Wirtschaftstreuhänder wollen Bilanzen auch bei Mini-Gesellschaften

31. März 2009, 16:52
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Gegen EU-Vorschlag einer Freistellung von Verpflichtung - "Wichtiges Instrument für Kontrolle und Firmen-Steuerung

Wien - Vor einem "Aus" für die Pflicht zur Erstellung von Jahresbilanzen durch kleine Kapitalgesellschaften warnen die heimischen Wirtschaftstreuhänder. Daraus könnten den betroffenen Gesellschaften große Nachteile entstehen, warnte der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Klaus Hübner, am Dienstag. Die Bilanzen seien ein wichtiges Instrument zur Kontrolle und Steuerung des Unternehmens. Transparenz und dokumentierte Bonität seien gerade in Krisenzeiten besonders wichtig. Die Befreiung von der Pflicht hat die EU-Kommission vorgeschlagen.

Konkret will Brüssel mit der Änderung der vierten Ratsrichtlinie (76/660/EWG) den EU-Mitgliedsstaaten freistellen, kleine Gesellschaften - die zwei von drei Kriterien erfüllen: Umsatz unter 1 Mio. Euro, Bilanzsumme unter 500.000 Euro, weniger als 10 Mitarbeiter - von verpflichtenden Jahresabschlüssen auszunehmen.

Gerade für kleinere Unternehmen, die meist über keine ausgefeilten Kostenrechnungs- und Controllingsysteme verfügen, sei der Jahresabschluss das wichtigste Instrument, um eine regelmäßige, realistische Darstellung der Lage des Unternehmens zu erhalten, betont der Kammerpräsident in einer Aussendung. Außerdem sei ein umfassender Jahresabschluss gerade in der Wirtschaftskrise unverzichtbar, um gegenüber Kunden, Lieferanten und Banken die Bonität objektiv und nachvollziehbar darstellen zu können.

Sollte der Kommissionsvorschlag angenommen werden und Österreich von der Möglichkeit Gebrauch machen, kleine Kapitalgesellschaften von der Rechnungslegungspflicht auszunehmen, wären in Österreich etwa 20 bis 25 Prozent der rund 80.000 GmbHs betroffen, schätzt die Kammer. (APA)

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