Minus 1,75 Milliarden nach drei Quartalen

31. März 2009, 08:18
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Der Verlust vor Steuern belief sich auf 3,32 Milliarden Euro, die Börse reagiert erleichtert

Wien - Der österreichische Immobilienentwickler Immofinanz hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2008/09 (1. Mai 2008 bis 31. Jänner 2009) nach umfangreichen Abwertungen und Abschreibungen einen EBIT-Verlust von 1,75 Mrd. Euro (Gewinn von 476,9 Mio. Euro) eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) war mit 3,32 Mrd. Euro tiefrot, teilte das Unternehmen am Dienstag ad hoc mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 0,4 Prozent auf 212,4 Mio. Euro.

Der Verlust je Aktie lag bei 4,06 Euro, nach einem Gewinn von 0,45 Euro in der Vorjahresperiode. Der Buchwert pro Aktie fiel um 46,7 Prozent auf 4,95 Euro, der innere Wert der Aktien (Net asset Value/NAV) brach um 48,1 Prozent auf 5,84 Euro ein. Der Umsatz stieg hingegen um 13,3 Prozent auf 555,4 Mio. Euro, der Cash Flow legte um 59,2 Prozent auf 176,1 Mio. Euro zu.

Verantwortlich für das negative EBIT waren 936,5 Mio. Euro an Abwertungen im Zuge der Neubewertung des Immobilienportfolios, Abschreibungen auf Entwicklungsprojekte, Firmenwerte und Forderungen von 678,4 Mio. und drohende Verluste aus laufenden Entwicklungsprojekten von 352 Mio. Euro.

Abwertungen

Außerdem war das Finanzergebnis mit 1,566 Mrd. Euro negativ. Dieser Verlust resultiere vor allem aus Abwertungen auf Unternehmensbeteiligungen, assoziierte Unternehmen und Fondsbeteiligungen. Das negative EBIT und das negative Finanzergebnis summierten sich zu einem Gesamtverlust vor Ertragssteuern (EBT) von EUR -3,321 Mrd. Der Großteil der Belastungen entfiel auf die Tochter Immoeast, ein kleinerer Teil auf die Immowest.

Der Anstieg des Cash Flows habe ebenso zur notwendigen Stabilisierung der Liquiditätssituation beigetragen, wie der Verkauf einer Reihe von Objekten der Immoaustria und der Immoeast. Bisher wurden im laufenden Wirtschaftsjahr aus Verkäufen von Immobilien, Tochtergesellschaften sowie von Finanzbeteiligungen Einnahmen von rund EUR 534,7 Mio. erzielt.

Damit sei die Liquiditätssituation stabilisiert und der Bestand des Unternehmens kurz- und mittelfristig gesichert worden. Das operative Geschäft bringe bereits stabil positive Ergebnisbeiträge. Der Finanzierungsbedarf habe durch eine drastische Kürzung der Entwicklungsaktivitäten deutlich verringert werden können, dennoch seien für die langfristige Absicherung der Unternehmensgruppe weitere Restrukturierungsmaßnahmen unerlässlich. Aufgrund der insbesondere im internationalen Umfeld anhaltend schwierigen Lage der Immobilienwirtschaft können weitere Abwertungen des Immobilienvermögens und Abschreibungen auf Entwicklungsprojekte und Finanzbeteiligungen nicht ausgeschlossen werden.

Immoeast stiegen um 11,76 Prozent auf 1,14 Euro. Immofinanz gewannen nach Vorlage von Zahlen 8,33 Prozent auf 0,91 Euro. (APA)

 

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    Vor allem die Tochter Immoeast, die schon am 24. März einen Vorsteuerverlust von knapp 2,28 Milliarden Euro berichtete, lastet auf dem Ergebnis.

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