Feuerbrand

31. März 2009, 14:26
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Übertragung passiert vor allem während der Blüte und durch Schnittmaßnahmen

Feuerbrand grassiert seit 1993 in Österreich. Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht und befällt vor allem Kernobst-Bäume wie Apfel, Birne oder Quitte sowie einige Ziergehölze wie etwa den Feuerdorn. Eine Übertragung ist vor allem über die Blüten möglich, aber auch über kontaminiertes Werkzeug beim Schnitt der Pflanzen.

Hervorgerufen wird die Krankheit durch das stäbchenförmige Bakterium "Erwinia amylovora". Der Erreger stammt ursprünglich aus den USA, erreichte 1957 Europa und 1993 Vorarlberg. Seither hat sich die Krankheit praktisch über ganz Österreich verbreitet.

Die Hauptinfektionszeit ist während der Blüte der Bäume und Sträucher. Auch Bienen, Hummeln oder Ameisen tragen zur Verbreitung des Bakteriums bei. Besonders gefährlich sind Tage mit Temperaturen um 18 Grad und einer hohe Luftfeuchtigkeit.

Das Bakterium gilt als hochansteckend, erkrankte Bäume und Sträucher bedeuten einen Infektionsherd für die ganze Gegend. Die ersten Symptome der Erkrankung treten - je nach Witterung - wenige Tage bis Wochen nach der Infektion auf. Zuerst welken die Blüten rasch, Blätter werden rot und letztendlich schwarz. Infizierte Triebe erscheinen zunächst fahlgrün und vertrocknen unter Braun- bis Schwarzfärbung. Dabei krümmen sich die Triebspitzen oft typisch hakenförmig nach unten. Letztendlich werden sämtliche erkrankten Triebe schwarz, die Pflanze sieht verbrannt aus, was der Krankheit auch den Namen gab.

Kein Heilmittel

Heilmittel gegen die Krankheit gibt es bisher keines. Betroffene Triebe oder im Extremfall auch ganze Bäume müssen sofort vernichtet werden. Durch gezieltes Spritzen eines Antibiotikums kann während der kritischen Blütezeit lediglich das Infektionsrisiko verringert werden. Alternative Hefepräparate sollen ebenfalls eine Übertragung verhindern.

Fortschritte melden dagegen Wissenschafter bezüglich der möglichen Züchtung von resistenten Sorten. Bei genetischen Analysen konnte eine Region im Erbgut der Pflanzen aufgespürt werden, welche für eine Resistenz verantwortlich sein könnte. Damit würden gezieltere Züchtungen von gegen das Bakterium immune Sorten möglich.

Generell sind Quitten am anfälligsten, gefolgt von Birnen und Äpfeln. Auch unter den Äpfeln gibt es Unterschiede, so gelten etwa die Sorten Gala oder Topas als stark, Regina als wenig gefährdet. (APA)

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