"Problematische" Frauenquote

31. März 2009, 11:37
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Uni-Senats-Chef Gerhard Clemenz: Die geplante Frauenquote von 40 Prozent ist "nicht durchführbar"

Wien - Der Senat, das einzige noch von Uni-Angehörigen bestimmte Organ, wird in den nächsten Monaten an allen Hochschulen neu gewählt: Den Auftakt macht die Universität Wien, wo am 2. April der neuen Senat gekürt wird. Im Juni folgen etwa die Universität für Bodenkultur, die Wirtschafts- und die Veterinärmedizinische Uni in Wien sowie die Uni Graz und Klagenfurt, in der zweiten Jahreshälfte sind es u.a. die Medizinischen und Technischen Unis in Wien und Graz. Vorerst bleibt für das neben Uni-Rat und Rektorat dritte Uni-Leitungsgremium alles beim Alten, die geplante Novelle des Universitätsgesetzes (UG) 2002 könnte aber gravierende Änderungen bringen.

Bei den Senatswahlen küren die UniversitätsprofessorInnen, die UniversitätsdozentInnen bzw. die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen sowie das allgemeine Universitätspersonal ihre VertreterInnen im Senat. Die VertreterInnen der Studierenden werden von der Universitätsvertretung entsandt, wobei sich ihre Funktionsperiode nicht mit jener der übrigen Senatsmitglieder deckt (alle zwei Jahre). Die ProfessorInnen stellen im Senat die Mehrheit.

40-Prozent-Frauenquote

Der in der vergangenen Legislaturperiode von Wissenschaftsminister Johannes Hahn vorgelegte Entwurf für eine UG-Novelle hat gravierende Änderungen für den Senat vorgesehen. Beispielsweise soll das Gremium nicht mehr zwischen zwölf und 24, sondern 18 oder 24 Mitglieder haben. Auch war eine eine 40-Prozent-Frauenquote auf dem Wahlvorschlag jeder wahlwerbenden Gruppe vorgesehen.

Der Entwurf durchlief bereits das Begutachtungsverfahren, doch die Neuwahl kam einer Beschlussfassung zuvor. Ein neuer Entwurf ist derzeit in Arbeit und soll nach Wünschen Hahns noch vor dem Sommer vom Parlament beschlossen werden - allerdings ohne neuerliche Begutachtung.

Unterrepräsentation

Gerhard Clemenz, Senats-Chef der Uni Wienn hält die 40-Prozent-Frauenquote für nicht durchführbar. Vor allem für die "Kollegen an den Technischen Universitäten" sei es aufgrund der Unterrepräsentation der Frauen "problematisch", diese zu erfüllen.

Ein Blick auf die derzeitige Zusammensetzung der Senate zeigt, dass der Frauenanteil insgesamt an den Universitäten Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Klagenfurt zwischen 12 und 34 Prozent liegt, an den Technischen Unis (TU) Wien und Graz bei 12,5 bzw. 16,7 Prozent. Die Wirtschaftsuniversität Wien erreicht einen Frauenanteil von 37,5 Prozent, unter der ProfessorInnenvertretung gibt es drei Frauen (23 Prozent) und zehn Männer.

Bei den ProfessorInnevertretung im Senat erreicht die Uni Wien einen 40-Prozent-Frauenanteil (vier von zehn ProfessorInnen sind weiblich). An den TU Wien und Graz wie auch an der Uni Klagenfurt befindet sich keine Professorin unter den Senatsmitgliedern.

Bei den Senatsvorsitzenden der 21 Unis stehen vier Frauen 17 Männern gegenüber, die Frauenquote liegt damit bei 19 Prozent. Die StellvertreterInnen mit einbezogen, verbessert sich das Verhältnis leicht: Von 50 Personen sind 13 weiblich (26 Prozent). (APA)

 

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