1. April

Conficker: Keine Attacken, Gefahr aber nicht vorbei

Riegler, 1. April 2009, 17:07

Die für 1. April befürchteten Angriffe blieben aus - hat Conficker versagt, warten die Virenautoren noch ab oder war alles nur ein böser Aprilscherz?

Seit Herbst 2008 treibt Wurm Conficker (alias Downadup alias Kido) im Web sein Unwesen. Experten hatten Hinweise im Code des Schädlings gefunden, wonach er am 1. April eine neue Kommunikationsroutine aktiviert und die weltweit geschätzten 15 Millionen infizierten Windows-Rechner neue Instruktionen von den Viren-Schreibern erhalten sollen. Vor einer massiven Spam-Welle oder Angriffen auf Unternehmen war gewarnt worden. Das unheilvolle Datum ist gekommen und Conficker blieb still. Im Gespräch mit der derStandard.at erklärte Martin Penzes, technischer Direktor von Sicontact, was passiert ist.

Globales Botnet

Dass am 1. April das Chaos über das Web hereinbricht, wie viele Medien berichtet hatten, davon seien die Viren-Experten ohnehin nie ausgegangen, so Penzes. Was sich an dem Datum tatsächlich geändert hat ist das Kommunikationsverhalten des Schädlings. Conficker kann nun von 50.000 Domains neue Instruktionen, Updates oder weitere Schadsoftware nachladen. "Es ist möglich, dass ab heute größere Angriffe passieren", so Penzes. Denn mit mehreren Millionen infizierten PCs weltweit konnte Conficker ein globales Botnet aufbauen, das ferngesteuert für Datenklau oder Spamwellen ausgenutzt werden kann.

Mächtiger Schädling

Conficker gehört dabei zu den heimtückischsten Schädlingen überhaupt. Der Virus modifiziert das DNS, ändert die Einstellungen der Windows Firewall, verhindert Updates der installieren Antiviren-Software und kann über einen Auto-Update-Mechanismus mit Verschlüsselungstechnik auf Aktualisierungen warten. Mit diesen Tricks konnte sich der Wurm immerhin unter anderem im britischen Parlament und auf Rechnern der französischen Luftwaffe einnisten.

Kein Überraschungseffekt mehr

Dass am 1. April noch keine Angriffswelle beobachtet wurde, liege unter anderem am medialen Hype. "Virenautoren nutzen auch den Überraschungseffekt", meint der Sicherheitsexperte. Aufgrund der intensiven Berichterstattung der vergangenen Wochen und Monate konnten sich die Nutzer jedoch vorbereiten, was einen Überraschungsangriff zumindest für den 1. April verhindern konnte.

Keine Panik, aber Vorsicht

Die Annahme, dass die Gefahr nun vorbei ist, sei jedoch falsch. "Niemand kann sagen, was passieren wird. Die Hacker suchen sich vermutlich einen unerwarteten Zeitpunkt aus", meint Penzes. Grund zur Panik bestehe trotzdem nicht, denn mit regelmäßigen Updates von Betriebssystem und Antiviren-Software könne man sich relativ gut schützen. Wichtig sei auch ein Virenscanner mit heuristischem Verfahren, bei dem das Verhalten eines Programms analysiert und nicht nur auf die Signaturen vertraut wird.

Conficker erkennen und entfernen

Ob der eigene PC bereits mit Conficker infiziert ist, können Nutzer mit diversen Online-Scannern herausfinden. So bieten unter anderem Microsoft, Sicontact (ESET), Symantec, BitDefender, McAfee und Sophos Tools zum Erkennen und Entfernen von Conficker an. (Birgit Riegler/ derStandard.at, 1. April 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
raff1
01
15.4.2009, 13:45
Sorry,

hatte am 1 April keine Zeit zum Botaktivieren.

commander_motherfuck
00
10.4.2009, 08:16
der Herr Eset

hätte mal lieber nonficker erwähnen sollen...
(ein tool der Uni Bonn)

MacAllen Fine Oak
00
das ist wie mit den Zeugen Jehovas...

Weltuntergang ist nur verschoben...nicht etwa aufgehoben...

