Rätselhafter Pinguin-Massentod in Chile

30. März 2009, 14:57
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Seit ein paar Tagen werden hunderte tote Tiere an einem Strand angeschwemmt

Santiago de Chile - An die 1.000 tote Pinguine sind an einem Strand im Süden Chiles in den vergangenen Tagen angespült worden, die ersten Todesfälle wurden vergangenen Donnerstag registriert. Es handelt sich in erster Linie um Magellan-Pinguine (Spheniscus magellanicus), die an den Küsten Argentiniens, Chiles, Uruguays und auch auf den Falklandinseln im Südatlantik brüten. Magellan-Pinguine werden bis zu 70 Zentimeter groß und haben ein Gewicht von etwa vier Kilogramm. Als bedrohte Art gelten sie noch nicht - Meeresverschmutzung vor allem durch Öl sowie Überfischung setzen den Beständen allerdings zu.

Der aktuelle Massentod indes gibt Rätsel auf: Jeden Tag würden neue Kadaver angeschwemmt, berichteten lokale Medien am Montag. Einigen Berichten zufolge wurden bereits 1.500 tote Pinguine gezählt - auch Humboldt-Pinguine (Spheniscus humboldti) sollen sich inzwischen darunter befinden, die ohnehin eine gefährdete Spezies sind. Die Todesursache liegt noch völlig im Dunkeln. Es komme zwar immer wieder vor, dass Pinguine in die Netze von Fischerbooten gerieten, verletzt und dann tot angespült würden. Aber ein so hohe Zahl von toten Tieren könne damit nicht erklärt werden, betonte ein Behördenvertreter.

Auf den ersten Blick gebe es keine Anzeichen, dass die Pinguine in Kontakt mit giftigen Substanzen gekommen seien. Vier Kadaver werden jetzt auf die Todesursache hin in einem Institut untersucht. (APA/dpa/red)

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