100 Millionen für die Freiheit von Julius

2. April 2009, 19:03
  • Julius Meinl V. werden u.a. Anlegerbetrug und Untreue vorgeworfen, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
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    Julius Meinl V. werden u.a. Anlegerbetrug und Untreue vorgeworfen, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

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Der vorgestern verhaftete Banker Julius Meinl V. bleibt vorerst in Untersuchungshaft, die bereits eingelangte Kaution wird geprüft

Wien - Die Justiz hat am Donnerstag zunächst die Untersuchungshaft über den abends zuvor verhafteten Julius Meinl V. verhängt. Gegen die Zahlung einer Kaution in der Rekordhöhe von 100 Mio. Euro hieß es am Nachmittag werde Meinl wieder freigelassen. Vorerst muss der Banker aber nun doch in U-Haft bleiben. Der Sprecher des Wiener Straflandesgerichts, Christian Gneist sagte dazu: "Aus Sicht der zuständigen Richterin gab es keine ausreichende Garantie, dass die Kaution von 100 Mio. Euro unwiderruflich am Konto des Oberlandesgerichts eingelangt wäre."

Bei der Kaution soll es sich um keine Bankgarantie sondern um die Überweisung einer liechtensteinischen Bank auf das Gerichtskonto bei der BAWAG P.S.K. handeln. Die Meinl Bank soll diese Überweisung bestätigt haben. Nach Ansicht der Richterin sind aber weitere Prüfungen nötig, weil die Modalitäten bei der Transaktion es ermöglicht hätten, dass das Geld binnen 24 Stunden zurückgerufen wird.

Aus derzeitiger Sicht ist - sollte bei der Hinterlegung der Kaution alles mit rechten Dingen zugegangen sein - mit der Enthaftung des Bankers frühestens am Freitagvormittag zu rechnen.

Aus "privater Quelle"

Woher das binnen kürzester Zeit aufgebrachte Geld stammt, konnte Meinl-Anwalt Herbert Eichenseder nicht sagen: "Das weiß ich Gott sei Dank selber nicht." Ein Sprecher der Meinl Bank betonte, die Kaution stammt "aus privater Quelle" . Meinl muss seinen britischen Pass abgeben, sich dem weiteren Strafverfahren stellen und dem Gericht über seinen Aufenthaltsort berichten. Falls der Banker gegen die Auflagen verstößt, bekommt der Bund die 100 Mio.
Die Ereignisse zuvor waren genau getaktet. In den vergangenen Wochen, nach den Hausdurchsuchungen im Meinl-Reich, hat Staatsanwalt Markus Fußenegger die Schlagzahl erhöht. Neben den zahlreichen Beschuldigten in der Causa, in der Meinl (für ihn wie alle anderen gilt die Unschuldsvermutung) unter anderem der Rückkauf eigener Aktien durch die MEL vorgeworfen wird (laut FMA hat die Meinl Bank dabei 322 Mio. Euro verdient), wurden auch jede Menge Zeugen einvernommen.

Contenance verloren

Ihre Aussagen, die Meinl zum Teil belasteten, auf Tonband, wurde Meinl selbst für den 1. April, 16 Uhr, ins Straflandesgericht Wien zu seiner ersten Einvernahme vorgeladen. Rund fünf Stunden später endete der Tag für den 49-Jährigen fatal. Meinl wurde wegen Fluchtgefahr verhaftet. Mit seiner bis dahin perfekt gewahrten Contenance "war es völlig vorbei" , beschreibt ein Anwesender die Szene. Für Eichenseder, der im Bawag-Prozess Wolfgang Flöttl verteidigte, kam die Verhaftung "völlig überraschend, nachdem im Verhör viele Probleme ausgeräumt wurden" .
Laut Akt der Staatsanwaltschaft geht es für Meinl und MEL-Vorstände um den Verdacht des Betrugs, der Untreue ("durch die nicht veröffentlichen Zertifikatsrückkäufe zu überhöhtem Preis" ) und im Konnex mit der Gebührenstruktur des MEL-Geschäftsmodells um "mögliche Spesenschinderei" . Zudem besteht der Verdacht des Insiderhandels, Verletzung der Prospektpflicht sowie Bilanzfälschung. Bei Untreue drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Grund für die Festnahme

