ausschließlich im Atem der nierenkranken Ratten fanden, schreiben die Forscher im Fachblatt "ACS Nano". (DER STANDARD, Printausgabe, 16. 6. 2009) 


Ahornsamen fliegen ähnlich wie Insekten und Kolibris 

Washington - Es ist ein klassischer Fall von "Mehrfacherfindung" der Evolution: Wie niederländische Forscher der US-Wissenschaftszeitschrift Science (Bd. 324, S. 1438) schreiben, nützt ein in der Luft kreiselnder Ahornsame genau die gleiche Technik wie alle möglichen Flugtiere: Über der oberen Kante seines Flügels wird ein Minitornado erzeugt, der ihn nach oben zieht und seinem freien Fall entgegenwirkt.

Gebirgsblume im Kaukasus wurzelt im Schnee 

Amsterdam - Über eine völlig neue Form der Wurzelbildung berichten russische und niederländische Forscher im Fachblatt Ecology Letters. Der im Kaukasus wachsende Lerchensporn entsendet feine Wurzeln in die Schneedecke über ihm - vermutlich, um zu Nährstoffen zu gelangen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14 6. 2009)


Warum Wale unter Taucherkrankheit leiden

Honolulu - Schnabelwale bekommen die Taucherkrankheit, wenn sie zu schnell an die Meeresoberfläche schwimmen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sie vom Sonar von Marineschiffen erschreckt werden. Diese These bestätigen Forscher in der US-Fachzeitschrift Respiratory Physiology and Neurobiology (online). (AP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2009)


Regenwald-Rodungen bringen keinen Wohlstand

Washington - Die Abholzung des Amazonas-Regenwalds bringt den dort lebenden Menschen nicht den erhofften Wohlstand, zeigt eine Vergleichsuntersuchung über 286 Amazonas-Gemeinden. Wie Forscher im Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 324, S. 1435) schreiben, verzeichnen die Gemeinden zwar unmittelbar nach der Rodung der Wälder durch Holzverkauf und die anschließende landwirtschaftliche Nutzung zunächst einen signifikanten, raschen Anstieg des Lebensstandards, der aber in den Folgejahren bald verpufft. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2009)


Tiefschlaf fördert tatsächlich die Kreativität

Wenn der Surrealist Saint-Pol-Roux ein Nickerchen machte, hängte er sich ein Schild mit dem Titel "Le poète travaille" (Der Dichter arbeitet) an die Tür. Recht hatte er, wie nun US-Psychologen im Fachblatt PNAS indirekt bestätigen. Bei Tests mit Freiwilligen, die vor dem Lösen vorher gestellter Aufgaben entweder nur ruhen oder ausgiebige Schläfchen machen durften, erzielten jene Probanden deutlich bessere Ergebnisse, die einige Zeit in der REM-Schlafphase verbrachten. Das galt insbesondere bei Tests, bei denen es auf kreatives Kombinieren ankam. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 10.6.2009)


Karton kann Geschmack von Wein verbessern

St. Catharines - Schlechte Nachricht für Weinsnobs: Nach neuesten Erkenntnissen kanadischer Forscher können Kartonverpackungen einen positiven Einfluss auf den Geschmack des Weins haben. Wie sie im "Journal of Agricultural and Food Chemistry" schreiben, werden im Tetrapack unerwünschte Duftstoffe, die bei der Weinproduktion in das Getränk gelangen, gebunden. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. Juni 2009)


Eigröße hat bei Eidechse Einfluss aufs Geschlecht

Sydney - Bei uns Menschen sind es die Gene, die den Ausschlag geben. Bei einer australischen Eidechsenart spielen aber noch zwei weitere Faktoren eine Rolle, ob der Nachwuchs weiblich oder männlich wird: die Umgebungstemperatur der Eier (was man schon wusste) und die Größe der Eier (was neu ist). Wie Forscher der Uni Sydney in "Current Biology" (online) berichten, schlüpfen aus größeren Eiern eher Weibchen. Die Eigröße kann dabei sogar das genetische Geschlecht abändern. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 6./7. 6. 2009)


