US-Soldat wegen Mordes an vier irakischen Gefangenen verurteilt

30. März 2009, 14:45
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Oberfeldwebel geständig - Militärgericht in Rose Barracks in Vilseck in der Oberpfalz - Weiteres Verfahren im April

Vilseck - Wegen Mordes an vier irakischen Gefangenen hat ein amerikanisches Militärgericht in Deutschland einen weiteren US-Soldaten schuldig gesprochen. Der 27-jährige Joseph Mayo gestand am Montag, im Frühjahr 2007 in Bagdad vier Iraker gefesselt, ihnen die Augen verbunden und sie mit Kopfschüssen getötet zu haben. Das Gericht im oberpfälzischen Ort Vilseck wollte noch am Montagnachmittag das Strafmaß verkünden. Dem Oberfeldwebel droht eine lebenslange Haftstrafe.

Der Prozess gegen Mayo ist das sechste von ursprünglich sieben geplanten Verfahren im Zusammenhang mit der Tötung der vier Iraker. Alle Beschuldigten sind oder waren Angehörige eines Bataillons, das heute zu der in Deutschland stationierten 172. Infanteriebrigade gehört.

"Ich stimmte zu"

Im April soll das Verfahren gegen einen weiteren mutmaßlichen Haupttäter, den mit 40 Jahren ältesten und als Hauptfeldwebel ranghöchsten Beschuldigten namens John Hatley, beginnen. Dieser soll nach der Aussage Mayos den Anstoß zur Tötung der vier Iraker gegeben haben. "Hatley meinte, dass die Personen in wenigen Tagen wieder freigelassen würden, wenn wir sie in Gewahrsam nehmen würden. Er sagte, wir sollten uns selbst um sie kümmern. Ich stimmte zu", erklärte Mayo am Montag vor Gericht.

Im Februar war bereits Feldwebel Michael Leahy wegen Mordes zu lebenslanger Haft mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Begnadigung verurteilt worden. In zwei weiteren Fällen wurden im vergangenen Jahr Haftstrafen von sieben und acht Monaten wegen Verabredung zum Mord verhängt. Die Anklagen gegen zwei weitere Soldaten wurden im Februar fallengelassen.

Den Irakern war ein Angriff auf eine Nachtpatrouille der US-Armee vorgeworfen worden. Obwohl nicht genug Beweise dafür vorlagen, wurden sie zum Stützpunkt der Einheit in Bagdad gebracht. Später wurden die Männer nach Zeugenaussagen von drei Angehörigen der Patrouille auf ein abgelegenes Gelände gebracht und dort als Vergeltung für den vermeintlichen Angriff erschossen. (APA/AP)

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