Sarkozy droht Gipfel platzen zu lassen

31. März 2009, 13:23
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Paris will konkrete Ergebnisse bei Steueroasen und Finanzmärkten - "Wenn es in London nicht vorangeht, wird der Stuhl leer sein"

Paris - Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy hat nach einem Pressebericht gedroht, den Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) zur Wirtschafts- und Finanzkrise platzen zu lassen. "Wenn es in London nicht vorangeht, wird der Stuhl leer sein", sagte Sarkozy laut der regierungsnahen Zeitung "Le Figaro" (Dienstagausgabe) vergangene Woche am Rande einer Kabinettssitzung. "Ich stehe auf und gehe." Sarkozy wolle auf jeden Fall konkrete Ergebnisse bei der stärkeren Regulierung der Finanzmärkte und im Kampf gegen Steuerparadiese.

"Nichts wäre schlimmer als ein G-20 auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner", sagte Sarkozy laut der Zeitung. "Ich ziehe Streit einem weichen Kompromiss vor." Diese Linie sei durch den stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes, Xavier Musca, am Montag bestätigt worden: Ein "Scheitern" des Gipfels sei besser als "ein falscher Erfolg, der voller großzügiger Formulierungen und ohne Folgen ist", sagte der Sarkozy-Mitarbeiter dem Bericht zufolge.

Sarkozy zähle bei dem Gipfel auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zu der sich das Verhältnis deutlich verbessert habe, schrieb das Blatt. Merkel schätze, dass Sarkozy Ende vergangenen Jahres mit Bruno Le Maire einen "deutschlandfreundlichen" Europastaatssekretär ernannt habe. "Paris und Berlin haben sich wiedergefunden, um der Achse Washington-London die Stirn zu bieten", erklärte der "Figaro" seinen Lesern. (APA/AFP)

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