Neuer Fitnesstrend: Reaktiv Training

31. März 2009, 09:50
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Spezielles Handtrainingsgerät trainiert Muskeln und strafft Bindegewebe - Ideale Kombination mit Laufen oder Walken

Laa an der Thaya  - Nordic Walking war gestern, Reaktiv Training ist der Sport von morgen: Statt Stöcken kommen hantelähnliche Aluminiumröhren zum Einsatz - gefüllt mit einem speziellen Granulat. Durch das Hin- und Herschwingen der Röhren das Granulat als Schwungmasse. Mit Muskelkraft wird es gezielt beschleunigt und abgebremst. Die Effekte: Kräftigung der tiefen Muskulatur und Straffung des Bindegewebes.

 

Das Prinzip dahinter: Mit der leichten "Hantel" werden Kraftstöße produziert und die Muskulatur damit veranlasst sich reflektorisch zu kontrahieren. Das betrifft nicht nur die oberflächlichen Muskeln, sondern auch die tieferen rumpfstabilisierenden Schichten. Schultergürtel, Arme Nacken-, Hals-, Brust-, Rücken- und Bauchmuskulatur werden gekräftigt. Im Bereich der Gewichtsreduktion, Körperstraffung und Körperformung ist das Reaktiv Training ebenfalls wirksam, da das Bindegewebe in das Training miteinbezogen wird. Kontrollieren lässt sich der Trainingseffekt akustisch durch das Geräusch der Granulats.

"Im Spitzensport gibt es Reaktiv Training schon seit 1920", weiß Andreas Körber, Master Trainer in Deutschland. Seit den 90er Jahren wird die Trainingsform in der Physiotherapie bereits mit Erfolg eingesetzt, im Breitensport erst seit dem vergangenen Jahr. "Eine vollständige wissenschaftliche Erklärung für die Wirkung gibt es nicht, aber in der Praxis hat sich gezeigt, dass es funktioniert", ergänzt Erwin Gollner, Master Trainer für das Reaktiv Training in Österreich.

Vielfältig einsetzbar

"Ich glaube, dass das Potenzial sehr, sehr groß ist", meinte Körber. Als Grund dafür nennt er den vielseitigen Einsatz der Trainingsgeräte. In Kombination mit Laufen und Walken, Step-Aerobic, Fatburning oder Pilates finden sie ebenso Verwendung wie beim Aqua-Gymnastik im Wasser. Außerdem eignen sich die Geräte gleichzeitig für den Einsatz im Gesundheitsbereich und für das Zusatztraining von Spitzensportlern.

Lernen kann man das Reaktiv Training, in der Fachsprache auch plyometrisches Training genannt, in der niederösterreichischen Therme Laa. Dort entsteht das weltweit erste Reaktiv Trainingszentrum mit eigener Rundstrecke und integrierten, reaktiven Standübungen. Die Trainingsgeräte, derzeit unter dem Namen "XCO" im Handel, sind noch nicht flächendeckend erhältlich. Das Set inklusive Bauchgürtel kostet derzeit 129 Euro. Experten rechnen aber damit, dass der Preis sinken wird, wenn sich das Reaktiv Training in der Bevölkerung etabliert. (APA/red)

 

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