Erstmals natürliche Quasikristalle gefunden 

Washington - Quasikristalle, die erst 1982 entdeckt wurden, sind seltsame Strukturen: In ihnen sind Atome bzw. Moleküle in einer scheinbar regelmäßigen, in Wahrheit aber aperiodischen Struktur angeordnet. Bisher dachte man, dass sie nur künstlich hergestellt werden können. Doch nun entdeckten Forscher in den Nano-Strukturen eines Minerals namens Khatyrkita, das im Korjakengebirge im Nordosten Sibiriens vorkommt, eine Quasikristall-Struktur, wie ein italienisch-amerikanisches Forscherteam im Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 324, S. 1306) berichtet. Offen bleibt die Frage, wie sich das Mineral natürlich gebildet hat. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. Juni 2009)


(Image courtesy of Science/AAAS)

Speed-Dating: Rollentausch verändert Grundsätze 

London - Psychologen gingen bisher davon aus, dass es beim Speed-Dating einen festen Grundsatz gibt: Frauen auf Partnersuche sind wählerischer als Männer. Die Erklärung: Frauen investierten mehr Energie in die Fortpflanzung, also sei es für sie auch wichtiger, genau den richtigen Partner zu finden. Das stimmt freilich nur bedingt, wie eine neue Studie (veröffentlicht von Nature News) herausfand. Wenn es - wie üblich - die Männer sind, die bei den Single-Treffs aufstehen und von Tisch zu Tisch wandern, dann trifft der Grundsatz zu. Er verschwindet allerdings, wenn die Männer sitzen bleiben und die Frauen herumgehen. Was hinter diesem Rollentausch steckt, können die Autoren der Studie (noch) nicht erklären. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. Juni 2009)


Diabetes-Medikament könnte bei Krebs helfen

London - Ein nordamerikanisches Forscherteam hat per Zufall eine überraschende Entdeckung gemacht, die künftig bei der Krebs- und Virusabwehr eine Rolle spielen könnte. Die Wissenschafter fanden heraus, dass der DiabetesWirkstoff Metformin die Effizienz der T-Zellen des Immunsystems steigert, wie sie in Nature (online) schreiben.

Kulleraugen können Glücksgefühle auslösen

Münster - Niedliche Kindergesichter sprechen das Belohnungszentrum im weiblichen Gehirn an und lösen dort Glücksgefühle aus. Das berichtet ein US-deutsches Forscherteam im Fachblatt PNAS. Damit wurde quasi neurophysiologisch bestätigt, was Konrad Lorenz bereits 1943 über das "Kindchenschema" schrieb.

Für Riesenteleskop neue Eso-Mitglieder gesucht

Wien - Auch wenn die Planungen für das von der Europäischen Südsternwarte (Eso) angepeilte neue "Extremely Large Telescope" bereits laufen, wird dessen Verwirklichung ohne neue Mitglieder kaum möglich sein. Das sagte die Innsbrucker Astronomin Sabine Schindler am Rande der Eso-Council-Tagung in Wien. (DER STANDARD, Printausgabe, 4. 6. 2009)


Beim Rechnen spielt Geschlecht doch keine Rolle

Mädchen und Frauen sind von Natur aus nicht schlechter in Mathematik als Buben und Männer. Vielmehr verursache die unterschiedliche Ausbildung und Förderung eine geschlechtsspezifische Differenz, berichten zwei US-amerikanische Forscherinnen im Fachblatt PNAS nach Vergleich zahlreicher internationaler Tests. (red, Der STANDARD/Printausgabe 3.6.2009)


Gen-Varianten können Hodenkrebsrisiko erhöhen

Ein britisches Forscherteam um Elizabeth Ripley vom Institut für Krebsforschung (ICR) hat entdeckt, welche Gene für die Entstehung von Hodenkrebs verantwortlich sind. Laut ihrer in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlichten Studie erhöhen bestimmte Varianten der Chromosomen 5, 6 und 12 das Risiko für Hodenkrebs. Das Vorhandensein aller drei Varianten steigert die Anfälligkeit für einen Hodentumor demnach bis um das Vierfache. Für die Untersuchung verglich das Forscherteam den genetischen Code von 730 an Hodenkrebs erkrankten Männern mit dem gesunder Probanden. Wird Hodenkrebs im Frühstadium erkannt, ist er dem ICR zufolge zu 99 Prozent heilbar. (APA, DER STANDARD/Printausgabe 3.6.2009)