Quasis Herr Karl
00
Oje, jetzt kann ich mein Tamiflu einstampfen.

fiosn atat
00
das war ein aprilscherz

und die entwickler haben gelacht

angehender Medientechniker
 
00

Irgendwie erinnert mich das alles an die Zeugen Jehovas die alle heiligen Zeiten einen neuen Termin für die Harmagedon vorhersagen.

Gsi Berger
05

"davon seien die Viren-Experten ohnehin nie ausgegangen" - und rechts steht noch die Schlagzeile: "Experten befürchten für 1. April Conficker-Großangriff".

Na gut, dass es Experten gibt ...

a ad - das kann man auch anders sehen
00

Das müssens aber korrekterweise dem Stan dard und anderen Boulvardblättern zuschreiben, die mit reißerischen Schlagzeilen Umsatz machen wollen.

m m 10
01
Schau dich an, ...

... eine erbärmliche Kreatur aus Fleisch und Knochen, die keuchend und schwitzend durch meine Korridore rennt. Wie kannst du eine perfekte unsterbliche Maschine herausfordern!?

MicZol
 
01
wahrscheinlich...

hat uns nur die Sommerzeit-Umstellung vor Gröberem bewahrt.

e g c
00
"Die für 1. April befürchteten Angriffe blieben aus"

fast hätte ich mir das gedacht, aber nur fast ...
;-)

denkender Mensch
00

Werbung auf Google beim Suchbegriff "Conficker" zu schalten hat sich da wohl ausgezahlt...

Edward NORTON
00
"Virenautoren nutzen auch den Überraschungseffekt"

Es sollen also die Panikkäufe für allerlei "Sicherheits"-software weiterhin anhalten!:-)

uncle sam3
01
conficker?

die stellung kenne ich noch nicht ;-)

Captain_Harlock
00

überraschend von hinten... ^^

hedge
00

jetzt aber mal langsam lieber standard! Noch ist der 1. April noch nicht vorbei! In Seattle z.b. ists noch nichtmal mittag!

Ulukay ---
22
ebenso hier

"Ob der eigene PC bereits mit Conficker infiziert ist, können Nutzer mit diversen Online-Scannern herausfinden." der eigene Windows-PC wenn schon

Alexander Hechter
00

Arzt zum Patienten: keine Sorge, Sie haben sich nur einen harmlosen Grippevirus eingefangen.
Patient: Das ist unmöglich, ich verwende doch Linux/Mac.

Christ Kind
00
hahahaha

Schen-kel-klopf.

Ulukay ---
85
falscher text

"Grund zur Panik bestehe trotzdem nicht, denn mit regelmäßigen Updates von Betriebssystem und Antiviren-Software könne man sich relativ gut schützen. Wichtig sei auch ein Virenscanner mit heuristischem Verfahren, bei dem das Verhalten eines Programms analysiert und nicht nur auf die Signaturen vertraut wird."

warum zum teufel soll ich einen antivirus auf mein ubuntu knallen? wenn ihr schon angst verbreitet dann schreibt auch genau wen das betrifft, und zwar einzig und allein windoof user

Alexander Hechter
03

dann lesens doch bitte keine Virenmeldungen mehr, und vor allem posten Sie nicht so einen Schrott. Ist ja wie wenn ein Artikel zu einer Rückrufaktion von Audi kommt und jeder postet gleich wie glücklich er nicht ist mit seinem BMW etc.

free2g
03

genau, kann doch nicht sein dass man Minderheiten unterdrückt!
http://de.wikipedia.org/wiki/List... ebssysteme <- und bitte kein einziges vergessen!

Shiraneko
00
Was soll ich da erst..

...mit meinen Macs und Linux-Servern sagen? Uiuiui...

Österreicher sind das freundlichste Volk der Welt
00

Keine Attacken, dass ich nicht lache:

http://voices.washingtonpost.com/securityf... ecurityfix

Thomas Glatz
01
april, april

2 möglichkeiten:

1. zuendelesen

oder, falls, sie das getan haben sollten und die pointe zu 100% erfassten:

2. nächstes jahr eigenen aprilscherz ausdenken ;)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.