Den Grund für die Festnahme - Haftrichterin Bettina Deutenhauser hat zunächst die U-Haft verhängt und die Megakaution festgelegt - erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien so: "Der Tatverdacht hat sich aufgrund der bei der Hausdurchsuchung gefundenen Materialien intensiviert, und es besteht Fluchtgefahr. Herr Meinl ist britischer Staatsbürger, ein Jet, der bis nach New York fliegen könnte, steht ihm jederzeit zur Verfügung, und Herr Meinl hat etliche Wohnungen im Ausland."
Im Lauf der Einvernahme wurde Meinl, der er von seinen Anwälten Eichenseder, Christian Hausmaninger und Ernst Schillhammer begleitet wurde, immer mehr in die Zange genommen. Thematisiert wurden alle brisanten Fragen, der Zertifikatrückkauf ebenso wie die Befehlskette in den Gesellschaften. Auch der vom Staatsanwalt bestellte Gutachter Thomas Havranek war dabei, gegen ihn (Havranek verfasste vor Mandatsübernahme einen kritischen Zeitungskommentar zur Causa MEL) hat Meinl zwar einen Befangenheitsantrag eingebracht, der wurde aber abgewiesen. Das Gerüst von Havraneks Gutachten, das durch die Einvernahmen bis Juni komplettiert sein soll, existiert bereits; es soll finster für Meinl aussehen.

Verdichtete Indizien

Laut Involvierten hätten sich die Indizien für eine aktive Involvierung Meinls in die ganze Sache zuletzt "stark verdichtet" . Die Meinl Bank habe über die Partly Paid Shares (PPS) Einfluss auf MEL gehabt, ebenso sei der Einfluss Meinls auf die Managementgesellschaften in Jersey durchaus vorhanden gewesen. Sitzungen hätten in Österreich stattgefunden, die Jersey-Gesellschaften seien Briefkastenfirmen gewesen. Sollte dem so sein, wäre für die MEL österreichisches Recht anzuwenden.
Etliche der Verdächtigen, die zum Teil gleichzeitig von verschiedenen Ermittlerteams einvernommen wurden, sollen Meinls Rolle so dargestellt haben: Er habe in der MEL Aufträge erteilt, auch ohne offizieller Funktion. Einer der Einvernommenen zum Standard: "Meinl war halt der Chef." Zur Erinnerung: Meinl war Vorstandschef der Meinl Bank; inzwischen ist er in deren Aufsichtsrat zurückgetreten. Meinl selbst hat alle Vorwürfe auch in seiner Einvernahme zurückgewiesen, laut einem Zuhörer vertrat er "sehr beredt die Meinung, dass alles rechtens gelaufen ist und außerdem niemand einen Schaden erlitten hat" .
Was die Glieder der Indizienkette gegen Meinl zumindest enger machen dürfte: Die Befragten gaben Hinweise, in welchen Dokumenten welche Spuren zu finden sind. Das war wichtig für die Ermittler: Bei der Hausdurchsuchung wurden um die 70.000 interne Mails beschlagnahmt, ganz abgesehen von hunderttausenden elektronischen Geschäftsunterlagen.(Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 4.3.2009)

 

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Posting 1 bis 25 von 2193
Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung

Bemerkt man besonders hier bei den vielen kleingeistigen Postings...

ein gutmensch !

es gibt keinen anlass für neid

schon gar nicht, wenn der julius mal als verurteilter verbrecher in haft sitzen sollte.

mag sein... nur dürfte k e i n e r ... der poster dem julius sein vermögen neiden,

wenn es "ehrlich" (und eben nicht durch abzocke...)
und durch harte arbeit erworben wäre ...
stimmt.

dafür müsste der man mit dem 88er-haarschnitt
aber so an die 1000 jahre alt werden....


roter baron

ein konto

in lichtenstein.

und keiner regt sich auf - ist ja ganz normal oder?

die CD der Inhaber wurde dem Finanzminister Molterer gegeben. Der will lieber die Krankenkassen ruiniert sehen als Steuergelder zu bekommen. Sein Nachfolger macht genau da weiter: Geld gibt es keines, da man ja nicht Steuern bei 1% der Bevölkerung erheben kann. Soll der rest zahlen...

die justiz ... ist ja längst nur mehr ein "geschäft" ( ! ) - sonst nichts (s. julius, althaus ... etc.)

genauso wie man sich ein GUTachten "kauft"...
(die gewinne von MEL, immofinanz...wurden ja von den wi-prüfern be-GUT-achtet und dienten nur der kurspflege = abzocken der anleger !)
k a u f t ... man sich eben frei.

jeder der glaubt, die justiz sei dazu da, für gerechtigkeit zu sorgen...
ist ein träumer !

