Schanigärten starten im Regen in die Saison

30. März 2009, 13:11
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"Genuiner Ort der Kommunikation" - mit Video

Wien - Regen, Wind und Schmuddelwetter haben am Montag die Eröffnung der Wiener Schanigartensaison begleitet: Die offiziellen Einläuter der Saison, Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank und Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt: Die Saison werde gut, prognostizierten beide.

Auch Günter Ferstl, seines Zeichens Fachgruppenobmann der Kaffeehäuser in der Wirtschaftskammer, ließ sich vom schlechten Wetter nicht aus der Ruhe bringen: "Viel mehr weh tut uns das Rauchgesetz." Durch die Anfang Jänner in Kraft getretenen Anti-Rauchergesetze würden die Kaffeehäuser Umsatz verlieren, beklagte Ferstl. Vom Rückgang des Tourismus in Zeiten der Wirtschaftskrise merke man dagegen noch wenig: "Aber jede kleine Laus beißt natürlich."

Unterstützung in Sachen Rauchergesetz kam von Bürgermeister Häupl, der dennoch für die aktuelle Regelung plädierte: "Ich hoffe, dass die Übergangslösung noch lange bleibt, damit keine Fundamentallösungen nötig werden." Zumindest die Schanigärten seien vom Rauchverbot ja unbetroffen - und von enormer Bedeutung für die Wiener Seele: "Schanigärten sind der genuine Ort der Kommunikation."

Kammerpräsidentin Jank rief in wirtschaftlicher Hinsicht zu Zuversicht auf: "Wir wissen immer auch, dass es noch schlechter sein könnte." Sie appellierte in diesem Zusammenhang an die Wiener, die ausbleibenden Touristen durch den Genuss der einen oder anderen Zusatz-Melange in einem der rund 1.800 Schanigärten auszugleichen.

Begangen wurde die Saisoneröffnung dieses Mal im Cafe Museum, das heuer sein 110-jähriges Bestehen feiert. Wie das Cafe Museum fand sich auch der allererste Schanigarten der Hauptstadt in der City. Es war dies ein 1754 von Johann Jakob Taroni auf dem Graben aufgestelltes Limonadenzelt. Wovon sich der Name "Schanigarten" ableitet ist allerdings umstritten. Einerseits wird er auf die Aufforderung an den Piccolokellner, "Schani, trag den Garten raus", zurückgeführt. Wahrscheinlicher ist jedoch die Erklärung, dass sich dieser auf Taronis Vorname (Jean, Schani) bezieht. (APA)

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    Kaffeehausbetreiber Herbert Frotzler, Bürgermeister Michael Häupl, Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank und der Fachgruppenobmann der Kaffeesieder, Gunter Ferstl, bei der Eröffnung der Schanigarten-Saison im Cafe Museum.

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