Erstaunlicher Bakterienzoo auf unserer Haut

Washington - Unsere Haut wird, man möchte es lieber nicht glauben, von Millionen von Bakterien bevölkert. US-Forscher haben nun genauere Untersuchungen angestellt (vgl. Science, Online-Publikation) und fanden an zwanzig Stellen von zehn Probanden 112.000 verschiedene bakterielle Gen-Sequenzen, die sich in 19 Stämme, 205 Gattungen und eben viel mehr Arten als gedacht einteilen lassen. Besonders viele davon fanden sich am Unterarm (durchschnittlich 44), eher wenige hinter dem Ohr, nämlich im Schnitt 19. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. Mai 2009)


Erstmals Phasen eines Exoplaneten beobachtet

Leiden/London - Ziemlich genau 400 Jahre, nachdem Galileo Galilei erstmals die Phasen der Venus beobachtete, gelang nun Forschern eine ähnliche Pioniertat für den ersten extrasolaren Planeten. Ignas Snellen von der Universität Leiden und Kollegen präsentieren im Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 459, 543) eine Analyse der Umlaufbahn vom Exoplaneten CoRoT-1b, der eine permanent dunkle Rückseite hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 28. 5. 2009)


Physiker aus Innsbruck erhält Professur in Berkeley

Internationale Anerkennung für die heimische Quantenphysik: Start-Preisträger Hartmut Häffner wechselt an die University of California nach Berkeley. Häffner war bisher im Team um Rainer Blatt am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck sowie am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) tätig und federführend an der weltweit ersten Teleportation mit Atomen beteiligt. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. Mai 2009)


Mensch blickt von Natur aus positiv in die Zukunft

San Francisco - Der Mensch ist von Natur aus ein Optimist, belegt eine Befragung von150.000 Erwachsenen aus über 140 Staaten. 95 Prozent gaben an, ihr Leben werde in fünf Jahren im Vergleich zur Lage vor fünf Jahren mindestens ebenso gut oder besser sein. Besonders optimistisch sind Menschen in Dänemark, Irland und Brasilien. Auch Österreicher zählen zu den Optimismus-Spitzenreitern. (DER STANDARD, Printausgabe, 26. 5. 2009)


H1N1-Virus sequenziert und auf Ursprung rückverfolgt

Washington - Ein internationales Forscherteam um Rebecca Garten hat mittels Sequenzierung von mehr als 50 verschiedenen Proben des neuen (Schweine-)Grippevirus dessen Ursprünge rekonstruiert. Die Forscher fanden dabei heraus, dass die acht Gen-Segmente des Virus ursprünglich von Vögeln stammen und bei Schweinen bereits zwischen 1918 bis 1998 zu zirkulieren begannen. H1N1 sei aber eine völlig neue Kombination der Gen-Segmente, so die Forscher in einer Vorab-Publikation der Zeitschrift Science. Die praktische Schlussfolgerung: Schweinepopulationen müssten in Zukunft noch gründlicher auf neue Grippeviren untersucht werden. (tasch)

Muskelschwäche durch exzessiven Cola-Konsum 

New York - Zu viel Cola kann zu Muskelschwäche und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen, berichten griechische Mediziner im International Journal of Clinical Practice (Bd. 63, S. 900). Bereits bekannt war, dass Softdrinks zu Zahnproblemen, Knochenschäden und Diabetes führen können. Allem Anschein nach kann der Kaliummangel, der bei Cola-Tagesmengen ab zwei Litern entsteht, aber auch Muskelstörungen bewirken. US-Bürger konsumieren pro Jahr übrigens 212 Liter Cola, Tendenz steigend. (DER STANDARD, Printausgabe, 23./24. 5. 2009)


Ethnopsychoanalytiker Paul Parin 1916-2009

Zürich - Bis zuletzt war er ein unbequemer Geist geblieben - als er etwa die Drogenfreigabe für alte Menschen forderte. Der 1916 im heutigen Slowenien geborene Paul Parin studierte in Graz und Zagreb Medizin, wurde danach Psychoanalytiker in der Schweiz. Berühmt wurde er in den 60er-Jahre damit, die Methoden der Psychoanalyse erfolgreich in der Ethnologie anzuwenden. Der nonkonformistische Aufklärer starb in der Nacht auf Dienstag in Zürich. (DER STANDARD, Printausgabe, 22. 5. 2009)