MEL, immofinanz ... und die handelnden "cretins"...
stellen sich einfach nur blöd, denn sie haben (auch als aufsichtsratsvorsitzende...) einfach nichts gewusst.

ergänzung : die "kriminelle energie" ...der akteure liegt ja darin,

- dass die aufwertungen auf LUFT = market value
(eben eine schätzung (!) gem. IFRS...) beruhten und die gewinne "auf_bliesen"...
- dies die kurse (ohne realen wertzuwachs!) antrieb
- dies (verbunden mit den über zeitungen versprochenen 15 %igen rendite) den anlegern den anschein gab, ihr vermögen sicher (!) in substanzwerte veranlagt zu haben

- die reinen buch = LUFT-gewinne sodann aber
... und darin liegt die kriminelle energie ...
C A S H
über management-fees usw. ausgeschüttet wurden
d.h.
die ausschüttungen waren nichts anderes als anlegergelder, die über das rechtl. vehikel der "fees" in den sparstrumpf von julius + konsorten floss !

und das über jahre ...

Also ist Freiheit käuflich?

Immer schon gewesen!

Leider!
N.

Kaution - mündelsicher ?

Das war ja wohl der geilste part heute. ".....die Kaution hat aus mündelsicheren Papieren......"

HAHAHAHAHAHAHA

Waren das etwa selbst (zurück)gekaufte MEL Zertifikate ? So ein Schelm, wer das dabei denkt...

*wegbrich*

"Fassungslos"

Der Mann ist fassungslos über seine Verhaftung! :-D
Ich bin fassungslos über seine "Enthaftung" !

Freiheit für Julius!

Also wirklich, ich verstehe nicht warum man dem armen Mann seine Freiheit nicht gönnt!
Schließlich hat er so ein schwehres Leben. Wer soll sich denn sonst um all seine Villen, seine Yacht, sein Flugzeug kümmern? Das muß man bitte schon auch bedenken! Ausserdem müssen die Lobbyisten gehegt und gepflegt werden, nicht dass noch einem einfällt gegen ihn auszusagen. Darum muß man sich auch kümmern. Wem kann man den schon vertrauen in den heutigen Zeiten? Herr Meinl, falls sie das hier lesen, geben Sie doch bitte eine
Spendenkonto-Nummer bekannt, ich denke jeder aufrechte Österreicher wäre Ihnen gerne Behilflich und wird Ihnen auf der Stelle ein paar Euro überweisen! Sie armer, mißverstandener Kerl.
Ich schliesse Sie in mein Nachtgebet ein!

sobald Sie das Spendenkonto haben

Bitte lassen Sie mich auch wissen, ich möchte auch ein paar € den Julius zukommen lassen

ich stelle ihnen derweil meines für Überweisungen zur Verfügung

ÖVP ist eine Partei der Reichen!

Auf die Hilfe der ÖVP hat der Julius sicher gesetzt. Warum die ÖVP die Reichen immer verteidigt, verstehe ich nicht.

na warte!

wir sehn uns in jersey!

was unterscheidet elsner von meinl und mensdorff?

eine parteifreie justizministerin aus dem schüssel-umkreis.

Sie meinten wohl eine ANGEBLICH parteifreie Justizministerin

die österr. justiz hat den euromillionen jackpot geknackt.

das vertrauen des anwalts eichenseder gegenüber seinem klienten scheint gering zu sein.

"Das weiß ich Gott sei Dank selber nicht."

hehe - sagt einiges aus.

an meinls stelle würde ich den eichenseder wegen so einer blöden äußerung aus dem vertrag entlassen.

ich auch, aber vieleicht hat er das auch vor.

Der Knackpunkt ist die Frage, ob österreichisches Recht anzuwenden ist. In Österreich ist vieles von dem, was Meinl praktiziert hat, zum Schutze der Anleger verboten. Allem voran die Rückkäufe eigener Zertifikate:

Wenn ein Fonds eigene Papiere kaufen darf, lässt sich sein Wert für Außenstehende nicht mehr ermitteln. Genau das hat Meinl praktiziert, um einen "super jährlichen Kursanstieg" bei MEL vorzugaugkeln. Dadurch kauften viele Österreicher die Papiere ("Jö, jährlich 10%! Supi!"). Nach Ö Recht wäre dies wohl der Tatbestand des Betrugs.

Meinls Argumentationslinie lautet ja, wie er immer wieder repetiert, dass Jersey-Islands-Recht (also im Grunde "kein Recht, eh alles wurscht") anzuwenden sei. Aus diesem Grund hat er ja die Briefkastenfirmen gegründet.

Sollte allerdings ein österreichisches Gericht die Rechtsmeinung vertreten, dass in Wahrheit österreichisches Recht anzuwenden sei, dann wird's für Julius eng. Und zwar sehr, sehr eng...

Posting 1 bis 25 von 2193

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