Constantini fordert Realitätssinn

31. März 2009, 15:27
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"Es kann nicht sein, dass wir seit Jahren immer innerhalb von vier Tagen vom krassen Außenseiter zum haushohen Favoriten mutieren" - WM-Chance "sehr klein"

Velden - Am Mittwochabend schlägt dem neuen österreichischen Fußball-Nationalteam von Dietmar Constantini die Stunde der Wahrheit. Gegen Rumänien geht es in Klagenfurt (20.30 Uhr/live ORF 1) um Punkte in der WM-Qualifikations-Gruppe 7, aber auch um ein Signal für die rot-weiß-rote Fußball-Zukunft. "Wir haben großen Respekt vor Rumänien, aber ich bin sehr positiv gestimmt", erklärte Constantini, der seinen Gemütszustand am Dienstag als "nicht nervös oder ängstlich, aber angespannt" bezeichnete.

Vier Punkte

Die Aussichten auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika sieht Constantini für Österreich und Rumänien jeweils verschwindend klein. "So wie wir hat auch Rumänien nur mehr sehr kleine Chancen auf die WM", so Constantini realistisch. So wie Österreich haben nämlich auch die Rumänen, die am Samstag daheim Serbien 2:3 unterlagen, nach vier Spielen nur vier Punkte auf dem Konto und hinken damit Serbien und Frankreich, aber auch Litauen hinterher.

Eventuelle Rechnereien über ein Quali-Wunder sind ohnehin nicht Constantinis Sache. "Das Rumänien-Spiel ist alles, was zählt, alles andere ist uninteressant." Der Druck der Öffentlichkeit sei bei der Nationalmannschaft stets vorhanden. "Das Nationalteam ist eine nationale Angelegenheit, das ist der Druck immer da."

Die österreichische Öffentlichkeit rief Constantini trotz aller Euphorie um die junge ÖFB-Truppe zu Realismus auf. "Es kann nicht sein, dass wir seit Jahren immer innerhalb von vier Tagen vom krassen Außenseiter zum haushohen Favoriten mutieren", so Constantini, der darauf verwies, dass die Ansprüche in Österreich und Rumänien sehr verschieden seien.

Spiele gegen Los-Topf fünf

"Für uns geht es darum, bei Auslosungen nicht in den fünften Los-Topf abzurutschen. Rumänien hat hingegen den Anspruch, in den Qualifikationen immer um den ersten oder zweiten Platz mitzuspielen." Seiner jungen und unerfahrenen Auswahl stärkt Constantini den Rücken. "Es wäre doch schön, wenn die Rumänen nach dem Spiel den einen oder anderen unserer Spieler besser kennen würden."

Über die Aufstellung wollte der 53-Jährige am Dienstag kein Wort verlieren. Nimmt man die umfangreiche zehntägige Vorbereitungszeit in Kärnten als Maßstab, dann sind zwei bis drei Positionen schwer vorauszusagen. Als rechter Verteidiger kommen Franz Schiemer und Andreas Dober infrage. Im linken Mittelfeld sollte Andreas Ulmer die besten Karten haben, Ümit Korkmaz wäre eine Alternative, könnte jedoch in die Rolle des flinken Jokers schlüpfen und durch eine eventuelle Einwechslung frischen Wind bringen.

Startformation im Kopf

Offen ist auch, wie Constantini eventuell Marko Arnautovic in die Anfangsformation packen könnte. Der Coach hat seine Startformation natürlich bereits längst im Kopf. Über das Auswahlverfahren meinte der Tiroler: "Gewisse Überlegungen hat es von Anfang an gegeben. Das eine oder andere ist dann im Laufe der Trainings gereift."

Die ewigen Fragen nach der "guten Stimmung" im Team kann Constantini mittlerweile längst nicht mehr hören. "In Österreich ist es anscheinend eine Überraschung, wenn die Stimmung gut ist. Wir sind ein gutes Kollektiv, die Spieler sitzen gemeinsam am Tisch, reden und lachen miteinander. Ein paar Spitzbuben sind schon dabei. Aber die Atmosphäre ist nicht zu lustig oder überheblich, die Spieler können sich alle sehr gut einschätzen. Die Spieler checken ganz gut, wann es lustig und wann es ernst ist. Wir arbeiten hoch professionell." (APA)

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    Constantini: "Das Rumänien-Spiel ist alles, was zählt, alles andere ist uninteressant"

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