Antarktis-Schmelze lässt Ozeane weniger anschwellen

Chicago - Die Eisschmelze der Westantarktis durch den Klimawandel wird nach einer Studie britischer und niederländischer Forscher geringere Folgen für die Meeresspiegel haben als bisher angenommen. Es wird mit einem Anstieg der Meeresspiegel um 3,2 Meter gerechnet. Ältere Studien gingen von fünf bis sieben Metern aus. Ein Anstieg um einen Meter reiche aber aus, um die Erde aus dem Gleichgewicht zu bringen. (DER STANDARD, Printausgabe, 16./17. 5. 2009)


Wie die Ribonukleinsäure entstanden sein könnte

London - Irgendwann im Laufe der Evolution muss sich ein Molekül entwickelt haben, dass zur Speicherung genetischer Information fähig ist. Wie das geschah, ist eine der großen Fragen der Wissenschaft. Nun beschreibt ein Forscherteam in Nature (Bd. 459, S. 239) anhand eigener Experimente eine völlig neue Art, wie Ribonukleinsäure (RNA) entstanden sein könnte: Ribonukleotide, die Bausteine der RNA, könnten sich demnach ohne Enzyme aus den damals auf der Erde vorhandenen Elementen gebildet haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 14. 5. 2009)


Schon Steinzeitmenschen stellten Klebstoffe her 

Vertreter von Homo sapiens verstanden allem Anschein nach bereits vor 70.000 Jahren etwas von chemischen Prozessen und der Herstellung von Klebstoffen. Das berichten südafrikanische Forscher der Universität von Witwatersrand in Johannesburg im Fachblatt PNAS, nachdem sie selbst versuchten, jene Kleber auf Basis von Pflanzenharzen, Eisenoxid und Fetten nachzuahmen, mit denen damals Steinklingen an Holzschäften befestigt wurden. (red)

Wo sich Pinguine zwischen der Brutzeit aufhalten 

Man könnte meinen, dass die Wissenschaft längst alles über Pinguine weiß. Tut sie aber nicht. Zum Beispiel hatte man bis vor kurzem wenig Ahnung, wo sie sich vor und nach dem Brüten aufhalten. Nun haben Forscher Goldschopfpinguine mit Minisendern ausgestattet und ihre Migrationen verfolgt. Dabei zeigte sich, dass die Tiere sechs Monate fast durchwegs im Meer verbringen, dort auf ausgedehnte Reisen gehen, aber innerhalb des Südpolarmeers verbleiben, wie die Forscher in den Biology Letters der Royal Society schreiben. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. Mai 2009)


Vitaminpillen bremsen positive Wirkung von Sport

Washington - Vitaminpräparate unterdrücken positive Wirkungen von Sport auf die Gesundheit und können das Diabetes-Risiko erhöhen. Das hat eine neue Studie von Forschern aus Jena, Leipzig, Potsdam und Boston ergeben. Die sogenannten Antioxidantien wie Vitamin C und E machen Sauerstoffradikale unschädlich, die Zellschäden verursachen.

In der Untersuchung absolvierten 39 junge Männer vier Wochen lang ein Sportprogramm. Einige von ihnen mussten dabei täglich Vitaminpräparate einnehmen. Dabei wurde der Einfluss dieser Stoffe auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Bewegung untersucht. „Die Ergebnisse sind hochsignifikant", erklärte Projektleiter Michael Ristow. „Die gesundheitsfördernde Wirkung von körperlicher Bewegung wird durch die Einnahme von sogenannten Antioxidantien in Form von Vitamin C und E sogar unterdrückt." Die Resultate der Forscher wurden im US-amerikanischen Fachblatt PNAS veröffentlicht. (DER STANDARD, Printausgabe, 12. 5. 2009) 


Geheimes Versteck des Riesenhais entdeckt 

London - Der Riesenhai ist im Sommer und Herbst ohne Probleme unter der Meeresoberfläche zu sehen. Im Winter aber verschwindet er für sehr lange Zeit. Wissenschafter haben nun mit neuartigen Satellitentechniken herausgefunden, wo sich der zweitgrößte Fisch versteckt. Er schwimmt, wie in der aktuellen Ausgabe von Current Biology publiziert, durch die tropischen Ströme des Atlantiks auf eine Tiefe von 200 bis 1000 Meter. Der Riesenhai wird mehr als zehn Meter lang. Die Frage des Verstecks beschäftigte Wissenschafter seit 1954, als Forscher erstmals darüber berichteten. (red)

