Auslese bei Lieferanten

31. März 2009, 10:44
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Die Lieferantenkette soll neu justiert werden, jeder fünfte der 370.000 Zulieferer soll wegfallen

München - Die neue Siemens-Managerin Barbara Kux will unter den Lieferanten des Elektrokonzerns kräftig aussieben. Jeder fünfte der 370.000 Zulieferer solle wegfallen, sagte das für den weltweiten Einkauf des Konzerns zuständige Siemens-Vorstandsmitglied der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ; Dienstag-Ausgabe). "Wir können nicht mit so vielen Lieferanten in die Zukunft gehen." Die erste Frau im Siemens-Vorstand amtiert seit knapp einem halben Jahr und ist mit der Aufgabe angetreten, die Lieferantenkette auf Vordermann zu bringen und dem Unternehmen dadurch viel Geld zu sparen.

Der Konzern kauft für gut 40 Mrd. Euro ein. Die meisten Rechnungen lauten jedoch über kleine Beträge. Nach Angaben der Zeitung stehen 300.000 Zulieferer für 5 Prozent des Beschaffungsvolumens - das verursacht viel Verwaltungsarbeit und gerade hier will Siemens sparen und baut Stellen ab. Bei ihrem vorherigen Arbeitgeber Philips hatte Kux die Zahl der Lieferanten um ein Drittel gesenkt.

Bei Siemens will Kux den Einkauf künftig zentraler steuern, ohne aber die einzelnen Sparten zu bevormunden. "Natürlich werden wir besonders in der jetzigen Situation versuchen, niedrigere Preise durchzusetzen", sagte sie. "Wir können dabei auch größere Einkaufsvolumina anbieten, was bei den Verhandlungen hilft." Zudem will Kux verstärkt in Niedriglohn-Ländern einkaufen. Die anvisierte Einsparsumme bezifferte sie nicht. Sichtbare Effekte soll es aber bereits im laufenden Geschäftsjahr geben, das im September endet.(APA)

 

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