Fischer hat unterschrieben

30. März 2009, 15:25
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Auszahlung der Steuerreform mit Aprilgehältern unsicher - Wirtschaftskammer rechnet mit Umsetzung Ende April, Anfang Mai

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer hat am Montag die Steuerreform unterzeichnet - das Gesetz kann damit offiziell in Kraft treten. Für die meisten Arbeitnehmer wird die Steuersenkung somit entweder im April oder im Mai schlagend werden, erwartet die Wirtschaftskammer. Wie der Leiter der finanzpolitischen Abteilung, Ralf Kronberger, gegenüber der APA sagte, treten die niedrigeren Steuertarife sofort mit Veröffentlichung der Steuerreform im Bundesgesetzblatt in Kraft - das dürfte entweder noch heute, Montag, oder am Dienstag passieren. Für eine Überweisung mit 1. April dürfte das aber zu spät sein.

Durch die Steuerreform werden besonders niedrige Einkommen künftig keine Steuern mehr bezahlen (die Steuerfreigrenze wird von etwa 15.800 Euro Jahresbrutto auf etwa 17.000 Euro angehoben). Für alle darüberliegenden Einkommensgruppen werden die Steuersätze leicht gesenkt: Bei 30.000 Euro Jahresbrutto werden etwa 588 Euro weniger Steuern fällig, Spitzenverdiener werden um bis zu 1.317 Euro entlastet. Damit bleibt den Lohnsteuerzahlern monatlich mehr Nettogehalt - die seit Jahresanfang zu viel bezahlte Steuer wird "aufgerollt" und den Arbeitnehmern mit dem Gehalt ausbezahlt.

Ob die Steuerreform schon bei den Aprilgehältern eingerechnet wird, oder erst im Mai zur Auszahlung kommt, kann aber je nach Unternehmen variieren. Für Arbeitnehmer, die ihr Gehalt pünktlich am Monatsersten im Vorhinein bekommen (womit das Aprilgehalt bereits unterwegs sein dürfte), wird die Steuersenkung wohl erst im Mai schlagend werden, glaubt Kronberger. Grund: Die Steuerreform wurde zwar vom Parlament beschlossen und vom Bundespräsidenten unterzeichnet - in Kraft treten die niedrigeren Steuersätze aber erst mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (http://www.ris.bka.gv.at), was für Montag oder Dienstag erwartet wird.

Für Löhne, die nach Veröffentlichung der Steuerreform überwiesen werden, muss der neue Tarif aber bereits berücksichtigt werden. "Wenn ein Unternehmen Anfang April abrechnet, dann geht's sicher nicht. Wenn jemand Ende April abrechnet, dann geht sich das aus", betont Kronberger. Außerdem müssen die Unternehmen ihren Mitarbeitern die seit Jahresanfang zu viel bezahlte Lohnsteuer sobald wie möglich an die Arbeitnehmer auszahlen. Kronberger geht davon aus, dass dies für die meisten Lohnsteuerzahler entweder im April oder im Mai passiert. (APA)

  • Nach der Unterschrift des Bundespräsidenten kann das Gesetz nun in Kraft treten.
    foto: epa/helmut fohringer

    Nach der Unterschrift des Bundespräsidenten kann das Gesetz nun in Kraft treten.

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