Neues Material verfärbt sich unter Belastung 

London - US-amerikanische Forscher haben ein völlig neuartiges Material hergestellt, das sich unter starken Zugkräften verfärbt. Unter der Belastung brechen ganz bestimmte atomare Bindungen auf, was zu einem deutlichen Farbumschlag des Kunststoffs führt. Reißt das Material, so ist das komplette Bauteil rot oder lila verfärbt, haben die Materialforscher um Douglas David von der Universität von Illinois in Urbana-Champaign herausgefunden. (red)

Schlaflosigkeit führt zu mehr Selbstmorden

Stockholm - Zwischen Ende April und Ende August geht im Norden Grönlands die Sonne nicht unter (Mitternachtssonne). Wissenschafter des Karolinska Institutes in Schweden haben nun im Online-Journal BMC Psychiatry geschrieben, dass die dadurch hervorgerufene Schlaflosigkeit zu höheren Selbstmordraten führt - mit einem Spitzenwert in Juni. Sie haben für diese umfassende Studie die Statistiken von 1968 bis 2002 analysiert. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. Mai 2009)


Ursprung einzigartiger Vulkanlava erforscht 

London - Der Ol Doinyo Lengai in Nordtansania ist der weltweit einzige Vulkan, der Karbonatitlava fördert. Diese Lava hat etwa die Konsistenz von Wasser und enthält so gut wie keine Silikate. Wie Forscher um Thomas Fischer nun in Nature (Bd. 459, S. 77) schreiben, könnte die einzigartige Lava ziemlich gewöhnliche Ursprünge haben: Sie ist nämlich jener sehr ähnlich, die sich in unterseeischen Gebirgen findet. (tasch)

Fledermäuse gehen gemeinsam auf Beutefang 

Konstanz - Besser gemeinsam als einsam, das scheint auch bei den Fledermäusen zu gelten.Wie Dina Dechmann von der Universität Konstanz mit Kollegen herausfand, lauschen die Kleinen Hasenmäuler bei der Nahrungssuche auch den Rufen ihrer Artgenossen und verfolgen deren Jagderfolg. Dadurch können die Fledermäuse effizienter jagen, vermuten die Forscher in den Proceedings of the Royal Society B. (tasch)

Diskussion um die Lage der Kulturwissenschaften 

Wien - Das neue Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW lädt am Donnerstag (7.5.) zu einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde (u.a. mit Aleida Assmann und Helmut Lethen). Ort: Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, Beginn: 18 Uhr. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.5.2009)


Bahnbrechende Krebsstudie aus Wien veröffentlicht

Vor einem Jahr bestritt der Wiener Krebsforscher Robert Pirker mit seiner Studie einen Hauptvortrag bei der größten Onkologenkonferenz der Welt. Die Untersuchung zeigte, dass die Hinzufügung eines bestimmten monoklonalen Antikörpers zur Therapie die Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs verlängert. Nun wude sie im Fachjournal Lancet veröffentlicht. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 6.5.2009)


Vornamen: Je schneller "in", desto schneller wieder "out"

Washington - Wer sich immer schon dachte, dass Kevin oder Jessica als Vornamen für den Nachwuchs bald einmal seltsam klingen könnten, kriegt nun den wissenschaft-lichen Beweis nachgeliefert. US-Forscher haben untersucht, welchen Konjunkturzyklen die Vergabe von insgesamt 2570 Vornamen in den USA und Frankreich zwischen 1900 und 2005 gehorchte. Und sie kamen dabei zu einer nicht ganz unerwarteten Antwort: Je schneller Vornamen in Mode kommen, desto schneller sind sie auch wieder "out", bringen die Forscher ihre Ergebnisse im Fachblatt PNAS auf den Nenner. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 5. 2009)


Der 3. Mai ist ein Tag zum Quadrat

Portland - Zahlenfetischisten aufgepasst: Wie Aziz Inan, Professor an der University of Portland, herausfand, wird der 3. Mai 2009 ein besonderer Tag sein - nämlich einer der seltenen Tage zum Quadrat: Die Wurzel aus 3052009 ergibt nämlich exakt 1747. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 02.05.2009)


