Deutsche Telekom muss Gebühr für "letzte Meile" senken

31. März 2009, 19:30
posten

Entscheidung der Bundesnetzagentur könnte zu Ausbaustopp führen

Die Deutsche Telekom ist bei der Bundesnetzagentur mit ihrem Antrag auf höhere Gebühren für die Nutzung des letzten Leitungsstücks (TAL) gescheitert. Der Konzern sieht nun "keine Grundlage mehr für den verstärkten Ausbau" seiner Netze in ländlichen Regionen.

10,20 Euro statt 12,90

Die Bundesnetzagentur teilte am Dienstag mit, dass das Entgelt ab dem 1. April für zwei Jahre auf 10,20 Euro pro Anschluss im Monat von bisher 10,50 Euro sinke. Die Telekom, die gut acht Millionen Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) vermietet hat, hatte eine Erhöhung auf 12,90 Euro gefordert. Die Gebühren, die die Mobilfunknetzbetreiber für die Weiterleitung von Gesprächen in ihre Netze in Rechnung stellen, senkte der Regulierer um gut 16 Prozent für die Telekom-Tochter T-Mobile und den Hauptkonkurrenten Vodafone, sowie um knapp 19 Prozent für die kleineren Anbieter E-Plus und O2. Sie gelten bis Ende November 2010.

Stabile Rahmenbedingungen

Behördenpräsident Matthias Kurth erklärte, die Entscheidungen sorgten für stabile und berechenbare Rahmenbedingungen im deutschen Telekommunikationsmarkt und ermöglichten Investitionen in moderne Infrastruktur. Er warnte die Unternehmen vor übereilten Investitionsentscheidungen.

Kritik

Unabhängig vom Geschäftsmodell machen die Unternehmen einen Teil ihrer Investitionen von der TAL-Gebühr abhängig. Die Telekom hatte die beantragte Erhöhung mit gestiegenen Kosten pro Anschluss begründet, weil Kunden an Mobilfunk- oder Kabelnetzbetreiber verloren gingen. Ein zu niedriger Preis entwerte zudem die eigenen Investitionen und die anderer Anbieter, die bis zum Kunden ausbauten. Dazu zählen Stadtnetzbetreiber wie M-net oder Netcologne, die sich aus diesem Grund für zumindest stabile Preise ausgesprochen hatten.

25 Prozent gefordert

Hansenet, Telefonica, Versatel und QSC, die den letzten Leitungsabschnitt mieten, hatten dagegen eine Senkung um 25 Prozent gefordert, um mehr Geld für eigene Investitionen zur Verfügung zu haben. (APA/Reuters)

Share if you care.