Vertrag sorgt für Unmut bei Stiftungsräten

30. März 2009, 12:37
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Reger Andrang beim Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrats

Deutlich mehr als die elf Ausschussmitglieder sind am Montag zur Finanzausschusssitzung des ORF-Stiftungsrats auf den Küniglberg gepilgert. Bevor ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz aber Details zu seinem Zukunftskonzept präsentieren konnte, diskutierte der Stiftungsrat zweieinhalb Stunden lang über das Projekt "ORF-Mediathek". Unmut herrschte darüber, dass der mittlerweile geplatzte Vertrag zwischen dem ORF und dem Hoanzl-Verlag dem Stiftungsrat nicht vorab zur Zustimmung vorgelegt wurde.

Helga Rabl-Stadler und Peter Radel hatten das Thema in einer gemeinsamen Anfrage auf den Tisch gebracht. Sitzungsteilnehmer sprachen von einem "massiven Organisationsmangel" und warfen Wrabetz eine Verletzung des ORF-Gesetzes (Paragraf 21, Absatz 3) vor. Demnach muss der Generaldirektor "die Zustimmung des Stiftungsrates einholen, falls er bei verbundenen Unternehmen an Geschäften (...) durch Weisung, Zustimmung oder Stimmabgabe mitwirkt". Inhaltlich begrüßten die Stiftungsräte dem Vernehmen nach das Projektvorhaben, Archivschätze zu bergen und unter der Marke ORF auf den Markt zu bringen.

Auf der insgesamt 14 Punkte umfassenden Tagesordnung sind Berichte zu den geplanten Ausgliederungen vorgesehen, sowie die "Unternehmensstrategie und Mittelfristige Finanzvorschau 2009 - 2013". Neben zahlreichen Stiftungsräten und ORF-Generaldirektor Wrabetz ist auch das Direktorium vollständig zur Ausschusssitzung am Küniglberg erschienen. (APA)

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    ORF-Kommunikationschef Strobl, Finanzausschussvorsitzender Christian Domany und Alexander Wrabetz vor Beginn des Finanzausschusses des ORF-Stiftungsrats am Montag.

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