100 Jahre Tier-TV-Legende Bernhard Grzimek

Frankfurt/Main - In Deutschland kannte ihn spätestens ab den 1960er-Jahren jedes Kind. Der am 24. April 1909 geborene Zoologe Bernhard Grzimek brachte mit seinen legendären Fernsehsendungen (Ein Platz für Tiere) die Welt der Tiere in die deutschen Wohnzimmer - und es selbst zu einem der bekanntesten Deutschen. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. April 2009)


Komoderation mit Äffchen: Bernhard Grzimek in Aktion.


Chamäleons regeln mit Sonnenbädern Vitaminpegel

Fort Worth - Pantherchamäleons regulieren über UV-Strahlen nicht nur ihre Körpertemperatur, sondern auch die Produktion lebenswichtiger Stoffe, so US-Forscher im Fachblatt "Physiological and Biochemical Zoology" (Bd. 82, S. 218). Wie sich bei Experimenten zeigte, dürften die Tiere die Fähigkeit haben, ihren Vitamin-D-Pegel zu messen und die Länge der Sonnenbäder, die für die Erzeugung des lebenswichtigen Vitamins sorgen, entsprechend anzupassen. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2009)


Neandertaler-Geburten waren etwas anders

Washington - Neandertaler-Frauen gebaren ihre Kinder wohl ähnlich schwierig wie Vertreterinnen von Homo sapiens, obwohl es gewisse anatomische Unterschiede beim Geburtskanal gibt, schreiben Tim Weaver und Jean-Jacques Hublin im Fachblatt PNAS. Wichtigster Unterschied: Neandertaler-Babys rotierten beim Geburtsvorgang nicht. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 21.4.2009)


Warum Streicheln guttut: Es gibt dafür eigene Nerven

Göteborg - Schwedische Forscher haben herausgefunden, warum sich Streicheln so gut anfühlt und sogar Schmerzen lindern kann: Die Forscher um Håkan Olausson von der Universität Göteborg entdeckten in unserer Haut spezielle Streichelnerven oder genauer: Nervenfasern, die speziell auf gleitende langsame Berührungen ansprechen. Über eine Direktverbindung ins Gehirn landen sie dort in einem Areal, wo positive Gefühle verarbeitet werden, wie die Forscher im Fachblatt Nature Neuroscience (online vorab) schreiben. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 17.4.2009)


Wie Placebos wirken: Besser bei Abenteurern

London - Bei abenteuerlustigen Personen wirken Scheinmedikamente eher als bei risikoscheuen Menschen. Kanadische Forscher erklären die verstärkte Wirkung von Placebos mit einer höheren Empfindlichkeit für das Glückshormon Dopamin, wie sie in der britischen Zeitschrift New Scientist berichten. (tasch/STANDARD, Printausgabe, 17.4.2009)


Leber färbt Gefieder des Fichtenkreuzschnabels rot

Barcelona - Woher haben Vögel ihr rotes Gefieder? Esther del Val vom National History Museum in Barcelona erklärt in der neuen Ausgabe des Fachblatts Naturwissenschaften die Färbung des Fichtenkreuzschnabels mit roten Karotinoiden, die in der Leber gebildet werden und nicht wie bisher angenommen in der Haut. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 16. 4. 2009)


ÖAW-Kulturwissenschaften: Neuer Leiter des Instituts

Wien - Die Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist in ein Institut umgewandelt und damit aufgewertet worden. Die Leitung des neuen Instituts hat mit 1. März der Romanist und Literaturwissenschafter Michael Rössner übernommen. Am nunmehrigen Institut sind rund 20 wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 10.04.2009)


Medikamente gegen Reflux helfen nicht gegen Asthma

London - Asthmapatienten leiden überdurchschnittlich oft an Refluxösophagitis oder einfacher formuliert: an chronischem Sodbrennen. Deshalb werden ihnen oftmals Medikamente gegen Reflux verschrieben, auch wenn sie gar nicht unmittelbar daran leiden. Wie eine neue Studie im renommierten "New England Journal of Medicine" (online vorab) nun aber zeigt, trägt das nichts zur Verbesserung der Asthmasymptome bei. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 9. 4. 2009) 


