Wacker Neuson streicht mehr Stellen

30. März 2009, 12:03
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Der deutsche Baumaschinen­hersteller will seine Produktion deutlich zurückfahren und etwa ein Fünftel seiner Stellen abbauen

München - Der deutsche Baumaschinenhersteller Wacker Neuson, der auch im oberösterreichischen Leonding ein Werk betreibt, will seine Produktion in diesem Jahr wegen der Nachfrageschwäche in der Baubranche deutlich zurückfahren und etwa ein Fünftel seiner Stellen abbauen. "Die Baumärkte sind doch schwer beeindruckt von der Weltwirtschaftskrise", sagte Vorstandschef Georg Sick am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in München. Geplant sei daher eine Kürzung der Kapazitäten um rund 20 Prozent. Eine Prognose für das laufende Jahr wagte Sick nicht. Mit einer Besserung der Wirtschaftslage rechne er aber erst im kommenden Jahr. "Wir gehen davon aus, dass sich der Investitionsstau 2010 beginnt aufzulösen."

An einzelnen Standorten würden die Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt, aber der Abbau von Stellen werde sich nicht vermeiden lassen, sagte Sick. Weltweit dürften bis Mitte des Jahres etwa 700 bis 900 von zuletzt 3.800 Mitarbeitern betroffen sein, darunter auch rund 100 in Deutschland. Der Schwerpunkt der Kürzungen liege aber in den USA. "Wir kommen nicht ohne aus, besonders in den USA, wo es das Mittel Kurzarbeit nicht gibt."

Mitte März war konzernweit noch von 250 Stellenstreichungen die Rede. In Oberösterreich müssten knapp 20 Prozent der Jobs abgebaut werden, so der Vorstandsvorsitzende damals. In Oberösterreich sind aktuell 317 Mitarbeiter beschäftigt. In Hörsching (Bezirk Linz-Land) erwarb der Baumaschinenhersteller ein 16 Hektar großes Grundstück. Geplant ist, die derzeit im nahe gelegenen Leonding befindliche Produktion an den neuen Standort zu verlagern und auszuweiten. Rund 35 Mio. Euro sollen investiert werden. Nach der Verlagerung sollen zwischen 500 und 700 Mitarbeiter für Wacker Neuson in Oberösterreich arbeiten, die Jahreskapazität soll von derzeit rund 6.000 auf 12.000 bis 15.000 Maschinen steigen. Angesichts der Wirtschaftskrise werde eine Entscheidung zum Bau aber nicht vor 2010 fallen, hieß es.

Wacker Neuson war 2007 aus der Fusion von Wacker Construction mit dem früheren österreichischen Konkurrenten Neuson Kramer hervorgegangen. Über die Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte das Unternehmen bereits Anfang März informiert. So ging der Umsatz auf vergleichbarer Basis von 979 auf 870,3 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern gab von 112 auf rund 58 Mio. Euro nach. Unterm Strich halbierte sich der Gewinn von 75 auf 37 Mio. Euro.(APA)

 

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