Rattle für "Ring des Nibelungen" im Gespräch

30. März 2009, 15:53
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Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker ist für einen kompletten "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner im Gespräch

Berlin - Sir Simon Rattle, der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, ist für einen kompletten "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner an der Deutschen Oper Berlin im Gespräch. Das teilte der künftige Generalmusikdirektor Donald Runnicles am Montag mit. Rattle vollendet zurzeit bis 2010 ein "Ring"-Projekt als Koproduktion der Festspiele in Salzburg und Aix-en-Provence.

Auch den Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, will Runnicles als Klaviersolisten in das Opernhaus in der Bismarckstraße holen. Barenboim wird dort ab Herbst 2010 mit seiner Staatsoper im früheren Schillertheater als Ausweichspielstätte gastieren, bis die Lindenoper 2013 saniert.

Runnicles selbst gibt an der Deutschen Oper seinen Einstand im September mit Wagners "Tannhäuser" und Peter Seiffert in der Titelrolle. Außerdem will er in den kommenden Jahren "Tristan und Isolde", "Lohengrin" und "Parsifal" dirigieren. Im April 2010 steht er am Pult bei der "Ring"-Inszenierung von Götz Friedrich von 1984/85. Sein Dirigentenkollege Michail Jurowski leitet im Jänner die Premiere von Wagners Frühwerk "Rienzi" in der Inszenierung des Filmregisseurs Philipp Stölzl ("Nordwand").

Wachsendes Zuschauerinteresse

Mit diesem deutlichen Wagner-Schwerpunkt und einem, wie sie am Montag betonte, neuem und wieder wachsendem Zuschauerinteresse will Intendantin Kirsten Harms auch den Gerüchten über ihre mögliche Ablösung nach 2011 trotzen. Auf die Frage, ob ihr Vertrag verlängert wird, sagte sie am Montag lediglich: "Das wird der Regierende Bürgermeister zum gegebenen Zeitpunkt bekanntgeben." Es ist üblich, dass solche Entscheidungen dem Betroffenen zwei Jahre vor Ablauf des Vertrages mitgeteilt werden. Das wäre in diesem Fall zur Sommerpause 2009.

Die Deutsche Oper gehört zur Berliner Opernstiftung mit der Staatsoper Unter den Linden und der Komischen Oper. Die drei Opernhäuser hatten zusammen mit dem Staatsballett im vergangenen Jahr mit mehr als 795.000 Besuchern deutlich mehr Zuschauer als im Jahr zuvor (733.000). Dabei konnte die Staatsoper erneut in der Zuschauergunst zulegen und lag mit rund 247 000 Besuchern und einer Auslastung von rund 87 Prozent vorne, während die Deutsche Oper und die Komische Oper ihre Auslastung in etwa auf dem (relativ niedrigen) Niveau des Vorjahres halten konnten. Die Deutsche Oper ist das größte Opernhaus der Hauptstadt. (APA)

 

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    Sir Simon Rattle ist Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

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