Sechsmal länger Sex dank schmerzstillendem Spray

Für Männer mit vorzeitiger Ejakulation (nach durchschnittlich 36 Sekunden) und ihre Partnerinnen zeichnet sich eine einfache Hilfe ab: Fünf Minuten vor dem Sex eine Mischung schmerzstillender Mittel auf den Penis gesprüht und schon halten sie sechsmal länger durch, berichten Forscher im Britisch Journal of Urology International (Bd. 103, S. 940). Der Spray mit der sexy Bezeichnung PSD502 wurde bei 300 betroffenen Männern erfolgreich getestet. (tasch/STANDARD,Printausgabe, 08.04.2009)


Wie Kratzen den Juckreiz lindert

London - Wir alle wissen es aus eigener Erfahrung: Juckt eine bestimmte Hautstelle, kann Kratzen Abhilfe schaffen. Wie das funktioniert, haben nun US-Forscher rund um Glenn J. Giesler von der University of Minnesota bei Studien an Menschen und Primaten herausgefunden. Im Fachblatt Nature Neuroscience berichten sie, dass der Juckreiz im Rückenmark, genauer: im sogenannten spinothalamischen Trakt eine spezifische Aktivität in den dortigen Neuronen auszulösen scheint. Diese Nervenaktivität besteht im Wesentlichen darin, den Juckreiz ins Gehirn zu übertragen. Durch Kratzen kann eben diese Aktivität verhindert werden. Interessanterweise konnte die Aktivität dieser Neuronen nicht verändert werden, wenn es die Primaten nicht juckte.

Brokkoli kann das Risiko für Magenkrebs senken 

Baltimore - Brokkoli wird immer gesünder. Die jüngste Meldung aus der Brokkoli-Forschung: Regelmäßig verzehrt, kann das grüne Gemüse helfen, das Risiko für Magenkrebs zu senken. Es bekämpft nämlich schädliche Helicobacter-Pylori-Bakterien im Magen, wie Forscher der Johns Hopkins Universität im Fachblatt Cancer Prevention Research schreiben. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 7. 4. 2009)


Urmeter übersiedelt nach Ottakring

Wien - Das Ururmeter ist aus Metall und steht in Paris. Sein moderner Enkel ist die Länge, die Licht im Vakuum während 1/299792458 Sekunde durchläuft. Dargestellt und gemessen wird das für die ganze wissenschaftliche Welt in Wien. Um das Klima konstanter und die Umgebung erschütterungsfreier zu halten, zieht das Labor des zuständigen Bundesamtes in die Wiener Arltgasse. Dort wird ab Juni 2010 ein Meter womöglich noch genauer erhältlich sein. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. April 2009)


Hirn registriert Fehler, bevor sie erkennbar sind

Leipzig - Greift ein Pianist daneben, hat sein Gehirn den Fehler bereits registriert, bevor der falsche Ton noch erklingt. Das hat ein deutsch-englisches Forscherteam jetzt herausgefunden, das Musiker mittels EEG beim Spielen überwachte. Wahrscheinlich geschieht dies, so vermuten die Hirnforscher im frei zugänglichen Fachjournal PLoS ONE, indem das Hirn schon früh Vorhersagen darüber macht, welches Ergebnis eine Handlung bewirken wird. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 2.4.2009) 


In den Tropen kommen mehr Mädchen zur Welt

Es klingt nur wie ein Aprilscherz, ist aber keiner: Ein Forscherteam hat alle möglichen Studien ausgewertet, die sich mit dem Geschlechterverhältnis bei Neugeborenen befassen. Wie Kristen Navara von der University of Georgia und Kollegen nun in den Biology Letters der Royal Society schreiben, gebären Frauen in tropischen Regionen mehr Mädchen als in gemäßigten und subarktischen Breiten. Mögliche Ursachen: die Tageslänge und die Temperatur. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2009)

Der beste deutsche Wissenschaftsblogger 2009

Der deutsche Religionswissenschafter Michael Blume ist am Wochenende mit dem SciLogs-Preis 2009 für hervorragendes Bloggen zu Themen der Wissenschaft ausgezeichnet worden. Der 32-jährige Forscher bloggt unter anderem auf www.chronologs.de. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2009)

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